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Happy Weekend Mix by Mazza und Brünemann
Am 17. Mai 2013, 18:32 Uhr von martin
Heute zusammen im Kowalski, morgen Abend Mazza beim Awake Festival und am Sonntagmorgen wieder gemeinsam bei der Stereo Afterhour – da ist man froh dass dieser Montag ein Feiertag ist und sowieso heilige Geiste entsendet werden.
Domenico Mazza und Oli Brünemann sind seit der Semf 2011 ein eingespieltes Team und treten immer öfters gemeinsam auf. Damals hat man sich in der Raucherarea mögen, schätzen und lieben gelernt, freu nach dem Motto, du machsch ganz gute Mugge eigentlich, ey deine isch au net so schlecht, also lass uns doch mal kreuzen und heraus kam, ciao bella, die kleine Jacqueline.
Okay, Freitag, Rübe hohl, hohl mal ein Kohl, ne morgen mach ich Lauchcremesuppe mit meinem neuen Stabmixer. Bin voll der Suppenking geworden, weil halt Suppenkasper for life. Suppenkasper Mazza kaspert auch gerne rum, oder ist zumindest eine ziemliche Frohnatur. Hatten wir schon einige mal im Mix, dafür ist der Brünemann zum ersten Mal in dieser Rubrik am Start.
Auch ein Unding eigentlich, legt immerhin in Stuttgart schon auf seit 1973 die Diskotheken-Lizenz eingeführt wurde und heutzutage immer noch gilt. So ungefähr zumindest. Direkt kennengelernt hab ich ihn eigentlich auch erst wiederum beim Semf 2012, als er auf dem Balkon wieder mit besagten Mazza abgestrampelt hat. Ansonsten kennt man ihn vielleicht aus dem Galao, der schwer beliebten Southside-Wirtschaft, oder natürlich aus dem Climax, wo er mit Electronic Bisquits eine eigene Veranstaltung hostet.
Ihr diese Woche spontan entstandener Mix ist ziemlich channelig geworden, immer beide Augen nach vorne, nicht allzu melodiös und flächig, nur punktuell wird der Vorantrieb aufgebrochen, trotzdem eine gewisse Wärme da und nicht minimal unterkühlt, eine solide Reisegeschwindigkeit und noch ein Grande Finale. Pump it up und ich bin jetzt raus, muss auf die Alb und wünsche frohe Pfingsten. Ciao Bella.
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Endlich Erlebnisfuttern
Am 17. Mai 2013, 16:00 Uhr von Setzer
(Foto: Privatsammlung, “Erlebnisgastronomie für Privatiers/Instagram 2013″, Bleistift auf Acryl).
Endlich mehr zu essen. Der Besucherschwund in den oberen Königsbaupassagenetagen (neues Lieblingswort, gleich nach “Gästezahnbürste” und “Standboxsackhalter”) lässt den Hausmeister zu drastischen Mitteln greifen: Erlebnisfuttern soll’s jetzt richten.
Wenn sich kein Arsch mehr auf eine Couch für 6000 Euro setzen will, dann tut’s vielleicht auch “Nummer 43, scharf aber ohne Hühnchen.”
Mitte August sollen im zweiten Stock der Königsbaupassagen gleich 13 neue Gastronomiebetreiber einziehen, darunter laut StN auch Läden, die so ulkige Namen wie “Premium Döner” oder “Pink Punk” tragen. Dazu soll eine “Food Lounge” mit Blick auf die Bolzstraße kommen – 650 Sitzplätze.
Ich möchte mich nicht in Läden ernähren, die “Pink Punk” heißen, was auch immer die anbieten. Und zwischen 649 anderen Leuten will ich höchstens Mastodon oder Thorstens ersten Kuchenback-Workshop sehen.
Nächsten Valentinstag sag’ ich trotzdem zu meiner Freundin Helmut: “Hasilein, lass uns doch schick essen gehen in der Food Lounge”. Dann macht’s wahrscheinlich ziemlich laut “Bumm” und ich wache in der Premium Liegelounge im Marienhospital wieder auf. Toller Service, merkwürdige Arbeitskleidung, aber ansonsten top.
