Premiere: Erstmals Feinstaub-Alarm in Stuttgart ausgelöst

Die Stadt Stuttgart hat gestern erstmals den neuen Feinstaub-Alarm ausgelöst. Man bittet die Bürger ab Montag, 19. Januar wenn möglich das Auto stehen zu lassen und sich alternativ von a nach b zu bewegen. Das Ende des Feinstaub-Alarms ist offen, dauert aber mindestens zwei Tage.

Aus der Pressemitteilung:

Der OB stellte nochmals klar: „Aktuell ist der Feinstaub-Alarm mit dem Verzicht auf das Auto eine freiwillige Aktion. Wenn wir aber bis Ende 2017 damit keinen Erfolg haben und die Schadstoffwerte nicht nachhaltig sinken, dann wird es zu verbindlichen Maßnahmen wie etwa Fahrverboten kommen müssen. Jeder Autofahrer hat es also in der eigenen Hand, dazu beizutragen, dass es soweit nicht kommen muss.“ Aber jedem müsse auch klar sein: „Hilft die Freiwilligkeit nicht, folgt der Zwang.“

Vergünstigungen und mehr Kapazitäten im öffentlichen Nahverkehr

Mit dem Start des Feinstaub-Alarms gibt es für Umsteiger verschiedene Vergünstigungen: So bietet der VVS einen zusätzlichen Freimonat für Abo-Einsteiger an.

Zudem können während der ersten beiden Feinstaub-Alarme Einzeltickets des öffentlichen Nahverkehrs über die App der Firma moovel zu 50 Prozent des regulären Fahrpreises erworben werden. Auch die vollelektrischen Fahrzeuge von car2go können während der ersten beiden Feinstaub-Alarme über 50 Prozent günstiger, somit für 14 Cent pro Minute genutzt werden.

Um mehr Kapazitäten im öffentlichen Nahverkehr zu schaffen, wird die Sonderlinie U11 bei Feinstaub-Alarm tagsüber zwischen Wasen und Innenstadt eingesetzt. Zudem werden die S-Bahn-Linien 1, 2, 3 und 5 über die Hauptverkehrszeiten hinaus als Langzüge verkehren.

www.feinstaubalarm.stuttgart.de

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Stadt Stuttgart löst erstmals Feinstaub-Alarm aus: Ab Montag, 18. Januar, möglichst auf das Auto verzichten – Ende noch offen

OB Kuhn: „Ich appelliere an die Bürgerinnen und Bürger: Lassen Sie Ihr Auto an den Alarmtagen möglichst stehen“

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat am Samstag, 16. Januar 2016, zum ersten Mal Feinstaub-Alarm ausgelöst.

Beginn:
Montag, 18. Januar, ab 0 Uhr für den Autoverkehr
Sonntag, 17. Januar, ab 18 Uhr für Komfort-Kamine

Ende: noch offen

Ziel des Feinstaub-Alarms ist es, bei stark austauscharmen Wetterlagen in Stuttgart die erwartbare Belastung mit Feinstaub und Stickstoffdioxiden zu reduzieren. Aktuell sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) für mindestens Montag und Dienstag ein stark eingeschränktes Austauschvermögen der Atmosphäre voraus. Damit ist die Voraussetzung für die Auslösung des Feinstaub-Alarms in der Umweltzone Stuttgart gegeben.

Die Landeshauptstadt Stuttgart appelliert gemeinsam mit dem Ministerium für Verkehr und Infrastruktur und dem Regierungspräsidium Stuttgart daher an die Bevölkerung in Stuttgart und in der Metropolregion, das Auto in der Umweltzone Stuttgart möglichst nicht zu nutzen und auf den Betrieb von sogenannten Komfort-Kaminen, die nur als zusätzliche Wärmequelle dienen, zu verzichten. Grundsätzlich ausgenommen sind Wohnungen, die ausschließlich mit solchen Einzelraumfeuerungen beheizt werden.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn erklärte am Samstag, 16. Januar: „Das Thema Luftreinhaltung geht uns alle an, und jeder, ob Stuttgarter Autofahrer oder Pendler aus der Region, kann seinen Teil dazu beitragen. Ich appelliere deshalb an das Verantwortungsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger: Lassen Sie ab Montag, 18. Januar, Ihr Auto wegen des Feinstaub-Alarms stehen. Suchen Sie nach umweltfreundlichen Mobilitätsalternativen. Zum Schutz der Stuttgarter Luft und zum Schutz der eigenen Gesundheit.“

