
Straßenhunde aus Ländern wie Rumänien, Bulgarien, Griechenland oder Spanien leben oft unter harten Bedingungen. Viele deutsche Tierschutzvereine wollen diesen Tieren ein zweites Leben ermöglichen – in einem Zuhause, das mehr kann als nur Futter und ein Dach. Wer selbst adoptieren will, kann das tun. Wichtig ist nur: legal, mit Plan und den richtigen Partnern.
1. Nur mit seriösen Tierschutzorganisationen
Die beste und sicherste Variante: über einen offiziell eingetragenen Verein. Die kümmern sich um alles – vom Gesundheitscheck bis zur Ausreise. Die Hunde sind geimpft, gechipt, haben einen EU-Heimtierausweis und reisen mit einem zertifizierten Transport an.
Bekannte Organisationen sind zum Beispiel:
- ProDogRomania e.V. (Rumänien)
- Tierhilfe Süden e.V. (Griechenland, Balkan)
- Ein Herz für Streuner e.V. (u.a. Rumänien, Kroatien, Italien)
- Animal Care España (Spanien)
- Vergessene Pfoten e.V. (Südeuropa)
2. Voraussetzungen für die Einreise
Ohne offizielle Dokumente geht gar nichts. Der Hund muss:
- mindestens 15 Wochen alt sein
- mit einem Mikrochip (ISO-Norm) gekennzeichnet sein
- eine gültige Tollwutimpfung haben (mind. 21 Tage alt)
- im Besitz eines EU-Heimtierausweises sein
- mit einem lizensierten Transportunternehmen einreisen (EU-Verordnung 1/2005)
Übergaben auf Rastplätzen oder aus dem Kofferraum? No-Go.
3. Keine Spontanaktionen im Urlaub
Einen Straßenhund am Strand sehen, ins Herz schließen, mitnehmen – schön gedacht, aber keine gute Idee. Ohne Papiere darf kein Tier einreisen. Wer es trotzdem versucht, riskiert die Beschlagnahmung des Hundes an der Grenze und weitere Konsequenzen. Besser: Kontakt zu einem Verein aufnehmen, der vor Ort arbeitet.
4. Schutzgebühr statt Kaufpreis
Ein Hund aus dem Ausland kostet keine Tausende – aber er ist auch nicht kostenlos. Vereine verlangen eine sogenannte Schutzgebühr, meist zwischen 300 und 500 Euro. Damit werden Impfungen, Kastration, Transport, Versorgung im Ausland und die Vermittlungsarbeit bezahlt. Das Ganze ist kein Handel, sondern Tierschutz.
5. Der Alltag nach der Ankunft
Die meisten Auslandshunde bringen eine Geschichte mit. Manche kennen keine Leine, keine Wohnung, keine Nähe. Das heißt: Geduld, Zeit, gutes Management. Wer sich darauf einlässt, bekommt oft einen treuen Gefährten fürs Leben – aber eben nicht von Tag eins an perfekt.
6. Legal statt illegal
Facebook-Gruppen, dubiose Kleinanzeigen, Übergaben „im Waldstück“ – alles keine guten Zeichen. Illegaler Tierhandel bringt nur Probleme. Wer richtig adoptieren will, geht über den offiziellen Weg. Das schützt nicht nur dich, sondern vor allem den Hund.
7. Der Ablauf – kompakt als Checkliste
Vor der Adoption
- Seriösen Tierschutzverein finden
- Infos zum Hund einholen: Alter, Gesundheitszustand, Charakter
- Vermittlungsprozess verstehen (inkl. Vorkontrolle und Schutzgebühr)
Voraussetzungen für die Einreise
- Hund ist mindestens 15 Wochen alt
- Mikrochip (ISO-konform) ist vorhanden
- Gültige Tollwutimpfung (mindestens 21 Tage alt)
- EU-Heimtierausweis liegt vor
- Transport erfolgt durch ein lizensiertes Unternehmen
- Übergabe erfolgt offiziell und dokumentiert
Nach der Ankunft in Deutschland
- Anmeldung beim Ordnungsamt (Hundesteuer)
- Registrierung bei TASSO oder FINDEFIX
- Tierarzttermin zum Nachchecken (inkl. Kotuntersuchung)
- Ruhige Eingewöhnung ohne Druck
- Optional: Hundetrainer mit Erfahrung im Auslandstierschutz
8. Weitere Infos und Links
- Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft:
bmel.de – Heimtierausweis & Einfuhrregeln - Infos zur Einreise über den Zoll:
- Registrierung:
tasso.net
findefix.com
