
Die Haushaltskrise der Stadt drückt und die Verwaltung schaut auf neue Einnahmequellen. Im Fokus: die Hundesteuer. Seit fast drei Jahrzehnten unverändert, soll sie nun nach Empfehlung der Verwaltung deutlich angehoben werden. Fix ist das allerdings nicht. Der Gemeinderat muss darüber im Zuge der Haushaltsberatungen für 2026/2027 entscheiden.
Vorschlag liegt auf dem Tisch
Die Verwaltung will dem Gemeinderat eine Anhebung vorschlagen. Im Raum steht eine Erhöhung zwischen 30 und 50 Prozent. Für den ersten Hund könnte das künftig 162 Euro im Jahr bedeuten, für Kampfhunde bis zu 918 Euro. Noch handelt es sich nur um Szenarien, die in die Beratungen eingebracht werden.
Zahlen, die für Diskussion sorgen
In Stuttgart leben aktuell über 16.000 Hunde, fast 5.000 mehr als 2009. Bislang kostet ein Hund im Jahr 108 Euro, jeder weitere im Haushalt 216 Euro. Bei Kampfhunden liegt die Steuer bei 612 Euro. Diese Sätze gelten seit 1996. Nun könnte das erste Mal seit fast 30 Jahren nachjustiert werden.
Kampfhunde und Sonderregelungen
Interessant: Während Standardhunde teurer werden sollen, bleibt der Satz für Kampfhunde stabiler. Für Zweittiere gibt es keine Verdoppelung. Auffällig ist auch, dass die Zahl dieser Hunde in Stuttgart wieder steigt. Nach einem Tiefststand 2014 mit nur 58 Tieren sind es inzwischen 159.
Einnahmen und Ausgaben
Sollte der Vorschlag umgesetzt werden, rechnet die Stadt mit Mehreinnahmen von rund 600.000 Euro, insgesamt also über 2,6 Millionen Euro pro Jahr. Einen direkten Gegenwert gibt es für Halterinnen und Halter nicht, da es sich um eine Steuer handelt. Immerhin: Stuttgart verteilt jährlich 4,5 Millionen Hundekot-Tüten über rund 400 Spender. Rechnerisch wären für alle Hinterlassenschaften jedoch zwölf Millionen Beutel nötig.
Kritik und soziale Dimension
Schon in der Vergangenheit wurden Erhöhungen abgelehnt, auch mit dem Argument, dass Hunde für viele ältere Menschen ein wichtiger sozialer Anker sind. Klar ist aber auch: Die Zahl der Tiere steigt, die Kassenlage ist angespannt. Ob der aktuelle Vorschlag eine Mehrheit findet, wird sich erst in den kommenden Haushaltsrunden zeigen. Für Hunde aus dem Stuttgarter Tierheim gilt weiterhin eine Steuerermäßigung von 50 Prozent.