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Nicht zu unterschätzen sei auch der Schadstoffausstoß von Komfort-Kaminen. Kuhn sagte: „Verzichten Sie an den Tagen mit Feinstaub-Alarm auf die Nutzung solcher Einzelfeuerungsanlagen. Auch damit leisten Sie einen Beitrag zur Luftreinhaltung.“

Wie lang der Feinstaub-Alarm dauern werde, sei zunächst noch nicht absehbar. „Wir informieren aber unverzüglich, wenn das Ende feststeht.“ Kuhn erinnerte daran, dass Autofahrer ja auch bei Schnee und Eis ihr Fahrzeug stehen lassen und öffentliche Verkehrsmittel nutzen: „Das ist durchaus vergleichbar.“

Der OB stellte nochmals klar: „Aktuell ist der Feinstaub-Alarm mit dem Verzicht auf das Auto eine freiwillige Aktion. Wenn wir aber bis Ende 2017 damit keinen Erfolg haben und die Schadstoffwerte nicht nachhaltig sinken, dann wird es zu verbindlichen Maßnahmen wie etwa Fahrverboten kommen müssen. Jeder Autofahrer hat es also in der eigenen Hand, dazu beizutragen, dass es soweit nicht kommen muss.“ Aber jedem müsse auch klar sein: „Hilft die Freiwilligkeit nicht, folgt der Zwang.“

Im Übrigen habe Stuttgart schon eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die Belastung mit Schadstoffen zu senken: Von der Einführung der Umweltzone über das LKW-Durchfahrtverbot bis zum verstärkten Ausbau des Radwegenetzes, der Verstetigung des Verkehrs durch Tempo 40 an Steigungsstrecken, der Einführung eines Job-Tickets oder der Begrünung von Hauptverkehrsachsen.

Zudem wird es unter wissenschaftlicher Begleitung einen großangelegten Versuch mit einer Mooswand im Bereich der sehr belasteten Verkehrskreuzung Neckartor und entlang der Cannstatter Straße geben. Wissenschaftler werden untersuchen, inwieweit das Moos die Luftschadstoffe binden und reduzieren kann.

„Wir lassen nichts unversucht. Es gibt nämlich nicht die eine Maßnahme, die unsere Feinstaub- und Stickstoffdioxidwerte senken kann. Wir haben schon einiges erreicht, aber es reicht eben noch nicht aus“, so Kuhn.

Informationen über Fortgang und Ende des Feinstaub-Alarms unter
www.feinstaubalarm.stuttgart.de

Autofahrern wird während des Alarms empfohlen, möglichst auf die Verkehrsmittel des Umweltverbunds, also Bahn, Stadtbahn, Bus oder Fahrrad umzusteigen, zu Fuß zu gehen, Elektrofahrzeuge zu nutzen oder Fahrgemeinschaften zu bilden. Wenn möglich, sollten Fahrten ganz vermieden werden, z.B. könnten Beschäftigte in Absprache mit ihren Arbeitgebern von zu Hause aus arbeiten oder von flexiblen Arbeitszeiten Gebrauch machen.

Die Bevölkerung wird über die städtischen Online-Medien, Brückenbanner in der Region, Verkehrsmeldungen im Radio, Vario-Tafeln an den innerstädtischen Ein- und Ausfahrtstraßen, Informationsanzeigen an der Autobahn und über die eigens eingerichtete Website www.feinstaubalarm.stuttgart.de über Beginn, Fortgang und Ende des Feinstaub-Alarms informiert.

Mit der Auslösung des Alarms setzt die Stadt zudem eine umfangreiche Meldekette in Gang, wodurch die Nahverkehrsunternehmen, die großen Arbeitgeber in Stuttgart, die Kooperationspartner, die Straßenverkehrszentrale, die Polizei, die Landesmeldestelle und die Kommunen und Landkreise in der Metropolregion informiert werden. Nach der Auslösung des Alarms werden auch innerhalb kürzester Zeit die Vario-Tafeln an den innerstädtischen Ein- und Ausfahrtstraßen geschaltet. Sie informieren insbesondere die Autofahrer über den Fortgang und das Ende des Alarms.

