Wildgänse in Stuttgart: Die Stadt startet ein strukturiertes Management

Stuttgart liebt seine Seen, Parks, Wiesen. Stuttgart liebt auch Tiere. Aber Stuttgart liebt eines ganz sicher nicht: wenn die Nil- und Graugänse jede Liegewiese, jeden Uferweg und jedes Freibad flächendeckend VOLLKACKEN.

Und zwar so, dass man eher Slalom läuft als spaziert. Genau das passiert seit Jahren und die Beschwerden steigen. Die Stadt reagiert jetzt mit einem offiziellen Wildgänsemanagement, das seit Ende November läuft.

Nilgans-Peak am Eckensee, Max-Eyth-See und in den Bädern

Die invasive Nilgans breitet sich bundesweit rasant aus und Stuttgart ist ein Premium-Spot für sie. Viel Wasser, viel Gras, viel Futter. Klingt nett, führt aber zu massiven Verschmutzungen, Schäden und Lärm. Laut Stadt sind vor allem Eckensee, Max-Eyth-See und die Freibäder stark betroffen.

Was passiert jetzt?

Die Stadt und das Land ziehen ein dreijähriges Pilotprojekt auf, das mehrere Bausteine kombiniert und auf ein Bündel an Maßnahmen, das an die jeweiligen Flächen angepasst wird. Dazu gehört ein kontinuierliches Monitoring, das Bestände und Entwicklungen der Wildgänse erfasst. Ergänzend läuft eine breitere Öffentlichkeitsarbeit, die über Verhalten, Konflikte und Regelungen informiert.

Fütterungsverbote dienen als präventiver Baustein und werden durch lebensraumverändernde Eingriffe ergänzt, die bestimmte Bereiche für Gänse weniger attraktiv machen. Auch Vergrämungsmaßnahmen kommen zum Einsatz, um stark belastete Zonen zu entlasten.

Die Behandlung von Gelegen steuert die weitere Bestandsentwicklung, und dort, wo es rechtlich möglich und fachlich notwendig ist, erfolgen jagdliche Eingriffe.

Alles abgestimmt auf einzelne Flächen, denn der Konflikt ist überall anders gelagert. Und er wird größer: Die Zahl der Gemeinden mit Nilgans-Brutnachweisen hat sich landesweit von 78 auf 677 erhöht. Ein Sprung, der zeigt, warum das Thema in Stuttgart jetzt ernst genommen wird .

Warum das Ganze?

Weil Stuttgart seine Parks und Ufer braucht. Weil niemand Lust auf Dauerschmutz und Dauerlärm hat. Und weil koordiniertes Management besser funktioniert als jährliches Wegwischen und Schulterzucken. Der Wildtierbericht 2024 empfiehlt genau diese Strategie, jetzt landet sie im Stadtgebiet .

Fazit

Die Gänse bleiben Teil des Stadtbilds. Aber Stuttgart will zurück zu Flächen, die man wieder nutzen kann, ohne ständig nach unten schauen zu müssen. Ein pragmatischer, klarer Schritt, der das Verhältnis zwischen Stadt und Wildgans neu sortieren soll.

Wenn’s läuft, wird der Schlossgarten wieder entspannter, die Seen wieder genießbarer und die Freibäder wieder Freibäder. Bis dahin heißt es: beobachten, anpassen, durchziehen.

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