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Lego Hardcore
Am 24. Mai 2012, 09:00 Uhr von Setzer
Da bald wieder Weihnachten ist und Ordnung und Planung eh das halbe Leben sind: Lieber Satan Claus, ich will was. Internet ist mir zu unpersönlich und ich komme mir doof vor, beim Spielwaren Kurtz reinzulaufen und nach dem heißen Zeug von Lego zu fragen.
Spielwarenläden sind im echten Leben keine Orte für Kindsköpfe, die älter als Acht sind. Es sei denn sie kommen mit oder im Auftrag von Kindern. Aber selbst meine besten Freunde leihen mir eher ihr frisch geputzes Auto, als ihre Kinder.
Es gab vereinzelt Beschwerden weil Kinder nach ein paar Stunden mein doofes Geschwätz nachäfften und beim Laufen “Flaahhttzz!” sagten, beim Abendbrot “Lieber de Mage verrengt als em Wirt was gschenkt” schlaubergerten oder gleich die Eltern fragten: “Fallen die Sterne echt wegen Bruce Willis nicht vom Himmel?!”.
Außerdem: Ich habe beim Spielwarenladen Jako-O mal ein Plüschbrathähnchen gesucht, weil man mir glaubhaft versicherte, so was gäbe es dort. Gab’s aber nicht. Und wenn der schwarze Mann 20 Minuten lang knietief durch pöbelnde Rotzbengel, äh, Kinder watet und panisch um sich schaut, ist die Polizei normalerweise nicht weit entfernt.
Meine Kür damals an der Kasse: “Wo haben sie denn die Plüschbrathähnchen? Sind die ausverkauft? Einen Plüschdöner würde ich auch nehmen.”
Hatten die nie. Beides. Man hat mir knallhart einen Bären aufgebunden. Und die Frau an der Kasse hat mich angeschaut, als hätte ich sie um ihrer Niere gebeten. Wahrscheinlich sogar einen Teddybären. Da kann ich mich nie wieder blicken lassen. Eher noch mit Geiger und den Boyz in der Boa.
Ich möchte aber eh nicht in Spielwarenläden einkaufen, deren Name mich an Michael Jackson erinnert.Ach komm, Satan Claus: ich hätte wahnsinnig gerne eine von den Lego-Metal-Figuren von Citizen Brick. Den Black Metal Enthusiast. Geiger schenk’ ich vielleicht den Leather-Typ und sag’ ihm, es wäre Rob Halford von Judas Priest. Thorsten kriegt den Tattoo-Kerl. Zombies, Zyklopen und Kiffer haben die auch. Wenn ich die aber dem Aussi, Jana oder Ram schenke, klingelt’s wahrscheinlich. Und nicht an der Tür.
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Now I wanna be your Dog
Am 23. Mai 2012, 15:39 Uhr von Setzer
(Luna beim Shooting für den “Wacken Dream Girls Kalender 2013″)
Machen wir’s halt wie der Iggy, beziehungsweise The Stooges: Wenn so ein Köter einmal das Herz erobert hat, nennt man nie wieder einen “Köter”, “Töle”, “Depp” oder “Arschloch”. Auch wenn man das vorher jahrelang getan hat. Luna, die VfB Europaleaguemacherin hat mein Herz erwärmt. Auch wenn sie manchmal eine schreckliche Zicke ist. Doberfrau und Model halt.
Chez Lilli, der neue Hundeshop im Stuttgarter Internet kommt mir da gelegen, wie den Grünen damals Fukushima. Übrigens, auch kein schlechter Hundename, wenn man mal genauer drüber nachdenkt: “Fukushima”. Kann man machen. Ein Freund wollte seine Katze immer “Schwamm” nennen – “Rekordmeister Bayern München” oder “Top Terrorist Carlos” wäre auch toll oder halt “Wolfgang”. Egal jetzt.
Bei “Chez Lilli – ”Schönes für Hund und Halter” gibt’s Leinen, Halsbänder, Tücher und Taschen für die Leckerli. Lilli, eine Parson Russell Dame, betreibt diesen neuen Onlineshop. Ich glaube zwar, dass ihre Cheffin Antonella Vasile (Fo., li.) da die Strippen zieht – die lässt aber nix raus. Weiber. Kennt man ja. Beim Shopping, Ryan Gossling oder bei Verschwörungen halten die zusammen wie Gaffer-Tape. Luna sagt auch nix, außer: “Ich bin durchaus der Meinung, es wäre mal wieder Zeit für eine kleine Aufmerksamkeit.”