Der Feinstaub-Alarm kann mehrere Tage lang andauern, mindestens aber zwei aufeinanderfolgende Tage. Zur Aufhebung des Feinstaub-Alarms muss der DWD eine nachhaltige und deutliche Verbesserung des Austauschvermögens prognostizieren, eine eintägige Unterbrechung der starken Einschränkung des Austauschvermögens reicht hierbei nicht aus.

Welche Vergünstigungen gibt es für Umsteiger?

Mit dem Start des Feinstaub-Alarms gibt es für Umsteiger verschiedene Vergünstigungen: So bietet der VVS einen zusätzlichen Freimonat für Abo-Einsteiger an.

Zudem können während der ersten beiden Feinstaub-Alarme Einzeltickets des öffentlichen Nahverkehrs über die App der Firma moovel zu 50 Prozent des regulären Fahrpreises erworben werden. Auch die vollelektrischen Fahrzeuge von car2go können während der ersten beiden Feinstaub-Alarme über 50 Prozent günstiger, somit für 14 Cent pro Minute genutzt werden.

Um mehr Kapazitäten im öffentlichen Nahverkehr zu schaffen, wird die Sonderlinie U11 bei Feinstaub-Alarm tagsüber zwischen Wasen und Innenstadt eingesetzt. Zudem werden die S-Bahn-Linien 1, 2, 3 und 5 über die Hauptverkehrszeiten hinaus als Langzüge verkehren.

Wann wird Feinstaub-Alarm ausgelöst?

Bei Feinstaub-Alarm besteht eine austauscharme Wetterlage: Warmluft in den höher liegenden Luftschichten verhindert, dass kalte Luft im Stadtkessel entweichen kann. Die Luft kann dadurch nicht mehr zirkulieren, Schadstoffe „stauen“ sich in tieferen Lagen. An diesen Tagen steigt die Schadstoff-Konzentration stark an, es besteht die Gefahr von Überschreitungen der Grenzwerte.

Vor allem im Winter kann es zu erhöhten Luftschadstoffwerten kommen, da in dieser Jahreszeit häufiger Wetterbedingungen herrschen, die eine Anreicherung von Feinstaub und Stickstoffdioxid begünstigen und eine Verdünnung und Verteilung in der Atmosphäre behindern. Feinstaub-Alarm wird ausgelöst, sobald der DWD an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Tagen ein stark eingeschränktes Austauschvermögen der Atmosphäre prognostiziert. Diese starke Einschränkung liegt vor, wenn mindestens vier der fünf sogenannten schadstoffrelevanten Kriterien erfüllt sind. Der DWD definiert diese Kriterien folgendermaßen:

1. Fehlender Regen/Schneeregen
2. Ungünstige Windrichtung
3. Nächtliche Bodeninversion
4. Flache Mischungsschicht tagsüber
5. Geringe Windgeschwindigkeit

Je mehr schadstoffrelevante Kriterien erfüllt sind, desto eingeschränkter ist das Austauschvermögen der Atmosphäre. Sind mindestens vier Kriterien erfüllt, wird das Austauschvermögen vom DWD als stark eingeschränkt eingestuft. Die Stadt ruft dann den Feinstaub-Alarm aus. Die Kriterien 1 (fehlender Regen/Schneeregen) und 2 (ungünstige Windrichtung) sowie mindestens eines der Kriterien 3 (nächtliche Bodeninversion) und 4 (flache Mischungsschicht tagsüber) müssen zwingend vorliegen. Das Kriterium 5 (geringe Windgeschwindigkeit) muss erfüllt sein, sollte nur eines der Kriterien 3 und 4 vorliegen.

Warum wird der Feinstaub-Alarm ausgelöst?

