SSB Fahrplan 2027: Diese Änderungen kommen im Stadtbahnnetz Stuttgart

Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 verändert sich das Netz der Stuttgarter Straßenbahnen spürbar. Im Mittelpunkt steht der Abschluss eines der größten Infrastrukturprojekte der vergangenen Jahre: Die U1 fährt künftig mit 80 Meter langen Doppelzügen. Gleichzeitig verschwindet eine Stadtbahnlinie komplett, andere Verbindungen erhalten einen dichteren Takt oder zusätzliche Fahrten. Für viele Pendler bedeutet das mehr Kapazität, an einigen Stellen aber auch neue Wege.

Die Änderungen betreffen vor allem die Linien U1, U13, U16 und U19, dazu kommen Anpassungen bei den Buslinien 45, 56 und 62. Der SSB-Aufsichtsrat hat das neue Konzept inzwischen verabschiedet.

Yellow passenger tram on a curved railway beside a road, with trees and houses in the background.

U1 fährt künftig mit Doppelzügen

Die wichtigste Neuerung betrifft die U1 zwischen Fellbach und Stuttgart. Nach jahrelangen Umbauten können auf der Strecke künftig 80 Meter lange Doppeltraktionen eingesetzt werden. Damit verdoppelt sich das Platzangebot auf einer der am stärksten ausgelasteten Stadtbahnlinien der Landeshauptstadt.

Für dieses Projekt wurden zahlreiche Bahnsteige verlängert, besonders anspruchsvoll war der Umbau in Heslach mit den Haltestellen Erwin-Schoettle-PlatzBihlplatz und Südheimer Platz. Die Endhaltestelle in Fellbach ist allerdings noch nicht vollständig fertiggestellt. Deshalb endet die U1 zunächst an der Schwabenlandhalle, bis auch der Ausbau dort abgeschlossen ist.

Blue metro train at a station with doors open and passengers inside; side advert reads MINERALBAD BERG.

Abschied von der U16

Mit der größeren Kapazität auf der U1 verliert die U16 ihre bisherige Aufgabe. Die Linie wurde Ende 2018 eingeführt, um die damals regelmäßig überfüllte U1 in den Hauptverkehrszeiten zu entlasten.

Ab dem Fahrplanwechsel wird die Verbindung zwischen Fellbach und Giebel eingestellt. Für viele Fahrgäste bedeutet das zwar den Wegfall einer Direktverbindung, gleichzeitig übernimmt die ausgebaute U1 künftig den Großteil dieser Verkehrsleistung.

U13 erhält den dichtesten Takt im SSB-Netz

Auch die U13 profitiert vom neuen Fahrplankonzept. Zwischen Hedelfingen und Pfostenwäldle fährt sie während der Hauptverkehrszeiten künftig alle 7,5 Minuten. Damit wird sie zur ersten Stadtbahnlinie im gesamten SSB-Netz mit diesem Takt. Jede zweite Fahrt wird bis Giebel verlängert.

Gerade auf der wichtigen Tangentialverbindung außerhalb der Innenstadt dürfte das die Attraktivität des Angebots nochmals steigern.

Mehr Fahrten auf der U19

Auch die U19 wird deutlich ausgebaut. Hintergrund ist das wachsende Quartier NeckarPark, das in den vergangenen Jahren immer mehr Bewohnerinnen und Bewohner angezogen hat.

Bisher fuhr die Linie nur werktags. Ab Dezember wird das Angebot auf Abendstunden und Wochenenden ausgeweitet. Damit entsteht eine wesentlich bessere Anbindung des Quartiers an das Stadtbahnnetz.

Buslinien 45, 56 und 62 werden angepasst

Nicht nur das Stadtbahnnetz verändert sich.

Die Buslinie 56 erhält wieder eine direkte Verbindung zwischen der Neckarvorstadt und Bad Cannstatt. Dadurch können auch die Haltestellen Mercedes-Benz Welt und Veielbrunnenweg wieder in beiden Richtungen direkt bedient werden. In der Hauptverkehrszeit fährt zudem jeder zweite Bus bis zum Wilhelmsplatz.

Die Linie 45 wird zeitlich auf die U19 abgestimmt und erschließt das Quartier NeckarPark künftig noch besser. Neu hinzu kommen die Haltestellen Hanna-Henning-Straße und Martin-Schenk-Weg.

Auf der Linie 62 ergänzen zusätzliche Frühfahrten das Angebot. Außerdem werden einzelne Abfahrtszeiten im Abendverkehr leicht angepasst, damit die Anschlüsse an die S1 in Obertürkheim besser funktionieren.

Ein großer Schritt nach Jahren der Baustellen

Vor allem der Ausbau der U1 hat Stuttgart über viele Jahre begleitet. Sperrungen, Ersatzverkehre und aufwendige Bauarbeiten gehörten auf der Strecke fast schon zum Alltag. Mit dem Fahrplanwechsel Ende 2026 wird dieses Kapitel weitgehend abgeschlossen. Für tausende Fahrgäste bedeutet das künftig deutlich mehr Platz in den Bahnen und ein leistungsfähigeres Stadtbahnnetz. Gleichzeitig verschwindet mit der U16 eine Linie, die fast acht Jahre lang als Verstärker unterwegs war und ihren Auftrag nun erfüllt hat.

Yellow and green tram at an urban station with passengers waiting on the platform and modern buildings in the background, under a cloudy sky.

Facts

  • Fahrplanwechsel: 13. Dezember 2026
  • U1 fährt künftig mit 80 Meter langen Doppelzügen
  • Vorläufige Endhaltestelle der U1: Schwabenlandhalle
  • U16 wird eingestellt
  • U13 fährt in der Hauptverkehrszeit im 7,5-Minuten-Takt
  • U19 fährt künftig auch abends und am Wochenende
  • Änderungen auch bei den Buslinien 45, 56 und 62
  • Ziel ist mehr Kapazität sowie eine bessere Erschließung des Quartiers NeckarPark

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