
Über 10.000 zufällig ausgewählte Stuttgarterinnen und Stuttgarter wurden eingeladen, an der 16. Stuttgart-Umfrage teilzunehmen. Mehr als 4.000 haben geantwortet – eine Rücklaufquote von 40 Prozent, die zeigt, dass die Menschen im Kessel ihre Stadt aktiv mitgestalten wollen.
Das Gesamtbild: 76 Prozent leben gerne in Stuttgart. Die wahrgenommene Lebensqualität bleibt stabil und liegt im Kommunalbarometer bei 69 Punkten. Damit knüpft die Stadt an das Niveau der letzten Befragung an, auch wenn frühere Höchstwerte aus den Nullerjahren nicht erreicht werden. Von einem Abwärtstrend ist nichts zu sehen.
Zufriedenheit und Ärgernisse
Top-Bewertungen gibt es bei Einkaufsmöglichkeiten, Jobs, Kultur und Hochschulen – alles zwischen 73 und 77 Punkten. Auf der anderen Seite die bekannten Problemfelder: Wohnen ist mit nur 28 Punkten klar das Schlusslicht. Auch Parkplätze und die Nähe zum Neckar bleiben Negativthemen.
Leichte Rückgänge zeigt die Umfrage bei Müllabfuhr, medizinischer Versorgung und öffentlicher Sicherheit. Positiv entwickelt haben sich dagegen Radverkehr (plus 4 Punkte) und Ladeinfrastruktur für E-Autos (plus 8 Punkte).
Die größten Probleme
Angeführt wird die Liste von zwei Dauerbrennern: zu hohe Mieten und zu viele Baustellen – beide nennen 69 Prozent der Befragten. Knapp dahinter das mangelnde Wohnungsangebot mit 59 Prozent. Neu in den Top 5: falsch abgestellte E-Scooter, die fast die Hälfte der Befragten nerven. Der Verkehr insgesamt wird dagegen etwas entspannter gesehen, auch das Thema Parkplätze verliert leicht an Dramatik.
Deutlich gewachsen ist das Bewusstsein für gesellschaftliche Spannungen. Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und mangelnde Integration werden häufiger genannt als vor zwei Jahren. Mehr Menschen empfinden auch Unsicherheit in Bus und Bahn sowie auf den Straßen als Problem.
Stadtverwaltung und Finanzen
Das Ansehen der Stuttgarter Verwaltung konnte sich leicht erholen, nachdem 2023 ein Tiefpunkt erreicht war. Mit 54 Punkten gibt es zwar keinen großen Sprung, aber ein Signal, dass die Anstrengungen wahrgenommen werden. Auffällig: Persönlich wird die Verwaltung positiver gesehen als ihr Image in der breiten Öffentlichkeit.
Beim Blick auf den Haushalt zeigt sich ein klarer Wunsch nach Investitionen. 21 von 36 abgefragten Bereichen sollen aus Sicht der Befragten mehr Geld bekommen. Besonders Wohnungen, Kitas und Schulen stehen ganz oben. Gespart werden soll beim Straßenausbau.
Repräsentatives Stimmungsbild
Die Umfrage ist repräsentativ angelegt, Abweichungen gibt es nur bei jüngeren Menschen und bei Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, die unterrepräsentiert sind. Die Daten werden in den kommenden Monaten detailliert ausgewertet. Ein Dashboard mit interaktiven Ergebnissen ist bereits online zugänglich.
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