Stuttgart Rosenstein: Erste Kostenprognose geht in die Milliarden

Foto: Arnim Kilgus/Stadt Stuttgart

Das Großprojekt Stuttgart Rosenstein nimmt Form an, aber der Weg dorthin wird lang und teuer. Die Stadtverwaltung hat jetzt erstmals eine offizielle Kostenprognose vorgelegt. Für Planung, Rückbau und Erschließung rechnet die Stadt mit 1,2 bis 1,6 Milliarden Euro. Grundlage ist eine Analyse von Drees & Sommer, Stand Ende 2024.

Diese Summe betrifft ausschließlich die vorbereitenden Arbeiten. Die eigentlichen Gebäude, also Wohnungen, Kitas, Schulen, soziale Einrichtungen oder Kulturorte, sind darin nicht enthalten. Dafür kalkuliert die Stadt weitere 1,4 bis 3,8 Milliarden Euro. Schon jetzt ist klar: Die Entwicklung wird Jahrzehnte dauern und viele Unbekannte bleiben.

Ein Stadtteil für die Zukunft, aber in weiter Ferne

Rund 10.000 Menschen sollen eines Tages im neuen Stadtteil Rosenstein leben. Damit wird das Areal in etwa so groß wie ein ganzer Stadtbezirk, vergleichbar mit Wangen oder Hedelfingen. Geplant ist ein Mix aus Wohnen, Arbeiten, Grünflächen und öffentlicher Infrastruktur.

Dass das Rosensteinviertel überhaupt entstehen kann, ist direkt an das Projekt Stuttgart 21 gebunden. Erst wenn der neue Tiefbahnhof vollständig in Betrieb ist und die Gleisanlagen zurückgebaut werden können, wird das Gelände zwischen Hauptbahnhof, Nordbahnhof und Rosensteinpark frei. Stuttgart 21 ist also nicht nur ein Bahnprojekt, sondern HAUPTSÄCHLICH die größte Stadterweiterung, die Stuttgart seit Jahrzehnten erlebt.

Doch noch liegt das Gelände brach und wird weiterhin als zentrale Baustellenfläche genutzt. Erst nach der Eröffnung des neuen Hauptbahnhofs ab 2027 kann der Rückbau beginnen. Danach folgen Artenschutzmaßnahmen und Bodenvorbereitungen. Frühestens Anfang der 2030er Jahre könnten die ersten Gebäude entstehen. Die vollständige Fertigstellung ist laut Stadt erst in den 2040er Jahren realistisch.

Zwischen Anspruch und Realität

Das Projekt ist eines der größten Stadtentwicklungsprogramme in der Geschichte Stuttgarts. Gleichzeitig steht es unter großem finanziellem Druck. Viele Ideen aus dem ursprünglichen Rahmenplan von 2019 gelten heute als kaum finanzierbar. Schon jetzt ist absehbar, dass Kompromisse notwendig werden.

Im Rathaus spricht man von einer langfristigen Investition, die sich über Jahrzehnte erstrecken wird. Tatsächlich stehen im Haushalt bislang nur geringe Summen für die Anfangsphase. Bis größere Mittel fließen, dürfte es noch dauern. Auch der Zeitplan ist noch offen.

Generationenprojekt mit ungewissem Tempo

Rosenstein und Stuttgart 21 sind untrennbar miteinander verbunden. Wenn in den 2040er Jahren alles fertig sein sollte, dann blickt Stuttgart auf ein Projekt zurück, das die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger seit 1994 begleitet hat. Vom ersten Bahnhofsmodell bis zu den letzten Bauzäunen am Rosensteinpark vergehen dann rund fünf Jahrzehnte Stadtentwicklung, Diskussion und Transformation.

Stuttgart Rosenstein wird die Stadt verändern, aber nicht von heute auf morgen. Zwischen Planung, Finanzierung und Umsetzung liegt ein weiter Weg. Wie schnell das Projekt tatsächlich vorankommt, hängt von Haushaltslage, Baukosten und politischen Entscheidungen ab. Klar ist nur: Das Rosensteinviertel bleibt ein Generationenprojekt mit offenem Ende.

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