Die Grenzwerte für Luftschadstoffe sollen bis 2020 im gesamten Stadtgebiet eingehalten werden. Daher haben das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur, das Regierungspräsidium und die Stadt Stuttgart im Juli 2015 das „Konzept Luftreinhaltung für die Landeshauptstadt Stuttgart“ vorgestellt. Zu den verschiedenen Maßnahmen gehört auch der Feinstaub-Alarm. Dieser appelliert an die Freiwilligkeit der Bevölkerung, das Auto möglichst stehen zu lassen und Komfort-Kamine nicht zu nutzen. Sollte der freiwillige Appell nicht die erhoffte Wirkung erzielen, können ab 2017 für Komfort-Kamine und ab 2018 für Kraftfahrzeuge verbindliche Maßnahmen folgen.

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Fotos Stadt Stuttgart / Max Kovalenka (Lichgut)

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57 Comments

  1. says: Bastei

    Sehr gut zu wissen. Dann werde ich heute extra mal von der Bahn auf das Auto umsteigen und die freien Straßen genießen. Die Bahnen sind bestimmt überfüllt… 🙂

  2. says: giano

    Weiß jemand zufällig, ob ich irgendwo Wetten auf die Anzahl von ausgelösten Feinstaubalarmen für 2016 platzieren kann?
    Nimmt KesselTV Wetten an?
    Ich lehn mich mal aus dem Fenster und sag,das wird dreistellig.

  3. says: Bastei

    Dieses Unterfangen war doch von Anfang an eine Farce! Ende letzte Woche hatte doch nicht einmal festgestanden, ob Leute die freiwillig auf dem Wasen parken und auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, kostenfrei parken können oder fünf Euro bezahlen müssen …

  4. says: martin

    die ziele sind auch etwas anders oder wie es die zeit schreibt:

    „Eine Sprecherin des Verkehrsministerium sagte laut SWR, es werde zum ersten Mal diese Sorte von Sensibilisierung ausprobiert. „Die Sensibilisierung an bestimmten Tage kann anders wirken, weil so die notwendige Präsenz des Themas in Medien und öffentlichem Raum hergestellt werden kann.“ Mit anderen Worten: Wenn das Thema im Bewusstsein verankert wird, könnte es auch eine Verhaltensänderung bewirken.“

  5. says: Stadtbewohner

    kann mir mal Einer den Vorteil erklären, wenn ich _nicht_ mit dem Auto in die Stadt fahren soll, aber auf dem Wasen gratis parken und mit der Bahn weiterfahren kann?

  6. says: martin

    weniger verkehr auf der b10 zwischen cannstatt und innenstadt und damit vielleicht die reduzierung der werte am neckartor (messstation)

    so kann ich es mir erklären.

  7. says: Thorsten W.

    Es wird früher oder später eh auf ein Fahrverbot rauslaufen, hat Kuhn auch im SWR gesagt. Und dann kann er sagen: „Freiwillig hat’s ja nicht funktioniert“.

    Und ein Fahrverbot (z.B. gerade/ungerade Kennzeichen im Wechsel oder mind. 2 Leute im Auto) ist dann auf jeden Fall sinnvoll und bringt auch was.

  8. says: Bastei

    Die Leute sollen sich zwischen Pest und Colera entscheiden. Wir sind eine so reiche Stadt, wieso kann man die Kosten für Bahn nicht einfach halbieren? Dann würden die Leute tatsächlich etwas sparen und wären vermutlich viel eher bereit umzusteigen…

    Und wenn jetzt jemand die Kostenfrage aufwirft: Mit welchen Unsummen unterstützen wir unsere Oper? 😉

  9. says: kutmaster

    Also, ich fahre ja zum größten Teil mit der U-Bahn zur Arbeit, weil ich mir den Berufsverkehr niemals antun würde.

    Leute, die freiwillig jeden Tag stundenlang mit ihrem Auto im Stau stehen, kann man nicht zu Öffis bekehren, selbst wenn diese kostenlos wären. Die wollen das so, weil Bahnfahren ist ja assi.

  10. says: Bastei

    Fahre die letzten knapp zehn Jahre eigentlich ausschließlich mit den ÖPNV ins Büro. Es geht mir nicht nur um den Stau, sondern auch um die Parkplatzproblem am Arbeitsplatz & später dann zuhause…
    Laut meiner Kölner Kollegin sind die Stuttgarter Assis eine Wohltat im Vergleich zu den Kölner Bahn Assis! 😉

  11. says: Bastei

    Naja, man kann sich alles schön rechnen. Gefühlt kaufen VVS & SSB alle paar Jahre neue Züge (neue Generationen), die natürlich irgendwie finanziert werden müssen…

    Und unsere „kostengünstigen“ 2nd-Hand-Bahnen kaufen dann z.B. die Münchner. Dort ist der ÖPNV komischerweise günstiger.

