
Taschengeld für Kinder und Teenager – wie viel, ab wann, wofür?
Taschengeld ist mehr als nur ein bisschen Kleingeld fürs Eis oder für Sticker im Schulranzen. Es ist ein erster Schritt Richtung Selbstständigkeit. Kinder lernen, mit Geld umzugehen, Prioritäten zu setzen und manchmal auch, dass ein Monat ganz schön lang sein kann. Aber wie viel Taschengeld ist sinnvoll? Ab welchem Alter geht’s los? Und wie verändert sich das Ganze im Teenager-Alter?
Warum Taschengeld wichtig ist
Taschengeld ist ein Übungsfeld. Kinder und Jugendliche erfahren, dass Geld endlich ist. Sie machen ihre eigenen Erfahrungen, sparen, geben aus, bereuen, freuen sich. All das ohne erhobenen Zeigefinger – einfach durchs eigene Handeln. Wer früh lernt, mit Geld umzugehen, hat’s später leichter.
Ab wann sollten Kinder Taschengeld bekommen?
Die meisten Expert:innen empfehlen: ab dem 6. Lebensjahr, also zum Schulstart, kann’s losgehen. Jüngere Kinder haben oft noch kein klares Zeitgefühl, können schwer mit Zahlen umgehen und überblicken nicht, was Geld wert ist.
Ab 6 Jahren entwickelt sich das langsam. Ein wöchentlicher fixer Betrag ist für Grundschulkids ideal. Monatsbeträge kommen später, wenn sie mit längeren Zeiträumen umgehen können.
Altersstufen & Empfehlungen: Wie viel ist okay?
Hier eine grobe Orientierung – am Ende entscheidet natürlich jede Familie selbst, was passt.
6–7 Jahre (1. und 2. Klasse)
Empfehlung: 50 Cent bis 2 Euro pro Woche
Intervall: wöchentlich
Wichtig ist hier die Regelmäßigkeit. Jeden Montag, jeden Freitag – egal. Hauptsache fix. Keine Extrazahlungen zwischendurch. So lernen Kinder, mit dem auszukommen, was da ist.
8–9 Jahre
Empfehlung: 2 bis 3 Euro pro Woche
Intervall: wöchentlich
Langsam können kleinere Sparziele dazukommen. Zum Beispiel ein Buch, ein Spielzeug. Helft gern beim Einteilen, aber lasst die Kids selbst entscheiden.
10–11 Jahre
Empfehlung: 12 bis 16 Euro im Monat
Intervall: Monatsbetrag (eventuell wöchentlich starten, aber langsam umstellen)
Mit 10 Jahren verstehen viele Kinder schon, was ein Monat bedeutet. Hier lohnt sich der Schritt zur Monatszahlung. Es wird konkreter: Zeitschriften, Apps, kleine Geschenke für Freund:innen.
12–13 Jahre
Empfehlung: 17 bis 20 Euro pro Monat
Jetzt wird’s realistischer. Teenager haben andere Interessen: Kino, Online-Shopping, Snacks unterwegs. Zeit, über Budgetplanung zu reden – ohne Druck, einfach im Alltag.
14–15 Jahre
Empfehlung: 22 bis 30 Euro pro Monat
In diesem Alter dürfen Jugendliche anfangen, mehr Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht auch mal selbst ein größeres Ziel setzen: Kopfhörer, Spiele, Klamotten.
16–17 Jahre
Empfehlung: 35 bis 50 Euro pro Monat
Wer nebenbei jobbt, kann einen Teil selbst verdienen. Taschengeld kann reduziert oder ergänzt werden. Wichtig: Klare Absprachen. Wer zahlt was? Was ist „Luxus“, was ist Alltag?
Tipps für Eltern – worauf sollte man achten?
1. Regelmäßigkeit zählt
Taschengeld muss pünktlich kommen. Kein Bonus, kein Druckmittel, keine Strafe. Es ist keine Belohnung – es ist Lernstoff.
2. Keine Bedingungen knüpfen
Hausaufgaben gemacht? Zimmer aufgeräumt? Schön. Aber das hat nichts mit Taschengeld zu tun. Sonst wird’s ein Machtspiel.
3. Selbst entscheiden lassen
Fehlkäufe gehören dazu. Lernprozesse auch. Nicht reinquatschen. Beraten ja, bestimmen nein.
4. Größere Wünsche? Helft beim Sparen
Ein Skateboard? Ein teures Game? Ihr könnt anteilig helfen, wenn das Ziel realistisch und durchdacht ist.
5. Transparenz & Gespräche
Redet regelmäßig über Geld. Was kostet was? Wie viel gebt ihr selbst für Dinge aus? Kinder dürfen wissen, wie ein Budget funktioniert.
Extra: Sollten Kinder fürs Mithelfen im Haushalt Geld bekommen?
Kurze Antwort: Nein, nicht fürs Alltägliche. Wer mit der Familie lebt, hilft mit. Punkt. Wenn’s mal um außergewöhnliche Aufgaben geht – Keller aufräumen, Möbel streichen – kann man über kleine Extras reden. Aber: Das ist dann kein Taschengeld, sondern ein „Job“.
Fazit: Taschengeld ja – aber mit Plan
Taschengeld ist keine Wissenschaft, aber ein wertvolles Tool. Klare Regeln, gute Kommunikation und Vertrauen machen’s einfach. Kids und Teens lernen Schritt für Schritt, was Geld kann – und was nicht. Und irgendwann zahlen sie dann euer Sushi beim Familienabend. Vielleicht.
