Sauberkeitsoffensive Stuttgart: Stadt sagt Müll den Kampf an

Zum Mitnehmen, Hofflohmarkt, Sperrmüll oder einfach nur Müll, was wir wissen und was nicht. Fakt ist, spätestens seit Corona steht sehr viel auf dem Gehweg rum in unserem SCHÖNEN Stuttgart. Sofas mit Patina, Matratzen mit (durchgebumster) Geschichte, Kartons mit Fragezeichen. Manche warten auf Abholung, andere offenbar auf ein Wunder oder den Wegbeam-Gott. Stuttgart hat sich verändert, sichtbar, manchmal unerquicklich, oft diskutiert, noch mehr belacht, schon geil immer wieder, was die Leute auf die Straße stellen.

Jetzt zieht die Stadt die Zügel an. Oberbürgermeister Frank Nopper hat eine Sauberkeitsoffensive angekündigt, die nicht nach Aktionstag klingt, sondern OB Wolfgang Schuster, never forget LET’S PUTZ, ein legendärer Stuttgarter Kampagnen-Tiefpunkt. Es geht um Dauermaßnahmen, klare Zuständigkeiten und um Orte, an denen sich entscheidet, wie Stuttgart wirkt, wenn man durchläuft, anhält, hinschaut.

Ein zentraler Baustein sind mobile Reinigungstrupps der Abfallwirtschaft Stuttgart. Für sie stellt die Stadt zusätzlich jeweils rund 2,5 Millionen Euro in den Jahren 2026 und 2027 bereit. Das Geld fließt direkt in Personal und flexible Einsätze, die die reguläre Stadtreinigung ergänzen sollen. Nicht nach Plan, sondern nach Bedarf. Dort, wo es kippt, soll schnell reagiert werden können.

Weiterhin stehen pro Jahr rund 100.000 Euro zur Verfügung, um die Entfernung illegaler Graffitis an Privatgebäuden zu unterstützen. Der Fokus liegt auf besonders betroffenen Bereichen, in denen Fassaden das öffentliche Erscheinungsbild stark prägen. Parallel investiert die Stadt in Präventionsmaßnahmen, damit es gar nicht erst so weit kommt.

Neu auf der Straße sind künftig auch MÜLL SHERIFFS. Sie ergänzen den städtischen Vollzugsdienst und nehmen illegale Müllablagerungen gezielt ins Visier. Wer Sperrmüll oder Abfall einfach abstellt, riskiert Bußgelder zwischen 100 und 1.000 Euro. Ein klarer Rahmen, der nicht diskutiert, sondern wirkt.

Dazu kommen drei besondere Reinigungsaktionen im Jahr 2026. Die Klett Passage soll gemeinsam von Abfallwirtschaft, Tiefbauamt und SSB intensiv gereinigt werden. Zusätzlich wird ein historisches Gebäude oder Objekt mit professioneller Unterstützung fachgerecht gesäubert. Auch stark betroffene Mauern und Flächen an markanten Stadteingängen stehen auf der Liste. Teilweise werden diese in Abstimmung mit Eigentümern künstlerisch überarbeitet, um vermeintliches Geschmotze dauerhaft zu entschärfen.

Noppers großes Ziel: Sauberkeit soll wieder Normalzustand sein, nicht Ausnahme. Die Stadt investiert Millionen, organisiert nach und zieht Kontrollen an. Gleichzeitig bleibt die Verantwortung nicht allein im Rathaus. Stuttgart funktioniert am besten, wenn alle mitmachen.

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