    Bleibt also die Frage, wer alles bei diesen regelmäßigen VVS-Neuanschaffungen partizipiert?

  12. says: ChrisK

    Ich fände es auch toll mit der Bahn in die Arbeit fahren zu können. Ich könnte alleine jeden Monat 500 Euro sparen (Fahrzeug + Benzin). Ziehe ich ne Monatskarte ab, komme ich sicherlich noch auf 350-400 Euro. Warum gebe ich freiwillig soviel Geld aus? Fahrt mit dem Auto von Wohnung zum Arbeitsplatz = 20 Minuten. Mit VVS = 90 Minuten. Und dabei habe ich noch nicht mit eingerechnet mehrmals am Tag zu verschiedenen Standorten zu müssen. Oder bei minus 5 Grad in der Kälte beim Umsteigen zu warten anstatt im warmen Auto zu sitzen. Ja, die Welt könnte so schön sein und ist sie anscheinend auch für manche die Haltestellen genau dort haben wo sie gebraucht werden. Aber eben nur für manche. An dem Beispiel sieht man, dass der Ticketpreis sicherlich nicht das ausschlaggebende Argument für Autofahrer ist. Dort wo viele Arbeiten (also nicht in der Zone 10) gibt es eben wenig VVS.

  13. says: Herr Cut

    Ich finde wenn eine Stadt so ein Problem beheben will muss Sie halt Geld in den Öffentlichen pumpen. Wenn ich mit meiner Familie in die Stadt will und ich eine Zone löse für alle sind das 5,60Euro einfach. Mit zurück also 11,20Euro. Hallo, wegen 3 Haltestellen. Wo soll sich das lohnen? Dafür fahre ich lieber mit der Schleuder in die Tübinger und stelle mich vor den Laden auf einen Behindertenparkplatz.
    Anderes Beispiel: wenn meine Frau die Kinder mit den öffentlichen zu den Einrichtungen bringen wollte würde sie dafür jeden Tag 4 Stunden nur Fahrzeit benötigen. West-Botnang-Doggenburg-Botnang-West. Das kann es ja auch nicht sein. Weil das ja wirklich nicht arg weit ist.
    Und wie schon einmal gesagt, die Baubagger die gerade in Stuttgart verkehren haben meines Wissens nicht einmal einen Kat, da ist das ja auch nicht schlimm. Und der Lastverkehr, den braucht man ja auch.

  14. says: martin

    preise sind das eine problem, viele wären glaub auch schon froh wenn sie wüssten, dass sie sich auf die öffentlichen (morgens/abends) verlassen können, was speziell bei der s-bahn seit jahren nicht mehr garantiert ist.

  15. says: Thorsten W.

    Ganz ehrlich, die Kosten sind doch das allerkleinste Problem. Wer will mir erzählen dass er lieber mit dem Auto fährt weil’s billiger ist? Wer sich ein Auto leisten kann, bzw. vielleicht 80% der Leute die eins haben, kann sich auch ein VVS-Ticket leisten.

    Und dann kommt das Argument: Mit Familie braucht man ein Auto. Ja, wenn man es sich leisten kann. Es gibt Familien, die können sich kein Auto leisten. Und die überleben auch im Großstadtdschungel.

    Ich seh’s so: Die Feinstaubscheiße ist zur Abwechslung mal ein Problem, das man (überwiegend) nicht den Politikern „da oben“ in die Schuhe schieben kann, sondern wo nur jeder selber was ändern kann.

    Aber weil das halt unbequem ist sucht man doch nach anderen Schuldigen. VVS zu teuer, VVS zu unzuverlässig, Politiker hätten halt doch was machen sollen. Irgendwas.

  16. says: MartinTriker

    Ich würde ja aufs Auto verzichten, wenn ich nicht jede Woche nen Kühlschrank oder nen Fernseher transportieren müsste.