Wir setzen uns jetzt brav auf unsere billigen Plätze und schauen gemütlich dabei zu, wie sich die Shoppingmeilen gegenseitig die Meter streitig machen. Im Kampf um die “Durchspülung” der Butzen sind ja alle Mittel recht, notfalls halt Glutamat. Ansonsten: Sorry, keine Zeit, ich muss jetzt die Innenstadt weiter verramschen. Die Zeit wird knapp.
Im Fachjargon der
KonkursmanagerBetreiber heißt das übrigens “den Standort weiter entwickeln”. Fortschritt, voll gut. Im November zieht dann wahrscheinlich Matratzen Concord ein. Dann fällt man wenigstens weich.11 Kommentare » -
Zurück auf Null
Am 17. Mai 2013, 13:30 Uhr von martin
David Beckham hört auf, gestern Abend noch im Videotext gelesen und prompt heute Nacht geträumt, dass ich auch aufgehört habe. Mit allem. Also jobmässig. Vollbremsung, zurück auf Null und im Rathaus für einen Job beworben und den gleich bekommen. Aufgabe nicht geträumt. Dafür den ersten Arbeitstag.
Komm an mit einer Gruppe neuer Kollegen und am Eingang liegen Hausschuhe für alle. Ich natürlich quengelquengelwillmeineturnschuheanlassen, aber es führt kein weg dran vorbei, im Rathaus tragen alle Mitarbeiter Hausschuhe und für mich bleiben nur noch so pissgelbe Slipperpuschen übrig und schon will ich wieder mein altes Leben zurück.
Eine Kollegin führt mich durch das ganze Rathaus. “Hasch schon mal kopiert? Und da ist der Locher.” Die Mitarbeiter gucken mich schräg an, lachen hämisch, was willst du denn hier?
Anschließend betreten wir einen Balkon und man schaut auf ein weites Tal hinab, sieht so ähnlich aus wie Stuttgart, durch das gerade eine Stuttgart-U-Bahn fährt. “Wenn du willst, kannst du kurz ein Bild für Instragram jetzt machen”, schlägt meine Begleitung vor. “Aber dann bitte wieder das Smartphone ausschalten.”
Anschließend betreten wir wieder das Rathaus, sind jetzt weiter oben, und der Zustand des Gebäudes erscheint immer älter, holziger, feuchter und morscher. In einem gläsernen Raum beten gleichzeitig verschiedene Menschen, die verschiedenen Religionen angehören. Wo bin ich hier? “Haben wir extra eingerichtet”, sagt meine Rumführerin stolz, “Damit alle Menschen einen Platz zum Beten haben in der Stadt.” Können sie gerne alle haben, ich bete trotzdem immer noch nicht, mein ich trotzig.
Wir gehen ein paar Treppen weiter hinauf und stehen in einem riesigen Zimmer, direkt unter dem Dach des Rathauses. “Das muss jetzt noch sein”, flüstert sie. Ich soll wohl dem Chef vorgestellt werden. Sitzt in dem sowieso schon tempelartigen Raum auf einem erhöhten Podest, wie auf einem Thron und sieht von hinten aus wie Fritz Kuhn. Schneeweiß. Isser aber nicht so ganz. Und hockt auch nicht vor Bergen aus Aktenordnern sondern vor einem Laptop, einem Drumcomputer und zupft die ganze Zeit auf einer Midi-Gitarre rum. Auf Repeat läuft ein Disco-Stück, das ich schon oft aufgelegt habe in meinem alten Leben und suche also sofort das Gespräch. Der vermeintliche Fritz Kuhn will es scheinbar nach produzieren, ist voll im Flow und ignoriert mich total. Ich denk mir noch: “Schönes Leben hat der und sonst nix auch zum Schaffen.”
Sie versucht noch ihn kurz von den Geräten abzulenken: “Herr Bürgermeister, das ist der neue…” Er winkt nur ab, lass mich in Ruhe Disco machen und ich wach auf, keuche. Ersma #hoodcheck. Schlafzimmer, Flur, Bad. Alles klar, zurück im Leben und nicht mehr im Rathaus. Freu mich jetzt noch mehr aufs Wochenende, aufs auflegen und für euch gibt es folgendes Unterhaltungsangebot, ob Traum oder Albtraum, your choice.