Ja, manchmal rede ich mir tatsächlich ein, Luna, die Doberfrau könnte sprechen oder wenigstens laut denken. Morgens zum Beispiel, da guckt die mit treudoofem Blick übers Kissen und ich bin mir sicher, sie will sagen: “Okee, hier ist der Deal: Wir machen mir jetzt was Leckeres zu essen, gehen raus, eine Stange Wasser ins Eck stellen und dann machen wir Blödsinn. Aight?”. Und ich so: “Äh, wo ist mein Teil des Deals?”. Dann überlegt sie kurz, dackelt für 40 Sekunden aus dem Zimmer und kommt anschließend wieder zurück: “Also, was jetzt?!”.
Wenn’s in einer Beziehung mal so weit ist, dann ist Geschenkemitbringen eh nicht mehr weit. Bitch.
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Pirate Satellite Festival
Am 27. Apr 2012, 15:30 Uhr von Setzer
Auch Punker haben Wochenende. Das Pirate Satellite Festival aus dem Hause Radio Clash kommt da gerade recht. Zwei Tage lang gibt’s da im LKA ein Freudenfest für Vollbart-, Karohemden-, Fleshtunnelträger und auch Leute, die mit knapp 20 Jahren schon Hilfe brauchen, um noch eine freie Stelle auf der Pelle für Tattoos zu finden. Auch voll gut: endlich mal Piraten und weit und breit ist nix zu sehen und nix zu hören von der Marina Weisband.
Samstags gibt’s spitzen Punkrock von Tom Mess, Cobra Skulls, Red City Radio, Atlas Losing Grip und Nicola Sarcevic von Millencolin. Dann werden sich die Herren Dan Andriano, Dave Hause, Tom Gabel von Against Me! und Chuck Ragan die Wandergitarren umhängen und 1A CVJM-Punk spielen. Lagerfeuermäßig, gerne mal mit Fiddel – Quetschkommode wäre auch mal was. Hier mal einer von Dave Hause. Werd’ ich unglaublich gefühlsduselig bei so was. Ein Reim zur Feier: “Voll toll. lol.”
Dann noch mal Ohren anlegen und Yeah! schreien für Alkaline Trio und die magisch guten Hot Water Music. Oh, Yeah! geht freilich auch. Mach ich zum Beispiel, weil Hot Water Music eine der besten Erfindungen kurz nach Klopapier, Nagelknipser und Bleistiftspitzer sind. Die neue Platte “Exister” erscheint Mitte Mai. Ich überlege mir jetzt schon, einen Vollbart wachsen zu lassen und jemanden um ein Karohemd anzupumpen. Achkomm, das feier ich ab wie Kristina Schröder eine Leine am Herd.
Sonntags geht’s etwas rustikaler zur Sache: Metalcore und Hardcore. Satte 15 Bands lang und die Sänger brüllen meist sehr erregt. Auf geht’s: An Act Of Grace, Structures, Volumes, Vildhjarta, Betraying The Martyrs, Silent Screams, TRC, Born From Pain, Heights, Veil Of Maya und For Today. Die Topacts des Tages: The Dillinger Escape Plan, durchgeknallte Prog-Bodybuilder, Gallows, Silverstein und Parkway Drive aus Australien. Letztere sind 1A sympathische Surferboys, die auch so aussehen, allerdings gar nicht so klingen. Mitsingen ist da eher Lebensaufgabe als Zeitvertreib. Voilà oder “Viola” wie Kelly Bundy einst sagte:
Auch eine wichtige Frage: Können Gallows eigentlich noch was, ohne Frank Carter? Konschd, gibt’s auch: Heather Gabel, Frau Flaming Star Florence Shirazi und Jumi-Jami stellen da ihre Illustrationen, Bilder und Nippes aus. Bitte auch ordentlich Aschekrötenpiepenzaster bei der Tombola liegen lassen: Der Erlös geht an die Palliativstation des Bürgerhospitals. Moderator an beiden Tagen: absoluter Trottel. Aftershowparty am Samstag im Universum. Mit Frank Gasoline, dem Thomas Gottschlak unter den Profi-3000Meter-Schwimmerinnen. Äh, was? Egal. Ja, Kollege kommt gleich:
Herzblattsusi: PIRATE SATELLITE FESTIVAL, Sa 28.4., 14 Uhr / So, 29.4., 12 Uhr, LKA, S-Wangen.