  17. says: Bastei

    @RAM: Meine Aussage bezog sich auf die alljährliche Jammerleier der VVS.

    Selbst in München tut es auch eine 25 Jahre alte Tram, bei uns wird die Flotte relativ schnell ausgetauscht… Wenn unsere neuen Bahnen wenigstens kostenlos WLAN hätten.

    Für meine täglichen Wege sind die ÖPNV gut geeignet. Aber es gibt definitiv Verbindungen, wo es mit den Öffis ziemlich umständlich wird.

    Gebrauchte S-Bahnen von S nach MUC: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/s-bahn-in-muenchen-wie-alte-zuege-aufgemoebelt-werden-1.2157901

  18. says: martin

    verstehe.

    klar, ist hier seit jahren ein thema, die preise. man fragt sich schon, warum es hier so teuer ist und in vermeintlich teureren städten, wie eben z.b. münchen, mit einem größerem netz günstiger als in stuttgart.

    interessant auch wie das die wiener machen

    http://www.kontextwochenzeitung.de/wirtschaft/250/kein-meter-fuers-auto-3375.html

    auszug:

    „Der Preis für die Wiener Jahreskarte lag früher bei rund 450 Euro, jetzt hat ihn die Stadt auf 365 Euro gesenkt. Macht einen Euro pro Tag. Wir haben heute bei annähernd 1,8 Millionen Einwohnern 700 000 Jahreskartenbesitzer, doppelt so viele wie zuvor. Und das ohne die Schüler- und Studentenkarten. Damit nehmen die Wiener Linien trotz des günstigen Preises mehr ein als vor der Reform. Gelohnt hätte es sich schon ab 520 000 Jahreskartenbesitzern.“

  19. says: jaytext

    ergänzung zu wien: drei-minuten-takt auf wichtigen linien, schienen auf extraspuren (bei uns an der hohenheimer str. stehen abends die u-bahnen bergauf im autostau…)

  20. says: Herr Cut

    Ich fahre ausschließlich Bahn und laufe so gut wie alle Wege die gehen. Trotzdem finde ich die Preise, vor allem in der Innenstadt, eine Frechheit.

  21. says: Peter

    Ich benutz das Auto auch nur für den Arbeitsweg, weil da halt 30min Auto (auf meiner Strecke ist nicht oft Stau) gegenüber 70min Öffis schon ein Unterschied ist.
    Um in die Stadt zu gehen kann ich halt das Fahrrad nehmen, oder laufen – aber für andere, die nen weiteren Weg haben, ist der Ticket-Preis sicher ausschlaggebend.
    Wenn man (wie ich) schon ein Auto hat, das für die Arbeit gebraucht wird, dann willst du nicht noch zusätzlich die teuren Bahntickets.

  22. says: kutmaster

    Ohne jetzt empirische Studien gelesen zu haben würde ich trotzdem mal behaupten, dass mindestens die Hälfte der täglichen Pendler, die die Zufahrtswege verstopfen, locker und zeitnah mit den Öffentlichen fahren oder wenigstens Fahrgemeinschaften bilden könnten.

  23. says: ChrisK

    Also, die Herren Kutmaster und Thorsten Weh, ich glaube auch, dass grundsätzlich jeder auf eine Alternative umsteigen kann, wenn er wollte oder der Druck gross genug ist. Ich möchte aber diejenigen sehen, die hier nur das „Wollen“ propagieren, wenn sie jeden Tag 3-4 Stunden mit den Öffis unterwegs sind anstatt 40 Minuten mit dem Auto. Klar habe ich die Wahl nicht, wenn ich mir kein Auto leisten kann. Wie ist es aber mit den Familien, die jetzt Bahn fahren, wenn sie sich ein Auto leisten könnten (Beispiel aufstrebende Märkte/Länder). Wie immer geht es um Lebensqualität. Nimmt man mir die auf der einen Seite möchte ich ganz gerne eine Kompensation dazu auf der anderen Seite. Und das führt dann halt auch dazu, dass manche nach günstigen Tickets etc. rufen. Es muss sich für den einzelnen lohnen, so lange es freiwillig ist. Persönlicher Verzicht um der Gruppe einen Mehrwert zu bieten funktioniert schon in Spieltheorien nicht. Öffis, Fahrgemeinschaft usw. bedeuten halt für die meisten erstmal einen Mehraufwand. Für Menschen die schon Öffis fahren natürlich nicht. Aus der Position lässt es sich leicht diskutieren.