Finnebassen war meines Wissens nach noch nicht in der Stadt.
Kam mit ner gelungene “When Doves Cry” Version auf die Welt und hat mit “Touching Me” einen der großen Hits 2012 abgeliefert.
Im Kowalski ist Nico Stojan aus Berlin zu Gast, der sich um die Labels vom Kater Holzig kümmert.
Mehr Swing bekommt man im Mono…
…und im Transit sind Turntable Gossip aka Magali und Rick.
..und im neuen Romantica gibt es fröhlichen House-Electro-Disco von Kottan-Sven und Transit-Benni.
Etwas Rap und Co gibt es in der Schräglage…
…und dagegen drei Tage Straßenmusik in Ludwigsburg.
Wie man sieht, Jubiläum, scheint also gut anzukommen, nur hat man wohl dieses Jahr leider – bis auf morgen – eher Pech mit dem Wetter. Mehr Infos hier.
Samstag ist Vollalarm. Ich mach frei und bleib daheim, aber wayne, ge? Schon lange bekannt aus Funk und Facebook, steht jetzt das erste Awake-Festival in den Wagenhallen an.
Sieht nach einem schönen Ding aus und nicht roter Rahmen ist der Flyer-Shit, sondern Farbverlauf-Rahmen.
Die Romy hat dagegen, hossa, Frau Allien am Start…
…im Zollamt draußen ist auch etwas größeres, allerdings etwas schwer lesbar der Flyer…
…wesentlich kleiner als das Zollamt ist das jungfräuliche Romantica…
…und die Schankstelle ist auch nicht so groß.
Großer Rave-Alarm dagegen im Rocker33.
Guckste Video und du weißt Bescheid. Z
Unten zwirbelt der Esyot mit dem Rino und Markus Grund…
…und außerdem findet am frühen Abend im Rocker noch das RAF 3.0 Konzert statt, ursprünglich geplant im LKA, Beginn 20:00 Uhr.
Im Sommer soll sein neues Album erscheinen, ich kenne nicht mal das Alte.
Im JH Mitte steigt wie seit 19 Jahren zuvor auch heuer wieder der Breakdance-Contest Battle Of The Month.
Die offizielle Aftershow-Party findet im Tonstudio statt, Änna und Lötknecht on the Decks.
Ins Cue hat Southhäng den Skratch Bastid eingeladen.
Kannte ich auch noch nicht, dafür kennen ihn viele andere und der Kerle ist anscheinend ne echte Nummer.
Wer auf DJ-Action steht, sollte also ins Cue gehen. Swist kann das übrigens auch.
Im Zwölfzehn ist mal wieder Yum Yum angesagt…
…und bis vor kurzem dachte ich Dan Gerous ist ein Ami oder so. Isser aber nicht. Macht ganz coole Edits, gerne auch in Richtung Trap derzeit.
Einen Pfingstsonntag haben wir auch noch, Tatort-Wiederholung aus Münster oder Poetry Slam im Rocker…
…und danach Boys Noise im Rocker, auf unser FB-Seite verlosen wir noch 2×2 Karten oder direkt auf stuttgart@kessel.tv schreiben und Interesse bekunden.
DJ Friction musste deswegen seine Disco-Night runter ins 33 verlegen – BN war ursprünglich im LKA geplant.
Ansonsten hat nicht alles offen am Sonntag, einige Läden sparen sich den Tag, andere wiederum nehmen ihn gerne mit, einfach durch die Stadt laufen, ihr werdet schon was finden.
Im Zwölfzehn ist noch die Get Down angesagt…
…und in der Schräglage steht der gute alte DJ Öffentliches Ärgernis in der Booth.
Happy heiliger Geist, Thorsten ist auf irgendeinem Ring und ich privat unterwegs. Grüße ans Rathaus und Fritz Kuhn, bei euch schaff ich net.
