
Die Stuttgarter Urkatastrophe ist eingetreten: Das Mineralbad Berg bleibt nach einem massiven Wasserschaden monatelang geschlossen. Ausgerechnet jetzt, kurz vor Pfingsten, mitten in der ersten stabilen Sommerphase und nur wenige Jahre nach der aufwendigen Sanierung. Für viele im Stuttgarter:innen fühlt sich das wohl an wie ein kollektiver Systemfehler im Freibad-Kosmos, manche andere wiederum waren ja noch nie im Bad Berg.

In der Nacht vom 11. auf den 12. Mai wurde der Technikbereich des Bads nach Angaben der Stadt durch einen Schaden an einer Hauptwasserleitung geflutet. Mehr als 1.000 Quadratmeter Kellerfläche standen teilweise über einen Meter unter Wasser.
Die Schäden an Gebäudestruktur und Badewassertechnik sind offenbar so gravierend, dass eine Wiedereröffnung vor Ende der Sommersaison aktuell ausgeschlossen wird. Dabei war das NEUNER erst 2020 nach jahrelanger Sanierung wieder an den Start gegangen.

Ganz verloren ist der Ort allerdings nicht. Die Außengastronomie, Sportanlagen und Grünflächen bleiben geöffnet. Wer also wenigstens kurz auf einer der berühmten bunten Liegen im Berg-Areal landen möchte, kann das weiterhin tun (und dabei auf einen Bauzaun starren). Schwimmen geht jedoch bis auf Weiteres nicht. Aber vielen Stuttgarter:innen auf der Rolexwiese ging’s ja auch nie darum, gell.

Die Stadt versucht parallel, den Ausfall abzufedern. Ab dem 9. Juni öffnet deshalb das Stadtbad Heslach zusätzlich während der Sommerzeit. Das Leo-Vetter-Bad wurde geprüft, soll aber wegen der intensiven Nutzung durch Schulen und Vereine nicht als Ersatz dienen.
Wie lange die Reparaturen tatsächlich dauern, kann derzeit niemand seriös sagen. Viele Anlagen müssen gereinigt, getrocknet, repariert oder komplett ersetzt werden. Manche Ersatzteile seien Spezialanfertigungen.
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