  24. says: kutmaster

    Ich glaube halt nicht dass die Masse die jeden Morgen am Neckartor im Stau steht 3-4 Stunden mit den Öffis brauchen würde. Sorry. Die fahren von Fellbach nach Stuttgart West oder ähnlich.

    Ausserdem geht es hier ja auch ein bisschen um „mein persönlicher Komfort > die Gesundheit der Anderen, die nicht wie ich im beschaulichen Kaff wohnen“.

  25. says: martin

    mal ein paar zahlen in den raum werfen (von der stadt stuttgart seite)

    „Die Gemarkungsgrenze von Stuttgart wird innerhalb von 24 Stunden rund 890.000 Mal von ein- oder ausfahrenden Fahrzeugen überquert. Unter der vereinfachten Annahme, dass jedes Auto nur einmal in jede Richtung fährt, sind das rund 445.000 Fahrzeuge. Darunter sind schätzungsweise rund 225.000 Berufspendler (157.000 Einpendler und 67.000 Auspendler), der Rest ist Schwerlast-, Einkaufs- und Freizeitverkehr, oder Fahrzeuge, die die Markungsgrenze innerhalb von 24 Stunden mehr als zwei Mal überqueren. Weitere schätzungsweise rund 81.000 Autos werden jeden Tag von Berufstätigen gefahren, die innerhalb Stuttgarts wohnen und arbeiten. Diese überqueren die Grenzen der Gemarkung zwar nicht, tragen aber ebenfalls erheblich zum Verkehrsaufkommen in Stuttgart bei. “

    ich denke, da lässt sich mit etwas gutem willen und ohne dass gleich die „lebensqualität“ erheblich darunter leidet, schon was minimieren.

  26. says: KEN™

    bei mir das gleiche: 10 minuten mit dem auto gegen minimum 45 minuten mit den öffis. sicher könnte man auf ein auto verzichten. aber will ich das bei der täglichen zeitersparnis? es ist ja nicht nur so, daß man mit dem auto nur zur arbeit fährt. und wenn man nicht gerade in der zone 10 wohnt, sind die öffis vor allem abends meistens mal richtig scheisse (gerade wenn man an s oder u-bahnen noch zusätzlich in den bus umsteigen muss (wenn überhaupt noch einer fährt)). dazu soll ich also für vier haltestellen in die stadt 4€ zahlen um dann tagsüber außerhalb der rushhour und abends einen 20- minutentakt und ständig störungen bzw. ausfälle zu haben?

  27. says: giano

    es wird auf ein verbot hinauslaufen. wie chrisk ja sagt, alles andere würde dem menschlichen verhalten komplett widersprechen. so ein verbot ist ja auch nichts so schlimmes, wahrscheinlich reine gewöhnungssache – ähnlich wie andere verkehrsregeln oder das tempolimit.

    abgesehen von dieser diskussion ist der alarm ja auch nicht einfach irgendwas, es geht darum, dass die luft in großen teilen unseres lebensraums so schlecht ist, dass sie Krebs verursacht oder? das verliert man ja immer wieder schnell aus den augen. wenn ich mir überlege, was ich mir für gedanken mache bzgl. rauchen aufhören, ernährung, sport usw. und dann atme ich aber die ganze zeit so eine scheiße.

  28. says: kutmaster

    Fakt ist doch das die EU-Feinstaub-Grenzwerte regelmässig massiv überschritten werden. Fahrverbote sind eine logische Konsequenz wenn einem die eigene und vor allem die Gesundheit der Mitmenschen nicht egal ist. Was soll denn die Alternative sein? Lungenkrebs für Alle?

