Stuttgarter Rössle: Stadt richtet E-Lastenrad-Programm neu aus

E-Lastenräder des Mietprogramms „Stuttgarter Rössle“ im Stuttgarter Stadtbild
Ferdinando Iannone/Stadt Stuttgart

In Stuttgart rollen sie längst durch viele Quartiere. Große Transportkisten vorne, Kinder drin, Wocheneinkauf daneben. E-Lastenräder gehören inzwischen sichtbar zum Stadtbild. Mit dem Mietprogramm „Stuttgarter Rössle“ will die Stadt genau diesen Wandel im Alltag unterstützen. Jetzt wird das Programm neu ausgerichtet.

Fokus künftig stärker auf Familien mit wenig Einkommen

Das Interesse an den städtischen Lastenrädern bleibt hoch. Inzwischen umfasst die Flotte 126 E-Lastenräder, dennoch existiert weiterhin eine Warteliste. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik hat deshalb Anfang März beschlossen, das Programm künftig stärker sozial auszurichten.

Neue Mietverträge sollen vor allem an Familien mit gültiger FamilienCard oder Bonuscard + Kultur vergeben werden. Ziel ist ein privilegierter Zugang für Haushalte mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten. Bereits laufende Mietverträge bleiben bestehen, auch die bestehende Warteliste wird weiterhin geführt. Frei werdende Räder können dadurch regelmäßig neu vergeben werden.

Neue Tarife für das Mietangebot

Mit der Neuausrichtung werden auch die Preise angepasst.

Die monatlichen Tarife steigen moderat:

  • bisher 20 Euro ? künftig 24 Euro
  • bisher 30 Euro ? künftig 36 Euro

Für bestehende Mietverhältnisse ohne Sozialpass erhöht sich die monatliche Miete ab Juli 2026 von 50 auf 76 Euro. Versicherungsbeitrag und Kaution bleiben unverändert.

Die zusätzlichen Einnahmen sollen wieder ins System zurückfließen. Die Stadt plant damit weitere Räder anzuschaffen und das Angebot schrittweise zu erweitern.

Förderprogramm für Kauf von Lastenrädern beendet

Parallel endet ein anderes Kapitel der Stuttgarter Mobilitätspolitik. Das Förderprogramm „E-Lastenräder für Stuttgarter Familien“, das seit 2018 lief, wurde Ende 2025 abgeschlossen.

In dieser Zeit wurden über 2.200 Lastenräder gefördert. Der Abschlussbericht bescheinigt dem Programm eine deutliche Wirkung. Viele Familien ersetzten Autofahrten durch Fahrten mit dem Lastenrad. Laut Befragung betrifft das mehr als 94 Prozent der Wege beim Transport von Kindern oder beim Einkaufen.

Ein Teil der Förderung war zudem an einen Nachhaltigkeitsbonus gekoppelt. Familien erhielten ihn, wenn sie über drei Jahre hinweg auf ein Auto verzichteten oder ein Fahrzeug weniger im Haushalt hatten.

Sichtbares Verkehrsmittel im Alltag

Mit der Förderung wollte die Stadt mehrere Ziele erreichen. Weniger Abgase, mehr Bewegung im Alltag und eine stärkere Präsenz von Fahrrädern im Stadtverkehr. Heute gehören die großen Räder mit Transportbox längst zum Panorama vieler Viertel. Vor Kitas, auf dem Weg zum Markt, beim Wocheneinkauf.

Mit der neuen Ausrichtung des Mietprogramms setzt Stuttgart den nächsten Schritt. Weniger Förderprogramme, dafür ein gezieltes Angebot für Familien, die im Alltag wirklich davon profitieren können.

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