Alle weiteren Infos gibt’s im Stuttgarter Internet auf der Festivalseite.
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Weiber!
Am 26. Apr 2012, 01:51 Uhr von Setzer
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Magnum vs. Dorotheen Quartier
Am 25. Apr 2012, 09:25 Uhr von Setzer
Sehr gut. Wie’s ausschaut hat der Sprecher von Thomas Magnum wieder einen Job. Er darf über das Reklamevideo für die Gestaltung des Dorotheen Quartier charmebolzen. Die Ecke beim Breuninger sollte eigentlich mal “Da Vinci” heißen – dachte ich – tut sie aber nicht mehr. Alle anderen Fragen beantwortet Thomas Magnum mit einer Ruhe, die sonst höchstens Piloten oder Versicherungsvertreter ausstrahlen. Ganz große Architektur. Der Kerl ist jetzt schon mein Held. Musik: auch erste Sahne.
Steigt gleich vorbildlich ein, denn “mit jeder Veränderung müssen wir uns fragen, was für ein Stuttgart wir eigentlich wollen”.
Harter Tobak, so spät im April. Ich habe trotzdem kurz überlegt und dann laut gerufen: “Mir doch bums, Hauptsache: geil shoppen!”
Um die Geschichte abzukürzen: Bingo! “Niveauvolle Geschäfte finden hier ebenso Platz wie gemütliche Cafés, individuelle Restaurants, innovative Bars und kreative Lounges.”
Wer das alleine schon so geil findet, dass er da nicht nur hinfahren, sondern lieber gleich dort dauercampen möchte: Keine Sorge, lebendige Nischen im Stadtgefüge soll’s auch geben.
“Mit hochwertigen Wohnungen entstehen über dem öffentlichen Raum einzigartige private Rückzugsräume im Herzen Stuttgarts.”
Will ich auch hoffen, denn selbst als Laie weiß ich: “So wird das Dorotheen Quartier zum Ruhepol und zum Impulsgeber für eine Stadt, die sich damit aus dem Inneren heraus ein Stück weit neu erfindet.”
Freilich mit “Charakter, Ecken und Kanten, wie wir Stuttgarter. Und einer Dachskulptur, die der Stadt ein neues Wahrzeichen schenkt.”
Das sind wirklich gute Nachrichten. Beruhigend auch: “Das Dorotheen Quartier schaut in die Zukunft, ohne die Vergangenheit zu ignorieren.”
Das übrigens stimmt, notgedrungen. Eigentlich wollten OB Schuster und die FDP die ehemalige Gestapo-Zentrale, das so genannte Hotel Silber, abreissen. Nach Protesten soll das Haus in der Dorotheenstraße 10 nun aber erhalten werden. Als Mahn- und Denkmal.
Bin ich d’ accord mit wie Lagerfeld mit Paris: Der Zug ist längst abgefahren. Echte Visionäre hätten versucht, den Drecksladen
zu sprengenabzureissen, als es wirklich sinnig gewesen wäre – 1938 oder so. Jetzt soll das bitteschön stehen bleiben.Ansonsten bin ich aber verwirrt. Geschmack ist natürlich Geschmacksache. Aber so wie manche Leute nicht so viel essen können, wie sie gerne kotzen möchten, frage ich mich, wo wir eigentlich die Groschen zusammengubeln sollen, um demnächst in all’ den geilen Bauprojekten dieser Stadt einkaufen zu gehen.
Noch was: “Sofern sich die Rahmenbedingungen für das Projekt wie zum Beispiel Baukosten, Finanzierungszinsen und Vorvermietungsstand als positiv erweisen, sowie der Gemeinderat, die Stadtverwaltung und beteiligte Gremien grünes Licht geben, soll mit dem Bau des Dorotheen Quartiers zeitnah begonnen werden. Die Bauzeit beträgt knapp drei Jahre – Breuninger möchte dabei über 200 Millionen Euro investieren.”
Ich glaube, das ist wirklich die Stimme von Magnum. Oder?
