Stuttgart Moving Image Center (SMIC): Gemeinderat beschließt 115-Millionen-Neubau

Copyright: Delugan Meissl Associated Architects, Wien, Österreich

Der Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart hat mit 41 zu 14 Stimmen den Baubeschluss für den Neubau des Hauses für Film und Medien (“Stuttgart Moving Image Center (SMIC9) gefasst. Mit dieser Entscheidung wird das Projekt an der Esslinger Straße konsequent weitergeführt. Die veranschlagten Gesamtkosten liegen bei 115 Millionen Euro.

Die Entscheidung fiel nicht leicht. Die Baukosten sind hoch, ebenso die erwarteten Betriebskosten, und sie passen nur schwer in die aktuelle Haushaltslage der Stadt. Gleichzeitig ist das Projekt längst kein theoretischer Plan mehr.

In den vergangenen Jahren sind bereits millionenschwere Vorleistungen erbracht worden, die Baugrube ist erstellt, zentrale Tiefbauarbeiten sind abgeschlossen (und waren sehr brachial & laut, Grüße vom Anmieter). Ein Stopp hätte nicht nur bereits investierte Mittel verloren gehen lassen, sondern an dieser prominenten Stelle über Jahre hinweg eine offene Brache hinterlassen.

In der Gesamtabwägung überwogen daher die Argumente für das Weiterbauen. Der Gemeinderat entschied sich dafür, die begonnene Baumaßnahme fortzuführen und den Standort sinnvoll zu vollenden, statt ihn auf unbestimmte Zeit ungenutzt zu lassen.

Das Haus für Film und Medien, künftig Stuttgart Moving Image Center, soll ein offener Ort für bewegte Bilder werden. Geplant sind zwei Kinosäle, Ausstellungsflächen, Studios, Werkstätten, Lernräume und eine öffentlich zugängliche Gastronomie. Film, Animation, Games und digitale Bildformate stehen gleichberechtigt nebeneinander. Nicht als abgeschlossene Schau, sondern als lebendiger Ort des Austauschs und der Vermittlung.

Copyright: Delugan Meissl Associated Architects, Wien, Österreich

Auch städtebaulich spielt der Neubau eine zentrale Rolle. Er schließt direkt an den entstehenden Mobility Hub an und wertet einen lange fragmentierten Bereich der Innenstadt neu auf. Begrünte Fassaden, Photovoltaik und ein energieeffizientes Gebäudekonzept sind fester Bestandteil der Planung.

Der Zeitplan ist klar gesteckt. Der Hochbau soll im Frühjahr 2026 beginnen, die Fertigstellung ist für 2029 vorgesehen. Bereits zur IBA 27 wird das Gebäude als prägender Stadtbaustein sichtbar sein.

Mit dem Baubeschluss bekennt sich Stuttgart zu diesem Projekt. Zu einer Investition, die Kosten verursacht, aber auch eine Lücke schließt. Und zu der Überzeugung, dass Kultur- und Medienorte in dieser Stadt ihren Platz haben, gerade dann, wenn Entscheidungen nicht einfach sind.

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