Rap-Duo Genetikk aus Saarbrücken stürmt die Deutschen Charts

Letzten Freitag, Musikcheck mit Nachbar, labert was von Genetikk, Deutsch-Rap, Boom-Bap, voll gut und so, kann man auch was von spielen, ich aber im Stress, hör nur auf einem Ohr hin und muss sowieso los. Abends im Club wieder nur ein Ohr offen, Tobsen schreit da rein, ob ich was von Genetikk habe, ich schüttel nur unwissend den Kopf. Gott sei Dank gibt es Twitter und am Montag schickt mir Tobsen ein Videolink, zweite Single, der Titelsong “D.N.A.”, der textlich ein wenig auf “Füchse” von Beginner basiert. Das hätte er gemeint am Freitag! Aso, sag ich, ja, okay, Emil davon erzählt, ich check.

Gecheckt und voll gut. Kaufen. Zwar verstehe ich immer noch nicht, warum man Masken tragen muss, vor allem dann noch so relativ schreckliche Voodoo-Dinger (?), aber scheint halt doch zu funktionieren. Musikalisch absolut top, Retro-Future-HipHop, und ja, was die labern, geht noch, und mein Gott, mir eh egal, Hauptsache, es bummst und wummst.

Jetzt noch witziger: Ab kommenden Freitag, da werden die Listen veröffentlicht, stehen die zwei Saarbrückener sikk (Producer) und karuso (MC) an der Spitze der Deutschen Albumcharts. Whoopi, alle drehen durch, kaum so fassen, Mensch, mit so einem Sound auf Platz eins kommten – wobei es gerade in den letzten Monaten mehr oder weniger jedes HipHop-Album in die Top 10 geschafft hat.

Die Fachblatt-Bibel Musikmarkt, die neben Media Control die Listen veröffentlicht, meint hingegen ganz abgeklärt zu der neuen Nummer 1, Genetikk hätten ja mit “D.N.A” ihr erstes Charts-fähiges Album abgeliefert.

Was Charts-fähig genau bedeutet, hab ich auch nach fast 25 Jahren Musikhören immer noch nicht genau verstanden. Im Zweifelsfall eher was von und mit Bohlen, Schnappi oder Xavier Naidoo. “D.N.A.” ist vielleicht insofern Charts-fähig, weil es sich um das erste “echte” Release, so mit CD und leider nicht Vinyl, von Genetikk handelt. Die Vorgänger kamen kostenlos oder bezahlbar als Digital-only, was aber wiederum seit 2007 ja auch gewertet wird. Somit glaube ich, MM meint den Sound. Ich staune, (Deutsch) HipHop Hype hin oder her.

Der Chef von Selfmade, dem Label von Genetikk, sieht das ähnlich wie ich: “Mit einem Newcomer auf Anhieb knapp 30.000 Einheiten eines nicht an den Mainstream angepassten Albums zu verkaufen, ist ein weiterer Nachweis unserer guten Arbeit und ein Beleg für die außergewöhnliche musikalische Qualität von sikk & karuzo, die mit ‘D.N.A.’ ein großes Ausrufezeichen gesetzt haben.”

Verwundert zwar nicht wirklich, aber mal wieder interessant zu erfahren: Für Platz 1 reichen also momentan 30.000 Einheiten pro Woche. Noch interessanter wäre nun noch zu wissen, was man im Jahr 2000 oder vielleicht noch 1990 in der Woche grob verkaufen musste für den Platz an der Sonne. Habs bisschen rumgegoogelt, auf die Schnelle nix gefunden.

Wie auch immer: Mir gefällt “D.N.A.” und “feier es übelst” oder halt doch nur übel (Tobsen Voice).

Und finally: Genetikk treten am Donnerstag, 3.10. im Rocker 33 auf. Mehr Infos und Tickets gibt es hier

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8 replies on “Rap-Duo Genetikk aus Saarbrücken stürmt die Deutschen Charts”
  1. says: Dee Kay

    Großartiges Album! Läuft seit zwei Wochen auf Heavy Rotation.
    Da stimmt einfach alles.

  2. says: Tobsen

    toni: dna natürlich! kann am anfang auch fast jeder – zumindest einen teil – mitrappen, dank füchse abkupferung

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