
Wahrzeichen von Stuttgart. Wer kennt sie nicht. Das Gelb strahlt im Beton-Glas-Ensemble am Hauptbahnhof. Seit 30 Jahren steht sie dort, Kunstwerk und begehbare Hebebühne, die zwei Levels verbindet. Mystisch, fast unerschütterlich, am Rande der S21-Großbaustelle, inmitten von Angeber-Architektur, im Zentrum der Stuttgarter HBF-Dysfunktion, das Anti-Welcome-Center der Stadt.
Die “Bridge/Ramp” von Siah Armajani wirkt wie ein Fremdkörper und fügt sich doch selbstverständlich ein. Ein Kontrast, ein Lichtblick in diesem Hof. Einzigartig, deplatziert wie integriert. Über 30 Jahre ist sie nun Teil der Stadt und längst zu einem Stuttgarter Wahrzeichen geworden.
Armajani, 1939 in Teheran geboren und später in den USA lebend, sah seine Kunst immer als Angebot an die Öffentlichkeit. Brücken, Stege, Übergänge, die benutzt werden, nicht nur betrachtet. Die gelbe Rampe im Innenhof der LBBW zeigt genau das.
Die strengen Gitter in Grau und Gelb erinnern an einen Käfig. Wer sie betritt, spürt, wie der Raum enger wird, wie Bewegung bewusster wahrgenommen wird. Der Weg zwischen Bahnhof und Bank wird zur Erfahrung, unscheinbar und zugleich prägnant.
Bridge/Ramp ist kein Schmuck, sondern eine Landmark. Ein Kunstwerk, das seit drei Jahrzehnten überlebt, trotz Dauerprovisorien, Großprojekten und Abrisskanten in der Area. Gelb im Grau, ein Signature-Objekt, das sich nicht aufdrängt und trotzdem alle kennen.