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Tatort+ Stuttgart Edition
Am 17. Mai 2013, 10:54 Uhr von martin
Schnappatmung, Herzrasen, Kreislaufkollaps: Am Sonntag, 26. Mai wird der nächste Stuttgarter Tatort “Spiel auf Zeit” ausgestrahlt und schon am morgigen Samstag, 18. Mai (Widget sagt einen sonnigen Tag voraus) beim SWR Sommerfestival aufm
WasenSchlossplatz vorab gezeigt und die 12-Minuten-Maxi-Version von Phil Collins “In The Air Tonight” ist eigentlich wirklich in Ordnung.Den neuen Stuttgart-Tatort verknüpft der SWR zum zweiten Mal mit dem Online-Spiel Tatort+, remember Lena und der Wald, vor genau einem Jahr.
Der Unterschied zwischen Stuttgart+ und Ludwigshafen+ ist, dass die User schon eine Woche vor der Ausstrahlung am 26. Mai online ermitteln können. Der Startschuss fällt an diesem Samstag, nach dem die Preview auf dem Schlossplatz beendet ist.
Die Kriminaltechnikerin Nika Banovic (Miranda Leonhardt) führt die User durch den Fall, “dessen Lösung eng mit den Geschehnissen verknüpft ist, die im „Spiel auf Zeit“ von den Kommissaren untersucht werden. Wie dieses potentielle Verbrechen mit den Ermittlungen der Stuttgarter Tatort-Kommissare Thorsten Lannert und Sebastian Bootz zusammenhängt, wird bei der Ausstrahlung des Films aufgelöst.”
Auch schön: Bei Tatort+ hat man die Stuttgarter BMX-Bande integriert, bekannt von Straße, Instagram und Barcelona. “Im Netz taucht ein Video auf. Vordergründig ein Video von begeisterten BMX-Fahrern. Doch was im Bildhintergrund zu sehen ist, könnte in Zusammenhang mit einer Entführung stehen. Ob es sich wirklich um eine solche handelt und wer da wen entführt haben könnte – das herauszufinden ist die Aufgabe der Mitspieler. “
Auch nach der Ausstrahlung von “Spiel auf Zeit” gehen die Online-Ermittlungen weiter und es muss ein weiterer Mord aufgeklärt werden.
Die kompletten Infos gibt es auf der nächsten Seite.
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Gewitter über Stuttgart
Am 16. Mai 2013, 16:13 Uhr von martin
Gestern erst diese grandiose Bild auf der Seite von Sebastian Weitbrecht entdeckt, der den Nightshift Film mit Felix Löchel gedreht hat und im Dezember die Zeitrafferfilm Stuttgart in Motion. Im Rahmen von SiM ist dieses Bild aus zehn verschiedenen Aufnahmen aus derselben Perspektive entstanden. Am besten draufklicken und in größer anschauen.
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Romantische Donnerstage – Kitjen (Re)Opening
Am 16. Mai 2013, 13:06 Uhr von martin
(Im Cafe Malibu kann man immer mal wieder Mittagspause machen.)
Wie letzte Woche im Ghetto schon angedeutet, gibt´s einen neuen, schnuckligen Laden, mal wieder da eröffnet, wo man es zuvor nie vermutet hätte, nämlich im Schwabenzentrum, direkt an der Hauptstraße, wo sich bislang Casinos und Tabledance-Bars und entsprechende Wirtschaften angesiedelt haben. Erschließung unbekannter Ecken für nachtkulturelle Nutzung hat Stuttgart schon immer ganz gut drauf gehabt.
Sind bislang absolut super 100 Meter gewesen, jogg da gerne winters durch, eine einzigartige Ansammlung an Gerüchen, leicht prägnanter als Disko-Parfüm, weißte was ich meine? Oder habt ihr wenigstens diese typischen Clubmief in der Nase? Eine Mischung aus Alk, Rauch, Schweiß, Nebel und runter gerockt? Manchmal, wenn am Freitagabend das andere Leben beginnt und ich einen Laden betrete, man ist ja immer der erste als Local-Fisch, nehme ich einen tiefen Zug und weiß, da simmer wieder, hello Wochenende, hallo Disko, du und ich, wir gehören einfach zusammen, egal wie sehr du stinkst, ich mag dich trotzdem.
Im Romantica und nicht im Malibu riecht es gerade nur noch frischem Holz und frischer Farbe. Letzten Samstag mehr oder weniger inoffiziell eröffnet, startet am heutigen Donnerstag Igor von der Guten Laune GmbH seinen Donnerstag Kitjen, bekannt geworden im KimTimJim.
