
Stuttgarts Einwohnerzahl geht weiter zurück. Zum 30. Juni 2026 waren insgesamt 603.262 Menschen mit Hauptwohnsitz in der Landeshauptstadt gemeldet. Gegenüber dem Jahresende 2025 entspricht das einem Minus von 2.401 Personen. Damit verliert Stuttgart bereits das sechste Halbjahr in Folge Einwohnerinnen und Einwohner.
Der Rückgang bewegt sich erneut auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Im ersten Halbjahr 2025 war die Bevölkerung um 2.652 Personen gesunken. Nach Angaben des Statistischen Amts ist auch 2026 vor allem die Wanderungsbilanz für die Entwicklung verantwortlich.
Weniger Menschen ziehen nach Stuttgart
Im ersten Halbjahr 2026 lag der Wanderungssaldo bei minus 2.040 Personen. Der Wert ergibt sich aus der Differenz zwischen Zu- und Fortzügen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte das Minus bei 2.235 Personen gelegen, im ersten Halbjahr 2024 lediglich bei 150.
Auffällig ist vor allem der Rückgang bei den Zuzügen. Während im ersten Halbjahr 2023 noch rund 22.000 Menschen nach Stuttgart kamen, waren es im gleichen Zeitraum 2026 nur noch rund 17.800.
Einen positiven Wanderungssaldo erreichte Stuttgart lediglich im Austausch mit dem übrigen Baden-Württemberg außerhalb der Region Stuttgart. Gegenüber anderen Bundesländern, dem direkten Umland sowie dem Ausland überwogen dagegen die Fortzüge.

Erstmals wieder deutliches Minus gegenüber dem Ausland
Besonders verändert hat sich die internationale Wanderungsbilanz. Bereits im ersten Halbjahr 2025 waren erstmals seit 2021 mehr Menschen aus Stuttgart ins Ausland gezogen als aus dem Ausland in die Stadt gekommen. Diese Entwicklung hat sich 2026 verstärkt.
Von Januar bis Juni wurden 4.995 Zuzüge aus dem Ausland registriert, gleichzeitig verließen 5.541 Menschen Stuttgart in Richtung Ausland. Daraus ergibt sich ein Saldo von minus 546 Personen. Im ersten Halbjahr 2025 hatte das Minus noch bei 85 Personen gelegen.
Die internationale Zuwanderung, die in den vergangenen Jahren einen wesentlichen Anteil am Bevölkerungswachstum Stuttgarts hatte, ist damit deutlich schwächer geworden.
Weiterhin Abwanderung ins Stuttgarter Umland
Auch gegenüber den angrenzenden Landkreisen verliert die Stadt weiterhin Einwohnerinnen und Einwohner. Im ersten Halbjahr 2026 zogen per Saldo 1.299 Menschen aus Stuttgart ins direkte Umland. Im entsprechenden Zeitraum 2025 waren es noch 1.742 Personen.
Leicht verbessert hat sich dagegen die Bilanz gegenüber dem übrigen Baden-Württemberg außerhalb der Region Stuttgart. Hier verzeichnete die Landeshauptstadt einen Wanderungsgewinn von 423 Personen. Im ersten Halbjahr 2025 waren es 183, im Jahr davor allerdings noch 1.012 Personen gewesen.
Zahl der Geburten geht weiter zurück
Neben den Wanderungsbewegungen wirkt sich auch die natürliche Bevölkerungsentwicklung auf die Einwohnerzahl aus. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Stuttgart 2.537 Kinder geboren. Gleichzeitig starben 2.898 Menschen.
Damit lag das Geburtendefizit bei 361 Personen. Im ersten Halbjahr 2025 hatte es noch 417 betragen. Zwar ging die Zahl der Geburten erneut zurück, gleichzeitig wurden jedoch auch weniger Sterbefälle registriert.
Anteil ausländischer Staatsangehöriger sinkt leicht
Zum 30. Juni 2026 hatten 27,9 Prozent der Stuttgarter Bevölkerung eine ausländische Staatsangehörigkeit. Ende 2025 hatte der Anteil noch bei 28,1 Prozent gelegen.
Während die Zahl der deutschen Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb eines halben Jahres lediglich um 232 Personen sank, verringerte sich die Zahl der Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit um 2.169.
Ein Teil dieser Entwicklung ist auf Einbürgerungen zurückzuführen. Im ersten Halbjahr 2026 erhielten 2.082 Menschen mit zuvor ausländischer Staatsangehörigkeit die deutsche Staatsbürgerschaft. Im entsprechenden Zeitraum 2025 waren es 1.756 Personen.
Auch der Wanderungssaldo der ausländischen Bevölkerung blieb negativ. Er lag im ersten Halbjahr 2026 bei minus 119 Personen nach minus 54 im Vorjahreszeitraum.
Unterschiedliche Entwicklung in den Stadtbezirken
Innerhalb Stuttgarts zeigt sich kein einheitliches Bild. Den größten relativen Bevölkerungszuwachs verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 Wangen mit plus 0,7 Prozent. Stammheim legte um 0,4 Prozent zu, Mühlhausen um 0,3 Prozent. Auch Zuffenhausen und Münster meldeten geringfügige Zuwächse.
Deutlich stärker fiel der Rückgang in anderen Bezirken aus. In Birkach sank die Einwohnerzahl um 3,8 Prozent, in Plieningen um 2,5 Prozent und in Stuttgart-Nord um 1,6 Prozent.
Über alle 23 Stadtbezirke hinweg verringerte sich die Einwohnerzahl im ersten Halbjahr 2026 um 0,4 Prozent.
Die Halbjahresbilanz zeigt damit eine Entwicklung, die sich inzwischen über mehrere Jahre verfestigt hat. Stuttgart wächst derzeit nicht weiter, weil weniger Menschen zuziehen, gleichzeitig weiterhin Einwohner ins Umland und in andere Regionen abwandern und die Zahl der Sterbefälle über der Zahl der Geburten liegt.
FACTS: EINWOHNERENTWICKLUNG STUTTGART 2026
Einwohnerzahl zum 30. Juni 2026: 603.262
Veränderung seit Ende 2025: minus 2.401 Personen
Entwicklung: sechstes Halbjahr in Folge mit Bevölkerungsrückgang
Wanderungssaldo 1. Halbjahr 2026: minus 2.040 Personen
Zuzüge aus dem Ausland: 4.995
Fortzüge ins Ausland: 5.541
Saldo Ausland: minus 546 Personen
Geburten: 2.537
Sterbefälle: 2.898
Natürlicher Saldo: minus 361 Personen
Ausländeranteil: 27,9 Prozent
Einbürgerungen: 2.082
Größter Zuwachs: Wangen mit plus 0,7 Prozent
Stärkster Rückgang: Birkach mit minus 3,8 Prozent
Veränderung stadtweit: minus 0,4 Prozent
