Smart City Index 2026: Stuttgart zieht an München und Hamburg vorbei

Aerial cityscape with a tree-filled hill in the background, and a cluster of red-roofed historic buildings and a clock tower in the foreground.

Auch wenn sich der analoge Alltag in Stuttgart für viele Menschen gelegentlich wie ein einziger Hürdenlauf anfühlt, Stichwort BAUSTELLEN, rennt es bei der Digitalisierung umso besser.

Und zwar inzwischen allen davon: Stuttgart belegt 2026 erstmals Platz eins im Smart City Index des Digitalverbands Bitkom und ist damit Deutschlands digitalste Großstadt. München und Hamburg, die im vergangenen Jahr noch vor Stuttgart lagen, müssen diesmal hinter dem Kessel Platz nehmen.

Der Aufstieg kann sich sehen lassen. 2024 lag Stuttgart noch auf Rang sieben, 2025 ging es auf Platz drei, jetzt stehen 92,8 von 100 möglichen Punkten und die bundesweite Nummer eins. Besonders bemerkenswert ist die Breite: Stuttgart ist die einzige deutsche Großstadt, die in allen fünf untersuchten Kategorien unter den Top 10 landet.

Was misst der Smart City Index eigentlich?

Der Smart City Index wird seit 2019 jährlich vom Digitalverband Bitkom erstellt und untersucht, wie weit die Digitalisierung in deutschen Großstädten tatsächlich vorangekommen ist. 2026 findet das Ranking zum achten Mal statt. Untersucht werden alle 83 deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern.

Dabei geht es keineswegs nur darum, ob irgendwo schnelles Internet liegt oder eine neue App verfügbar ist. Der Index nimmt die digitale Stadt ziemlich umfassend auseinander. Insgesamt fließen 39 Indikatoren mit 174 einzelnen Parametern aus fünf gleich gewichteten Bereichen in die Bewertung ein: Verwaltung, Energie und Umwelt, IT und Kommunikation, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung.

Das reicht von Online Terminen im Bürgeramt, digitalen Verwaltungsleistungen und IT Sicherheit über Glasfaser, 5G und offene städtische Daten bis zu intelligenten Ampeln, Echtzeitinformationen im ÖPNV, Sharing Angeboten, Ladeinfrastruktur und digitaler Wärmeplanung. Selbst die Digitalisierung von Schulen, digitale Bürgerbeteiligung, Coworking Spaces und die lokale Digital Szene werden berücksichtigt.

Die Daten wurden zwischen April und Juli 2026 erhoben. Neben Angaben der Städte zieht Bitkom unter anderem amtliche Statistiken, Daten der Bundesnetzagentur, des Kraftfahrt Bundesamts und des Bundes heran. Die Angaben der Kommunen werden anhand ihrer Quellen geprüft und anschließend nach einem einheitlichen Verfahren bewertet.

Wichtig dabei: 100 Punkte bedeuten nicht, dass eine Stadt komplett durchdigitalisiert wäre. Die Punktzahl beschreibt den Vergleich mit den anderen untersuchten Großstädten. Wer 100 Punkte in einem Bereich erreicht, bildet dort den besten vorhandenen Wert im aktuellen Teilnehmerfeld ab.

Stuttgart punktet quer durch die Stadt

Und genau in diesem ziemlich breiten Vergleich steht Stuttgart 2026 ganz oben. Besonders stark schneidet die Stadt bei der Verwaltung ab. Mit 98 Punkten erreicht Stuttgart dort Rang drei und verbessert sich gegenüber dem Vorjahr um zwölf Plätze. Bei den untersuchten Leistungen des Onlinezugangsgesetzes erreicht die Landeshauptstadt 100 Prozent, weitere Punkte gibt es für die IT Sicherheit.

Auch Gesellschaft und Bildung kommen auf 96,2 Punkte, Mobilität auf 93,8 Punkte, IT und Kommunikation auf 88,5 Punkte sowie Energie und Umwelt auf 87,7 Punkte. In mehreren Einzelindikatoren erreicht Stuttgart die maximale Wertung.

Vom Virtuellen Amt bis zum Digitalen Zwilling

Hinter diesen Zahlen stehen zahlreiche Projekte, die zunehmend im Stuttgarter Alltag ankommen. Dazu gehören die digitale Wärmeplanung und das Energiemonitoring kommunaler Gebäude, der Digitale Zwilling für Mobilität und Umwelt sowie das Open Data Portal der Stadt.

Über das Virtuelle Amt können sich Bürgerinnen und Bürger bei ausgewählten Verwaltungsleistungen per Video beraten lassen. Hinzu kommen digitale Infrastruktur an Schulen, E Mobilität, datenbasierte Verkehrssteuerung und Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz. In der Kategorie Energie und Umwelt erreicht Stuttgart 2026 sogar Platz eins.

Von Platz sieben an die deutsche Spitze

Der Weg nach oben ging erstaunlich schnell. Platz sieben 2024, Platz drei 2025, Platz eins 2026. Stuttgart hat dafür in den vergangenen Jahren erheblich in digitale Infrastruktur, Verwaltung und entsprechende Strukturen investiert. Dazu gehören das Amt für Digitalisierung, Organisation und IT, die städtische Digitalisierungs GmbH und sogenannte Digital Mover in den einzelnen Fachämtern.

Während draußen also gebuddelt, umgeleitet, gesperrt und neu gebaut wird, läuft die digitale Transformation ziemlich erfolgreich. Deutschlands digitalste Großstadt kommt 2026 aus dem Kessel. Und apropos Baustellen: Lieber in einer Stadt leben, die sich in Schuss bleibt, als andersherum.

Facts: Stuttgart im Smart City Index 2026

Ranking: Platz 1 in Deutschland
Gesamtpunktzahl: 92,8 von 100 Punkten
Vorjahr: Platz 3
2024: Platz 7
Untersuchte Städte: 83 deutsche Großstädte
Herausgeber: Digitalverband Bitkom
Ranking seit: 2019
Untersuchung: 39 Indikatoren, 174 Parameter
Kategorien: Verwaltung, Energie & Umwelt, IT & Kommunikation, Mobilität, Gesellschaft & Bildung
Verwaltung: 98 Punkte
Gesellschaft & Bildung: 96,2 Punkte
Mobilität: 93,8 Punkte
IT & Kommunikation: 88,5 Punkte
Energie & Umwelt: 87,7 Punkte
Besonderheit: Stuttgart ist 2026 die einzige untersuchte Großstadt, die in allen fünf Kategorien unter den Top 10 landet.

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