Passt gut rein, denn allgemein lautet die Marschrichtung im Romantica “Happy (House) Music”. Das kann man jetzt interpretieren wie man will, fröhlich kann auch mal langsam sein (alter Herzer-Ram-Slogan) und lässt den DJs viel Freiraum bei der Gestaltung des Abends – Fixpunkte sind jedenfalls House und Disko.
Igor hat gestern schnell noch einen Mix gemacht, der meiner Meinung nach nicht nur das Kitjen-Prinzip, sondern allgemein auch das zukünftige Romantica-Klangbild gut repräsentiert.
Schönes Ding, kann man sich anhören, tut überhaupt nicht weh und ist total fröhlich. Zum (Re)-Opening seiner Reihe hat Tipura Oliver Hafenbauer eingeladen, von dem ich auch nicht mehr weiß, als das was in der Klammer steht.
Im Rocker ist heute Nosaj Thing zu Gast, den man am ehesten dem “Abstract Beats” Sektor zuordnen könnte.
Hat wohl schon für Kendrick Lamar Beats geschrubbt, sein eigenes Zeug geht eher in Richtung Flying Lotus und Konsorten, wenn ich mir das Album “Home” so durchskippe.
Unten im 33 regieren die geraden Beats.
…außerdem feiert das Waranga Jubiläum:
Motto lautet, wie man sieht, Birds of Paradise, die Musikauswahl übernimmt PachangaStorm alias Bruno Pachange und Simon Storm. Happy Birthday.
Kein Jubiläum feiert dagegen das Libero. Heute startet das Closing-Wochenende. Man hört allerdings, dass sich die Macher nach einem neuen Laden umschauen.
Ansonsten das übliche Donnerstagangebot – Treff in der Schräglage un Transit, Dancehall-Corso, Rock-Keller oder der HipHop-Donnerstag im Tonstudio.
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Stadt oder Land. Aber halt bitte nix dazwischen.
Am 16. Mai 2013, 09:00 Uhr von Kollege Geiger
Gestern morgen – und ich meine wirklich gestern morgen und nicht irgendwann mal neulich morgens und ich tue jetzt so, als ob das aktuell ist. Also gestern morgen, am 15. Mai diesen Jahres, da stieg ich am Fasanenhof an einer Haltestelle namens ENBW-City in die Linie 6.
Grund: die Vespe musste zur Inspektion, denn bald ist kessel.tv Rollerausfahrt – und die fahre ich aus Tradition nicht uninspiziert.
Als ich das letzte Mal im Fasanenhof in irgendetwas eingestiegen bin, war die ENBW noch die TWS, das Gewerbegebiet Fasanenhof irgendwas zwischen Tundra und Taiga und die Linie 6 noch die Linie 6 – nur schöner und ohne die Volte via Fasanenhof.
Wer in den Fassi wollte (wenige) oder vom Fassi weg (die Mehrheit), der musste den Fassi-Bus nehmen. Den 72er. So war das damals im Wilden Westen als die Eisenbahn noch nicht jede Geisterstadt angefahren hat.
Im Interweb kursiert ein Video – das ausnahmsweise mal nicht Daft Punk zeigt – sondern die Stadtbahnstrecken-Eröffnung im Fasanenhof im Dezember 2010. Wir hören den Soundtrack “
the final countdown“, “I will surive“, nein leider leider “Hells Bells”. Und wir sehen, wie durch eine Wand aus Trockeneisnebel, angefeuert von einer Pyroshow… die U6 fährt. Dazu jauchzt eine Mädchenstimme “wooooohhh”. Linie 6 ab Fasanenhof – der Justin Bieber unter den Stadtbahnlinien.Als ich gestern einsteige, bin ich enttäuscht. Kein Jauchzen, kein AC/DC, kein Pyro und nicht mal andere Fahrgäste. The ENBW City never sleeps, aber hellwach ist sie halt auch nicht.
