Still RIP oberkultige Postfiliale Adlerstraße in Stuttgart-Süd

Mythos Postfiliale Adlerstraße: Kaum ein Ort in Stuttgart-Süd stand so sehr für endlose Warteschlangen und wurde so oft augenzwinkernd gewürdigt, auch hier. Mit der Schließung der Filiale im Jahr 2018 verschwand ein weiteres Stück Postfilialen-Subkultur aus dem Stadtbild. Selbst Hermes konnte diese Entwicklung nicht aufhalten.

Während die Zukunft des Areals seit Jahren diskutiert wird, passiert vor Ort praktisch nichts. Das ehemalige Postgebäude entwickelt sich stattdessen immer weiter zum Treffpunkt für Tauben. Leerstand, Verschmutzung und Stillstand prägen die Ecke. Rund sechs bis sieben Jahre nachdem die Pläne vorgestellt wurden, ist das Areal im Jahr 2026 vor allem eines: ein Taubenklo.

Dabei war die Richtung schon vor vielen Jahren definiert. Geplant war ein umfassender Neubau an der Ecke Adlerstraße/Böblinger Straße. Dafür sollte ein Teil der bestehenden Bebauung abgerissen und gemeinsam mit dem bisherigen Innenhof neu entwickelt werden.

Vorgesehen waren insgesamt 52 Seniorenwohnungen, sechs Familienwohnungen sowie ein Beratungs- und Behandlungsangebot. Ein Teil der Seniorenwohnungen sollte als geförderter sozialer Wohnungsbau im Rahmen des Stuttgarter Innenentwicklungsmodells entstehen. Als künftiger Mieter des Komplexes war der Caritasverband für Stuttgart e.V. vorgesehen, Vorhabenträger war Corpus Sireo. Das Konzept war eng mit der Stadtverwaltung abgestimmt.

Stand 2026 liegen diese Pläne weiterhin auf Eis. Sichtbare Fortschritte – deutlich sichtbar – gibt es keine. Statt Bauzäunen und neuem Wohnraum dominieren an dieser Stelle nach wie vor Tauben und ein Gebäude, das Jahr für Jahr ein Stück mehr verfällt.

4 replies on “Still RIP oberkultige Postfiliale Adlerstraße in Stuttgart-Süd”
  1. says: Katja

    Der Bezirksvorsteher überlegt, wie die Zwischennutzung aussehen könnte – falls jemand eine Idee hat?

  2. says: Herr Cut

    Geil:
    “Das Projekt hatte in den vergangenen Monaten hitzige Diskussionen ausgelöst, weil Anwohner und andere Bürger im Süden befürchten, die Suchthilfeeinrichtung schade dem Quartier.”
    Die Nutzer wohnen doch alle in dem Quartier! Sparen Sie sich schon den Weg in die Stadtmitte.
    Und ist das nicht Rassismus einer Minderheit. Als ob man die Drogis einfach so hin und her schieben könnte.
    Das Publikum auf dem Marienplatz benötigt die Anlaufstelle doch auch bald wenn Corona noch länger dauert und die einzige Lösung saufen auf der Platte ist. Man hat ja sonst nichts zu tun.
    PS bitte aufräumen!

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