Stuttgarts mystische Fahrradbrücken: das Bosch Parkhaus auf der Messe

Alle kennen es. Dieses riesige, graue Monster über der A8. Zwei mächtige „Finger“ aus Stahl, gespreizt über die Autobahn, eine Konstruktion wie aus einem Zukunftsfilm – oder wie die Planer:innen vor über 20 Jahren die Zukunft damals definierten.

Was vielleicht viele nicht wissen, zumindest die Nicht-Filder-Bikers: Das Bosch-Parkhaus ist nicht nur Parkplatz für 4.200 Autos. Es ist Brücke, Skulptur, Portal. Und für Radfahrer:innen: ein absolut surrealer Shortcut zwischen Messe, Flughafen und Plieningen.

Zwischen den beiden gewaltigen Baukörpern verläuft, von außen kaum sichtbar, ein breiter Weg für Fußgänger:innen und Radler:innen. Auf Höhe der ersten Parkebene zieht sich ein Korridor aus Licht und Beton von den Feldern rüber zum Messegelände – oder andersherum.

Die Jungfernfahrt ist nahezu eine überirdische Grenzerfahrung. Wer hier mit dem Fahrrad durchfährt, erlebt Stuttgart kurz in einer anderen Dimension. Keine Autos, kaum Menschen, nur das Surren der Reifen, der Hall des Raumes, die Ruhe zwischen den Stahlträgern. Zumindest, wenn gerade keine Messe stattfindet. Das Ding ist dann einfach so gut wie leer.

Es fühlt sich an, als würde man durch einen riesigen Maschinenkörper gleiten. Fast meditativ. Und gleichzeitig monumental. Neben und über einem: 13.400 Tonnen Stahl. Unter einem: die A8, der Strom der Motoren, dieser typische, repetitiv Autobahn-Loop-Sound, der nie endet, nicht mal nachts.

Das Bosch-Parkhaus ruht wie ein Gigant über den Fahrspuren und lässt einen selbst sanft hindurchziehen, übrigens gebaut mit fast doppelt so viel Stahl wie der Eiffelturm. Paris hat Romantik, wir haben Parkdeck B bis G. Nicht nur mit dem Auto erlebbar.

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