
Schon am Sonntag, während am Wilhelmsplatz die letzten Fahrer gefeiert wurden und sich die Bilder dieses außergewöhnlichen Wochenendes gerade erst ins Stuttgarter Gedächtnis einschrieben, wurde entlang der Strecke bereits von einer Neuauflage 2027 geträumt. Wenige Tage später bekommt dieser Wunsch konkrete Konturen.
Nach der Deutschlandpremiere von Red Bull Cerro Abajo mit rund 90.000 Zuschauerinnen und Zuschauern stehen die Landeshauptstadt Stuttgart und der Veranstalter bereits in Gesprächen über eine Fortsetzung im kommenden Jahr. Oberbürgermeister Frank Nopper hat das Ziel nun öffentlich formuliert: Stuttgart strebt für 2027 eine Neuauflage an.
Überraschend kommt das nach diesem Wochenende kaum. Rund 30.000 Menschen verfolgten bereits am Samstag das Training, am Sonntag kamen weitere 60.000 zum Finale. Erwartet worden waren im Vorfeld rund 25.000 Besucher. Stattdessen setzte auf den Stäffele eine regelrechte Völkerwanderung ein, der Wilhelmsplatz war schon beim Training dicht gefüllt und am Sonntag zog sich das Publikum vom Ziel durch das Heusteigviertel bis hinauf zum Teehaus.
Die Fahrer flogen zwischen Häusern, über Rampen, Straßen und Treppen, während Stuttgart an nahezu jeder Passage zur Tribüne wurde. Dabei entstanden Bilder, die wir in dieser Stadt so noch nicht gesehen haben und vermutlich lange nicht vergessen werden. Auch die Profis zeigten sich von der Masse und Euphorie des Publikums überwältigt.
Für Nopper liegt ein wesentlicher Grund für den Erfolg in der Stuttgarter Topografie. Der Kessel mit seinen Hanglagen, Stäffele, Parks und engen Straßen erwies sich als außergewöhnliche Arena für Urban Downhill. Die Stadt war dabei keine austauschbare Kulisse, ihre Geografie bestimmte den Charakter des gesamten Rennens.

Neuauflage unter gleichen finanziellen Vorzeichen
Ein wichtiger Punkt in den Gesprächen betrifft die Finanzierung. Nopper möchte eine Ausgabe 2027 „unter den gleichen finanziellen Vorzeichen wie bisher“ realisieren. Damit signalisiert die Stadt, dass eine Fortsetzung nicht mit einem grundsätzlich größeren finanziellen Engagement Stuttgarts verbunden sein soll.
Bei der Premiere lag die Veranstalterrolle bei Red Bull beziehungsweise den beteiligten Partnern. Die Stadt war vor allem bei Genehmigungen, öffentlichen Flächen sowie der umfangreichen Organisation rund um Strecke, Sicherheit und Verkehr eingebunden. Zahlreiche städtische Ämter und weitere Partner waren an Vorbereitung und Durchführung beteiligt.
An diesem Modell soll sich offenbar auch eine zweite Ausgabe orientieren. Gleichzeitig möchte die Stadt die Organisation anhand der Erfahrungen des ersten Rennens weiter optimieren. Bei ursprünglich rund 25.000 erwarteten und schließlich etwa 90.000 gezählten Besuchern dürften vor allem die enormen Menschenströme entlang der Strecke eine zentrale Rolle in den Planungen spielen.
Bestätigt ist Red Bull Cerro Abajo Stuttgart 2027 damit noch nicht. Dass Stadt und Veranstalter allerdings nur wenige Tage nach der Premiere bereits miteinander sprechen und der Oberbürgermeister eine Fortsetzung ausdrücklich anstrebt, ist ein ziemlich starkes Signal.
90.000 Menschen, eine internationale Bühne und Bilder für die Stuttgarter Stadtgeschichte: Der Kessel und Cerro Abajo haben sich gefunden. Jetzt fehlt eigentlich nur noch das zweite Date.
