Teehaus Stuttgart: Daten, Sonnen, Panorama genießen

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Kennen alle, mögen alle, das berühmte Teehaus Stuttgart! Vor drei, vier Jahren kam ich auf die Idee, zum Fernsehturm zu joggen. Mach ich nicht oft, wenn dann am Sonntag. West, Marienhospital, Eiernest, Waldfriedhof, Degerloch, Turm, evt. Abstecher durch den Wald dort oben und dann wieder über den Bopserwald runter. Und da hab ich es erst entdeckt. Bäm. Zone 10. Sag ich nur. Haltestelle Bopser. Oder hinlaufen. Oder sein Einrad hochschieben. Und dabei irgendetwas jonglieren. Oder trommeln. Oder ne Runde slacklinen.

Da der Fernsehturm vorerst Fjuuh-mässig weggebrochen ist, ist das Teehaus eine gute, (fast) innerstädtische Alternative zum Fjuuhen. Sieht so aus…

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…oder so..

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…oder ganz romantisch die Bäume geschossen.

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Das Teehaus wurde 1913 im sogenannten Weissenburg-Park erbaut und  “liegt so gesehen also im Burggraben der ehemaligen Weissenburg”. Für mehr Geschichte hierhin gehen.

Innen – leider keine Bilder gemacht – gibt es von März bis Oktober bisschen was zum Futtern und je intensiver die Sonne, desto intensiver die Belegung der Sitzmöglichkeiten, logisch. Durchjoggen aber doch eher unangebracht, weil was ich so sommers gesehen habe, herrscht am Teehaus oft hoher Style-Faktor. Da gehste in der stinkenden Lauftights unter wie der HSV am Samstag in München. Muss wiederum aber schon richtig warm sein, am Ostermontag war es den meisten noch zu kalt, in der dünnluftigen Halbhöhenlage. Viele bleiben am Basislager U-Bahn-Haltestelle Bopser hängen und geben auf. Ist auch noch recht steil bis zum Ziel. Der Weg lohnt sich.

www.teehaus-stuttgart.de

Teehaus Stuttgart: Daten, Sonnen, Blick über den Kessel

Stuttgart spielt seine Topografie aus, und über dem Bopser entsteht daraus ein Ort, der sich wie ein natürlicher Resonanzraum anfühlt. Das Teehaus Stuttgart liegt genau hier, leicht erhöht, mit freiem Blick über den Kessel. Wer nach Daten, Sonnen und Chillen sucht, landet früher oder später an diesem Punkt.

Der Zugang ist unkompliziert. Ein paar Schritte den Hang hoch, und die Stadt öffnet sich. Dächer, Grünflächen, Straßen, alles liegt wie ein Panorama vor einem. Kein Setup nötig. Hinsetzen, schauen, ankommen. Das Teehaus funktioniert als Treffpunkt, ohne sich aufzudrängen.

Für Dates hat der Ort eine eigene Logik. Kein durchgetakteter Ablauf, kein Zwang zur Inszenierung. Man trifft sich, läuft gemeinsam hoch, und der Blick übernimmt. Gespräch entsteht aus der Situation, nicht aus Vorbereitung. Das macht das Teehaus Stuttgart zu einem der stabilsten Date-Spots der Stadt.

Sonnen passiert hier fast automatisch. Die Lage über dem Bopser fängt das Licht ein, der Blick bleibt offen, die Zeit dehnt sich ein wenig. Freundeskreise verteilen sich auf den Wiesen, einzelne Leute sitzen für sich, alles wirkt wie ein organisches Netzwerk aus kleinen Momenten.

Das Teehaus Stuttgart ist damit kein Geheimtipp, sondern ein gesetzter Punkt im Stadtraum. Einer, der immer wieder angesteuert wird, weil er liefert. Aussicht, Atmosphäre, Zugang. Stuttgart in einer klaren, direkten Form.

Wer den Kessel einmal von oben lesen will, beginnt genau hier.

4 replies on “Teehaus Stuttgart: Daten, Sonnen, Panorama genießen”
  1. says: J

    War ich erst letzten Sommer und hab mich schon durchbruzeln lassen, also – sichtlich. Aber da hochjoggen, Respekt.

  2. says: Frau Doktor

    Ach was, ich war da schon in der zünftigen Outdoor-Montur nach drei Stunden Stuttgart Rundwanderweg im Hochsommer – da muss man einfach mit genügend Selbstbewusstsein auftreten.

  3. Teehaus war oft unser bevorzugtes Ostereiersuchrevier. Aber nur wenn schon die Primeln und der Sommer sprossen. Wenn Ogtern in den Winter fällt, suchen wir oben in Möhringen, da ist dann mehr Schnee.

  4. says: Martin Sp.

    Achja, Teehaus. Schöne Erinnerungen. Auf dem Dach vom Marmorsaal habe ich ja vor einigen Jahren die Sonnenfinsternis beobachtet. Naja, mehr oder weniger. Eher meinen Regenschirm. Damals wohnte ich noch nicht in Stuttgart. Gepachtet hatte Marmorsaal und Teehaus das damals eine Bekannte von mir, zu der ich leider den Kontakt verloren habe.

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