Die Mission Titelverteidigung läuft, aber wenn der VfB Stuttgart am 23. Mai im Berliner Olympiastadion um den DFB-Pokal gegen den SCHEISS FCB spielt, bleibt die große gemeinsame Leinwand im Kessel in diesem Jahr aus. Ein zentral organisiertes Public Viewing wird es 2026 nicht geben.

Die Stadt und der Verein haben im Vorfeld mehrere Szenarien geprüft. Weder der Schlossplatz noch der Cannstatter Wasen stehen als Austragungsorte zur Verfügung. Auch die MHP Arena wurde in die Analyse einbezogen, am Ende jedoch aus organisatorischen und technischen Gründen ausgeschlossen. Der Aufwand hätte sich auf dem Niveau eines regulären Spielbetriebs bewegt, gleichzeitig war ein niedrigschwelliges Angebot für Fans angedacht, diese Konstellation ließ sich nicht belastbar abbilden.
Der Schlossplatz ist am Finaltag bereits vollständig verplant. Denn dort, lange geplant, 30 Jahre 0711 gefeiert, das die Stuttgarter HipHop-Geschichte als Family Jam auf die zentrale Bühne der Stadt bringt. Massive Töne kuratieren den Abend, dazu kommt ein breites Line-up mit Afrob, Clueso, Cora E, Das Bo, Harris, Jan Delay, Marteria, Max Herre, den Stieber Twins und Toni L. Das Konzert war innerhalb weniger Stunden nach dem Drop im November 2025 ausverkauft.
Auch der Cannstatter Wasen fällt aus dem Raster. Nach dem Frühlingsfest fehlt das notwendige Zeitfenster, um die Infrastruktur für ein Event dieser Größenordnung aufzubauen. Abbau und Neuaufbau lassen sich in der kurzen Übergangsphase nicht umsetzen.
Ein Blick auf das Vorjahr zeigt die Dimension. Rund 35.000 Menschen hatten das Finale gemeinsam auf dem Schlossplatz verfolgt. Diese Verdichtung an einem Ort wird es diesmal nicht geben. Stattdessen verteilt sich das Geschehen über die ganze Stadt. Gastronomie, Vereinsheime und private Räume werden zu dezentralen Treffpunkten, ein vielschichtiges Bild aus kleinen Settings ersetzt die große Bühne.
