
Es war eines der wohl meistdiskutierten kommunalpolitischen Themen der vergangenen Monate. Das geplante neue Stuttgart Sign polarisierte wie kaum ein anderes Projekt. Die einen sahen darin einen touristischen Blickfang, die anderen ein Symbol für falsche Prioritäten. Jetzt ist die Debatte beendet.
Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, zieht die CDU-Fraktion ihre Pläne für den großformatigen Stuttgart Schriftzug zurück. Das ursprünglich vorgesehene Budget von 470.000 Euro soll stattdessen den vereinseigenen Schwimmbädern in Stuttgart zugutekommen, deren Finanzierung für das kommende Jahr gesichert werden soll.
Die Diskussion um den Schriftzug hatte sich weit über den Gemeinderat hinaus entwickelt. In sozialen Netzwerken wurde das Projekt vielfach belächelt und kritisiert. Viele Stuttgarterinnen und Stuttgarter stellten die Frage, ob ein weiterer riesiger Stadtname tatsächlich notwendig ist, während an anderer Stelle gespart werden muss.
Außerdem: Stuttgart besitzt längst ein eigenes Sign, vielleicht kein mega SPEKTAKULÄRES, aber ja. Der große Schriftzug auf der Königstraße wurde bereits zur UEFA EURO 2024 angeschafft und hat seitdem eine kleine Verwandlungsgeschichte hinter sich. Zunächst präsentierte er sich im EM Blau, später erhielt er einen schlichten grauen Anstrich und Anfang dieses Jahres schließlich seine markante gelbe Farbe.
Auch der Standort änderte sich. Heute steht das Stuttgart Sign auf der Königstraße in Richtung Schlossplatz und hat sich längst als fester Bestandteil der Innenstadt etabliert. Touristinnen und Touristen bleiben ebenso stehen wie Stuttgarterinnen und Stuttgarter. Das Sign hat sich ganz selbstverständlich zu einem der beliebtesten Fotospots der Innenstadt entwickelt und erfüllt damit genau den Zweck, den auch das geplante neue Projekt erreichen sollte.
Der geplante neue Schriftzug sollte ursprünglich auf dem Marktplatz entstehen und deutlich größer sowie multimedial bespielbar sein. Genau diese Idee entwickelte sich jedoch zu einem politischen Dauerbrenner. Statt Begeisterung dominierte Skepsis. Aus einem vermeintlichen Stadtmarketingprojekt wurde eine Grundsatzdiskussion über Prioritäten im städtischen Haushalt.
Nun endet das Kapitel, bevor überhaupt gebaut wurde. Das bereits vorhandene Stuttgart Sign auf der Königstraße bleibt damit vorerst der einzige große Schriftzug der Landeshauptstadt. Vielleicht zeigt die Entwicklung auch, dass Stuttgart den passenden Fotospot längst besitzt und es manchmal gar keinen zweiten Anlauf braucht.
P.S.: Vorm GeilPalais steht auch ein Stuttgart Sign

Facts
Geplantes Stuttgart Sign: Kommt nach monatelanger Kritik doch nicht.
Kosten: 470.000 Euro waren im Haushalt vorgesehen.
Neuer Einsatz der Mittel: Unterstützung der vereinseigenen Schwimmbäder.
Bestehendes Sign: Seit der UEFA EURO 2024 auf der Königstraße, heute in Gelb und beliebter Fotospot der Stuttgarter Innenstadt.