  29. says: martin

    ja weil fakt ist einfach auch, wenn sich nix verbessert, muss die stadt an die EU blechen. ordentlich. irgendwo steht in den vielen pressemitteilungen, dass der feinstaubwert an den anderen messstationen zwischenzeitlich eingehalten wird, außer am neckartor.

    hat allerdings auch nix zu sagen, weil wer weiß schon wie es an stellen ist, an denen nicht gemessen wird, was wiederum hacker mit ihrem neuen gerät an anderen plätzen in der stadt nachweisen wollen:

    http://www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/214/dicke-luft-im-kessel-2870.html

    die zahl der an feinstaub erkrankten menschen war erst neulich in der stz. irgendwas mit über 2000.

  30. says: MarinTriker

    Mal als Gegenbeispiel zu den Autofahrern, die mit den Öffies so lange brauchen würden: Ich brauche mit dem Rad 20 Minuten, mit der U-Bahn inklusive Fußweg 23 Minuten. Auto wäre mindestens 30 Minuten, eher mehr während der Rush Hour. Und ich bin beileibe kein Einzelfall.

    Was ich sagen will: ich glaube euch schon, daß ihr länger mit den Öffies braucht, teilweise auch unverhältnismäßig lange. Aber es geht nicht allen so. Vermutlich nicht mal der großen Mehrheit.

  31. says: Bastei

    Naja, ich bin mir fast sicher, dass viele der Zeitvergleiche von Pkw zu Öffis hinken. Ganz einfach, weil die Leute weder Stauzeiten, tanken, Werkstattbesuche, noch die Parkplatzsuche mit einkalkulieren. Selbst ich als eigentlicher Bahn-Oberhater muss eingestehen, die Chance hier im Stau zu stehen ist weitaus größer, als in irgendwelche Verspätungen bei der Bahn zu geraten.

    @Fritzle: Das Wiener Beispiel würde ich mir auch für Stuttgart wünschen.

  32. says: Mapleleafsmauri

    Gute Gründe für die eigene Entscheidung pro oder contra ÖPNV oder eben Auto findet jeder und jeder ist frei in seinem Tun, naja fast jeder. Und in der Tat liegt es an jedem selbst zu entscheiden, ob ihm eine etwas sauberere Luft einige Minuten seiner Zeit wert ist, quality time vs health. An der Stelle sind weder Regierungen noch Behörden gefragt. Allerdings versagen diese regelmäßig bei der Unterstützung zur Erreichung selbst formulierter Ziele. Der moderne Mensch soll seine Umgebung weniger belasten, aber dabei auch bitteschön draufzahlen.

    Beispiel 1: Pendlerpauschale. Je weiter vom Arbeitsplatz entfernt, desto mehr Kohle gibt es vom Staat zurück? Niemand wird deswegen reich bzw. sich das Schloss aufm Kaff wegen der 20ct?30ct?/km kaufen, aber wie schizophren ist es, Verzicht aufs Individualverkehr zu fordern und es gleichzeitig zu belohnen?
    Mehr noch: der/diejenige, die nah an den Arbeitsplatz zieht und ggf. Öffis/Fahrrad nutzt, darf neben weniger Fläche fürs selbe Geld auch noch reichlich für das Monatsticket löhnen.

    Beispiel 2: Dienstwagenregelungen. Einen Arbeitgeber kostet die Gewährung eines Dienstwagen inkl. Sprit so wenig, dass AG es lieber als Teil des Gehalts gewähren, da absetzbar. Vom Statussymbol ganz abgesehen. Und welche Fahrzeugkategorie werden als Flottenfahrzeug normalerweise angeschafft? Genau, die Kompaktklasse ist es nicht.

    Diejenigen, die für sich (und andere?!) einen Beitrag leisten durch Verzicht werden bestraft statt sie zu belohnen. Oder bekommen Monats-/Jahresticketinhaber für die Zeit des Alarms ebenfalls die Hälfte der Kosten erstattet?

  33. says: Herr Cut

    Vielleicht kommt der ganze Staub ja auch aus der Baugrube.
    Gestern übrigens mit der Bombenentschärfung wäre es der Supergau gewesen wenn viele auf die Öffentlichen umgestiegen wären.

  34. says: martin

    bin von süd nach kaltental gejoggt und da sind massen an leute von kaltental runterlaufen, darunter mädels mit koffern, die versucht haben per anhalter weiter zu kommen. da sind die u-bahnen ausgefallen oder waren zu voll.

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