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Don’t Fuck With Stuttgart
Am 24. Apr 2012, 09:09 Uhr von Setzer

Eine lockere Mischung aus Saure Gurken, “Hä?” und “Ahja!”: Eben noch ein kleiner Aushilfsjob als Schauspieler bei “Aktenzeichen XY” und dann schon fast in U-Haft. Aaron Defant, Schauspieler u.a. beim Marienhof und im Normahl-Film “Jongr”, mimte im März einen Juwelendieb für die lässige Fahndungsshow “Aktenzeichen XY”. Die Performance war scheinbar ziemlich überzeugend.
Als er vergangenen Donnerstag am Stuttgarter Hauptbahnhof auf ein paar Freunde wartete, um mit denen ins Theater zu gehen, wurde er da von den Wachtmeistern gestellt. Ein Zuschauer, glaubte den Dieb aus dem Fernsehen erkannt zu haben. Nach zehn Minuten klärte sich das Malheur aber auf. Sind ja auch nicht doof, unsere Cops. Hier gibt’s die Geschichte bei Spiegel Online, hier in den Stuttgarter Nachrichten.
Hab’ trotzdem ein bisschen Angst, dass jemand im Übereifer Ryan Gossling den Führerschein abnimmt, weil er bei “Drive” zu schnell gefahren ist oder dass Bruce Willis erschossen wird. Man weiß ja nie.
Wer sich professionell im
PetzenVorsorgen üben will oder der Polizei anderweitig unter die Arme greifen möchte: Auf Stadtbahnen wird derzeit eifrig für polizei-beratung.de geworben. Da warten schneidige Infos, Tipps und Tricks für Musterbürger.Äh, Apropos Gossling: Der Mann macht mir langsam Angst. Drive, ist auch dank dem Typen, der beste Film seit langer Zeit und jetzt auch noch das: Seine Band Dead Man’s Bones ist auch gar nicht so schlecht, wie das bei Schauspielern normalerweise der Fall ist.
Passabel, gell? Komm, da geht noch einer. Apropos: Ich geh’ jetzt wieder ein bisschen wachtmeistern in der Nachbarschaft.
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Ted Wahlberg
Am 23. Apr 2012, 18:00 Uhr von Setzer
Beschwerde reingeflattert: “Machmal nicht immer so Slayer und so”. Okee. Kuscheltiere? Haben wir hier noch nie gehabt, oder? Nur Zombies.
Dann geh’ ich mal vorraus. Ich hab mehrere Kuscheltiere: Werner, einen haarigen Affen, den ich nur bekommen habe, weil mein kleine Nichte damals Schiss vor ihm hatte. Dann gibt’s Jacques, einen Eisbären. Wenn man ihm auf den Bauch drückt, furzt er nicht, sondern singt “My Girl” von Judas Priest, ‘verzeihung, den Temptations. Und dann gibt’s noch Tieschäh, einen Tiger. Steht oft neben dem Bett rum, guckt mich und passt auf. Ein Neuzugang: Roffel. Ein Hund mit Schlappohren. Wenn man ihn anschaltet lacht er völlig irre und rollt sich dabei über den Boden. Killer.
Die sind aber alle nix gegen Affie. Seine Besitzerin hat den seit es sie gibt. Dementsprechend, äh,
zerfleddertjung und frisch sieht der auch aus. Ist voll der Celebrity. Neulich am Bahnhof wurde seine Besitzerin angesprochen “Mensch, wie lange haben wir uns nicht gesehen? Das muss ja mindestens zweieinhalb Jahre her sein. Wie geht’s denn Affie?”Jetzt gibt’s Konkurrenz von Ted, einem Teddybär. Er gehört Mark Wahlberg, kann sprechen. Der achtjährige Bub in mir, will jetztsofortaufderstelle ins Kino. Keine Ahnung, wie ich das bis zum Kinostart am 2. August aushalten soll. Ich frag mal Werner, Jacques, Tieschäh, Roffel und Affie.
Achso, zum Mitsingen: der Thundersong.
If you hear the sound of thunder,
don’t you get too scared.
Just grab your thunderbuddy
and say this magic words:
Fuck you, thunder!
You can suck my dick.
You can’t get me thunder,
cause your just god’s fart, pff.6 Kommentare »





















