
Der Kessel schwitzt. Seit Tagen drückt die Hitze auf die Stadt, Regen bleibt Mangelware und selbst die sonst eher unscheinbaren Bäche führen deutlich weniger Wasser als gewohnt. Die Folgen sind inzwischen so spürbar, dass die Landeshauptstadt eingreift: Ab dem 26. Juni gilt in Stuttgart ein Entnahmeverbot für Wasser aus Bächen, Flüssen und Seen.
Hintergrund sind die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen, die die Wasserstände sinken lassen. Gleichzeitig erwärmen sich die Gewässer stärker. Für Fische, Wasserpflanzen und zahlreiche Kleinlebewesen wird die Situation zunehmend kritisch. Besonders betroffen sind empfindliche und seltene Arten wie der bundesweit stark gefährdete Steinkrebs.
Das Amt für Umweltschutz hat deshalb eine Allgemeinverfügung erlassen. Sie untersagt sämtliche Wasserentnahmen im Rahmen des sogenannten Gemeingebrauchs. Wer bislang Wasser mit Eimern, Pumpen oder Schläuchen aus Bächen oder anderen Gewässern für den privaten Gebrauch entnommen hat, muss darauf künftig verzichten. Das Verbot gilt zunächst bis einschließlich 31. August, kann bei anhaltender Trockenheit jedoch verlängert werden.
Die Maßnahme zeigt, wie angespannt die Lage inzwischen ist. Viele der kleineren Gewässer im Stuttgarter Stadtgebiet führen aktuell nur noch geringe Wassermengen. Jeder zusätzliche Eingriff verschärft die Situation weiter. Was im Alltag nach wenigen Litern aussieht, kann für die Ökologie eines ohnehin belasteten Bachlaufs bereits einen spürbaren Unterschied machen.
Wer das Verbot missachtet, riskiert empfindliche Konsequenzen. Die Stadt weist darauf hin, dass Geldbußen von bis zu 100.000 Euro möglich sind.

