
Die einfachen Namen für eine Location waren offensichtlich gerade aus im Lidl oder im Schnellback um die Ecke, also musste die 55 Euro / Stunde Lösung her. Brainstorming im 0711 Büro, wie nennen wir das Ding jetzt, hm, öhm, ja also, tja, #ichweißauned und dann war einer kürzlich im Japanurlaub und hatte die Lösung: Ribingurumu! Okay, alles Quatsch, ein Ribingurumu gibt es schon in Tübingen und der dortige Macher transformiert das nun nach Stuttgart und 0711 wurstelt mit.
Ribingurumu bedeutet auf japanisch scheinbar soviel wie Wohnzimmer (für alle Japan-Fans: ich habe das nicht überprüft) und damit wären wir schon beim Konzept, das ehemalige Erdgeschoss wird auch nach der Neueröffnung irgendwann im März immer noch gemütlich sein wie Norman.
Heißt: Weniger Party, mehr abhängen (sagt man eigentlich noch “rumhartzen” in den für 19 Milliarden aufgekauften jugendlichen Whatsapp-Kreisen?), Fubes gucken, mit Knabberbox-Buchstaben Wörter wie “Pimmel” legen (haben Geige und ich gestern gemacht und was legt ihr so? Babo? Chabo? Dreiecke? Kreuze? Anker?), Brettspiele anwerfen, die wahrscheinlich im Eck liegen bleiben, weil die Besucher sowieso die ganze Zeit das Free Wifi Angebot nutzen und gucken was auf Instagram und eben Whatsapp geht.

Mal so zwischendurch: Wie viele Namen hatte das Gerät eigentlich schon? Tearoom, Schaufenster Mitte, Erdgeschoss und was war noch? Hab den (ehemaligen) Cheffe vor längerer Zeit interviewt, war sehr smart und hat eine klare Outer Rim-Position auf der Theo eingenommen. Keine Reizüberflutung wie in der Nachbarschaft. Übrigens einer der allerersten Läden auf der Straße. Früher viel (Kunst)Studenten, live Musik, gerne auch aus der Stuttgarter Fusion-Jazz-Whatever-Szene, wie es in letzter Zeit war weiß ich nicht.
Im Ribingurumu (echt scheiße zu schreiben dieses Wort, danke) das eben genauso bleiben (“alles sehr gechillt”) und man betont, dass man “nicht mal ansatzweise etwas mit der Theo zu tun haben” will und auf “alternatives” Publikum setzt. Wir werden sehen und verkünden die Eröffnung über unsere Kwick-Gruppe.

Ribingurumu auf der Theo: Low Key Legende im Nachtleben Stuttgart
Die Theo kann Hochglanz, sie kann Türsteher-Drama und Kingsize-Gegenwart. Und sie kann anders. Zwischen Clubfassaden und Event-Pathos sitzt das Ribingurumu wie ein Gegenentwurf zur Aufmerksamkeitsökonomie. Eine Kneipe, die nicht performen muss, um zu wirken.
Theo ohne Filter
Theodor-Heuss-Straße
Die Theodor-Heuss-Straße ist Stuttgarts Ausgehachse, ein Panorama aus Lichtern, Beats und wechselnden Konzepten. Hier zirkuliert die Meinungskonjunktur im Wochentakt. Doch mittendrin gibt es Orte, die sich nicht von jeder Strömung treiben lassen. Das Ribingurumu ist so ein Habitat.
Zwanglos statt Zirkus
Ribingurumu
Kein Dresscode, keine Pose, kein Gedankenkitsch. Stattdessen eine Atmosphäre, die alternativ wirkt, ohne sich als Kampfbegriff zu inszenieren. Studierende aus der Stadt, WGs aus dem Westen, Nachtschwärmer aus ganz Stuttgart. Man kommt rein, bestellt, bleibt hängen.
Low key ist hier keine Marketing-Chiffre, sondern gelebte Praxis. Die Preise bleiben fair, auch wenn rundherum gern hochgerüstet wird. Bier, Longdrinks, einfache Cocktails zu Konditionen, die nicht sofort Burn-out im Geldbeutel auslösen. Gerade für Studenten in Stuttgart ist das Ribingurumu deshalb ein Magnet.
Alternative Kneipenkultur in Stuttgart Mitte
Während anderswo jeder Drink zum Ornament wird, bleibt hier vieles angenehm unprätentiös. Gespräche mäandern von Seminarstress über Netzwerk-Ökonomie bis zur Frage, wo es danach hingeht. Niemand muss, jeder darf. Dieses Zwanglose erzeugt eine eigene Intensität.
Für Stuttgart ist das mehr als eine Randnotiz. In einer Stadt, in der Mieten steigen und Gastronomie immer stärker kuratiert wird, sind solche Orte ein Korrektiv. Sie halten die Kneipenkultur anschlussfähig, gerade für junge Menschen.
Wer also eine alternative Bar in Stuttgart sucht, eine Kneipe auf der Theo mit Studentenflair, niedrigen Preisen und entspannter Dynamik, landet früher oder später im Ribingurumu. Kein Spektakel, kein Themenpark, sondern ein ehrlicher Treffpunkt im Herzen von Stuttgart Mitte.

Tschingdarassabumm
ribigumuru. #schreibtest #fail #19mrdisvielgeld
RabimbelRabambel!
Klingt doch mit etwas Fantasie (und Klischee-Japan-Aussprache) ähnlich wie “Livingroom”…
Is doch ganz einfach. Man muss nur Silben bilden und dann stellt man fest, das es doch Englisch ist!
“Rib In – Guru Mu”
was macht eigentlich gerade so der wohlgeschätzte act ribn? schon länger nix mehr gehört.
manuel tur (1 hälfte von ribn) will 2014 nur live sets spielen und arbeitet grad an einem album.
thanks
Nächstes Mal legen wir aus den Knabberboxbuchstaben “pokochin”. Pimmel auf Japanisch.
stark, nächste woche dann bei dortmund
Darf man dann endlich wieder in den gläsernen Schaukästen sitzen und rausgucken? Jap…wir werden sehen…Denn mann to liebes Wohnzimmeraufjapanischteam. Ich hab nämlich keine Lust mehr auf Tanzen!
stimmt, das würde irgendwann mal verboten ge? warum nochmals? brandschutz 😛
Wenn einem nix mehr einfällt immer Brandschutz Martin 🙂