Schelmenwasen – Europaplatz. Wir fahren durch Landstriche, die ich noch nie gesehen habe. Zumindest nicht aus dieser Perspektive. “Ich hab mich verfahren” SOS-SMS’e ich an DJ Elbe. Und schicke gleich noch einen fotografischen Notruf hinterher…
…eine Steppenlandschaft zwischen Fasanenhof und ähhh…ist das schon Steckfeld? Kemnat? Hoffeld?
“Da ist die Welt noch in Ordnung” – kommt die Trost-SMS zurück. Die kommt irgendwie immer. Egal was passiert.
“Hilfe. Ich stecke in einer Karaoke-Bar!”
“Da ist die Welt noch in Ordnung”
“Bin im Climax. Wo bist du?”
“Da ist die Welt noch in Ordnung”
Und wenn ich jetzt hier einfach aussteige und einen eigenen Dorf-Blog starte? unteraichen.tv?
Bin froh, als die U6 wieder auf gewohnten Bahnen und vertrauten Gleisen fährt. Bahnhof Möhringen. Hier kenn ich mich aus. Wie in meiner Jeanswestentasche. Dies war mal meine Hood. Damals, als Hood noch Heimat hieß.
Hier steigen ein paar Neuntklässler meiner alten Schule ein. KCG. Königin-Charlotte-Gymnasium. Das Salem Stuttgarts. Sie lästern über die Lehrer und ich spitz die Ohren, ob ich noch einen erkenne. Aber sie lästern nur über lebende Lehrer.
(you never know. Elite-Gymmie, wird später Anwalt, will seine Ömme hier nicht sehen, verklagt uns und aus die Maus. Die da dann keinen Faden mehr abbeisst.)
Die jungen Leute verwenden Worte wie “proaktiv” und sagen Sachen wie “ich hab die Aufgabe nicht verstanden. Hab dann einfach irgendwas reingeschrieben.” Das kenn ich nur zu gut. Geht mir jeden Tag so. Kinder, möchte ich rufen, das wird sich nie mehr ändern in Euerm Leben. Ihr werdet immer zu wenig Zeit für die Aufgabe haben und den Mittelteil nicht verstehen! So ist das Leben eben.
Wieso, frage ich mich, riechen die Jungs heute eigentlich alle wie kleine Erwachsene? Menschgewordene Duftpröbchen, die sich kein Coolwater leisten können und deshalb zum Axe-Ersatz greifen müssen.
Unsere kleine Nostalgiereise über 2 Verbundzonen voller Eisenbahnromantik kommt zum Zwischenstopp Peregrinastraße. Schöner Name. Nur: wer war das – oder was ist das? Als ich das später am Tag google, antwortet das Interweb: “Peregrina ist ein passender Name für eine Tochter.” Danke babyvornamen.de! Sollte ich mal eine Tochter oder eine Straße bekommen, dann möge sie bitte auch Peregrina heißen.
Ab Sonnenberg wird’s sichtbar urbaner. Aus Suburb wird Urb. Aus Vorort langsam Stadt. Die Menschen. Die Mode. Die Sprache – alles metamorpht von einem Kauderwelsch zu richtigem Deutsch. Vor allem die Mode.
Dann hält unsere kleine U6 Holzeisenbahn an der Weinsteige. Immer muss ich dabei schmunzeln. Nicht, weil da heute Heimat ist. Sondern weil beim Sommermärchen 2006 ein Unbekannter im Fußi-Rausch mit Original VVS-Typo aus dem Wörtchen “Weinsteige” seinen WM-Helden “SchWeinsteigeR” gezaubert hat. Wenn der, der das war, das hier liest, sei er gegrüßt und ich vor ihm niedergekniet.
Dann fällt mir wieder die Geschichte von unserem Besuch aus Bremen ein. Die stiegen damals in Degerloch in die 6 und am Olgaeck schnell wieder aus, weil sie Spuckerle machen mussten. So steil und so kurvig war das damals für die Norddeutschen.
Wir fahren weiter und für einen kurzen Moment hoffe ich, die 6 würde nicht in diesen Tunnel tauchen. Sondern wie früher oberirdisch und mitten auf besagter Weinsteige runterfahren. So wie früher. Mit dem besten Blick der Welt. Auf die schönste Hometown der Welt. Stuttgart-City.
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