
Stuttgart 21 hat inzwischen so viele (kuriose) Kapitel produziert, dass eines davon irgendwann im Gaming landen musste. Genau das passiert jetzt mit „S21“, einem neuen Spiel des Stuttgarter Studios Hanging Gardens Interactive, das die jahrelange Baustellenrealität rund um den Hauptbahnhof in eine Mischung aus Walking Simulator, Rätselspiel, Satire und leichtem Horror übersetzt.
Das Setting kennt in Stuttgart praktisch jeder: provisorische Wege, Absperrungen, Bauzäune, künstliches Licht und Schilder, die irgendwo Richtung Gleise weisen. Im Spiel wird daraus ein System, das immer weiterführt und das Ziel trotzdem kaum näher bringt.
Die Ausgangslage ist simpel: Der Zug fährt in 20 Minuten von Gleis 9, irgendwo vor einem liegt der Bahnhof. Also los. Was folgt, entwickelt sich zur S21-Odyssee.
Stuttgart Hauptbahnhof als endlose Schleife
Die Spieler bewegen sich durch provisorische Unterführungen und Baustellenkorridore, begleitet von einer Lautsprecherstimme, die im vertrauten Bahnsprech über Verzögerungen und geänderte Wege informiert.
„Die Fertigstellung des Bahnhofs verzögert sich um wenige Minuten. Um wenige Jahre. Um wenige Jahrzehnte auf unbestimmte Zeit“, heißt es in der offiziellen Spielbeschreibung. Dazu kommt die Aufforderung, die „Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ zu beachten.

In der Game-Demo sieht das aus wie eine verdichtete Version der Stuttgarter Bahnhofsjahre. Baukräne stehen über den Zugängen, grüne Laufwege ziehen sich durch Passagen, Betonbarrieren versperren Durchgänge und digitale Anzeigen versprechen weiter eine Abfahrt, während das eigentliche Gleis irgendwo außerhalb der Reichweite bleibt.
Ein Smartphone zeigt dabei eine hypothetische Ankunftszeit an. Die Minuten laufen herunter, der Weg zieht sich weiter und irgendwann stehen neue Absperrungen im Weg.
Satire mit leichtem Horror
Hanging Gardens Interactive beschreibt „S21“ als absurde Satire mit einem Hauch Horror. Das Stuttgarter Studio hat zuvor bereits das Musik-Rätsel-Adventure „Sonority“ veröffentlicht und greift nun eines der bekanntesten Kapitel der jüngeren Stadtgeschichte auf.
Der reale Hintergrund liefert reichlich Material. Im Spiel wird die jahrelange Verzögerung zur Mechanik: Ein Bahnhof existiert angeblich irgendwo am Ende, Gleise befinden sich „in Planung“, Beleuchtung gibt es „stellenweise“ und selbst beim Ausgang sei die Zuständigkeit für Planung und Bau ungeklärt.
Dazu verspricht die Beschreibung Mülleimer, eine zunehmend persönliche Lautsprecherstimme und einen Aufenthalt von zwei bis drei Stunden, der sich ausdrücklich länger anfühlen kann.
Kostenlose Demo bereits verfügbar
Damit bekommt Stuttgart 21 jetzt seine digitale Parallelwelt. Wer sich in den vergangenen Jahren durch den Hauptbahnhof bewegt hat, dürfte viele Motive sofort erkennen. Im echten Stuttgart weiß man irgendwann zumindest, wo der Ausgang liegt. Im Spiel sollte man sich darauf besser nicht verlassen.
Ein genaues Veröffentlichungsdatum für die Vollversion steht noch nicht fest. Eine kostenlose Demo ist bereits verfügbar und läuft aktuell unter Windows.

Facts
Titel: S21
Entwickler: Hanging Gardens Interactive
Publisher: Hanging Gardens Interactive
Genre: Abenteuer, Satire, Walking Simulator, Rätsel
Spielmodus: Einzelspieler
Spielzeit: laut Beschreibung rund 2 bis 3 Stunden
Plattform: PC / Windows
Vertrieb: Steam
Demo: kostenlos verfügbar
Release: noch nicht angekündigt
