
Stuttgart steckt mitten in der großen Zukunftsdebatte. Stuttgart 21 wird nicht nur als Verkehrsprojekt diskutiert, sondern als Startpunkt für eine neue Stadt. Wo heute noch Gleise liegen, sollen Quartiere entstehen, Plätze, Parks, neue Achsen Richtung Neckar.
Und jetzt kommt eine weitere Idee ins Spiel.
Unser OBle Wolfgang Schuster schlägt vor, das Stuttgart-21-Gebiet auch kulturell aufzuwerten. Zwei neue Einrichtungen sollen entstehen: eine Schlossgarten-Philharmonie und ein Museum der Kulturen. Beides in unmittelbarer Nachbarschaft zum alten und zum neuen Bahnhof.
Wobei sich manche bereits fragen: welcher neue Bahnhof eigentlich?
Die geplante Schlossgarten-Philharmonie soll rund 3000 Besucher fassen. Schuster begründet den Bedarf mit der Situation der Liederhalle, die häufig überbucht sei. Eine große Konzerthalle direkt am Verkehrsknotenpunkt mit Stadtbahn, S-Bahn und Fernzügen könne Besucher aus Stuttgart, der Region und von weiter her anziehen.
Auch architektonisch gibt es bereits eine Idee. Werner Sobek, Präsident der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen, präsentiert auf dem Kultursymposium eine Skizze: Philharmonie und Museum unter einem gemeinsamen gläsernen Dach, direkt gegenüber dem heutigen Hauptbahnhof.
Parallel dazu ist ein Museum der Kulturen geplant. Dort sollen die Sammlungen des Lindenmuseums einen neuen Ort bekommen und in einen neuen Zusammenhang gestellt werden. Schuster verweist auf die internationale Struktur der Stadt. In Stuttgart leben Menschen aus über 170 Nationen. Diese Vielfalt solle sich auch im Stadtbild stärker widerspiegeln.
Der Vorschlag passt in die größere städtebauliche Erzählung rund um Stuttgart 21. Die Bahnanlagen hätten vor rund hundert Jahren große Grünflächen Richtung Neckar verdrängt und die Stadt zerschnitten. Mit dem Umbau des Bahnhofs eröffne sich nun die Chance, diese Flächen neu zu ordnen und Stuttgart weiterzuentwickeln.
Die Stadt hat die Grundstücke im zukünftigen Entwicklungsgebiet bereits erworben. Entsprechend versteht die Verwaltung die Gestaltung dieser Flächen als zentrale kommunale Aufgabe. Rund um den Bahnhof sollen neue Quartiere entstehen, darunter auch das geplante Rosensteinviertel mit unterschiedlichen Wohnformen.
Gleichzeitig formuliert Schuster eine grundsätzliche Vorstellung von Urbanität. Städte brauchen öffentliche Räume für Bildung, Kultur und Begegnung. Bürger seien mehr als Konsumenten von Fast Food oder Kunden von Shopping Malls. Gebäude wie die neue Stadtbibliothek im Europaviertel seien deshalb wichtige Orte für die Stadtgesellschaft.
Die Idee einer Philharmonie und eines Museums gehört also zur großen Stuttgart-21-Vision. Infrastruktur, Stadtentwicklung und Kultur sollen zusammen gedacht werden.
Und während Stuttgart gerade beginnt, sich diese Zukunft auszumalen, entstehen auch die ersten Nebenideen im Kessel.
Wenn wir schon neue Museen planen, wie wäre es eigentlich mit einem Stuttgart-Club-Museum?
Mit den legendären Stangen aus dem Hi, zwei 1210ern aus dem Oz, der Seilbahn-Schaukel aus dem Perkins Park, der Partyrampe aus dem Colibri und vielleicht einer Miniatur-Theo-Heuss-Straße.
Fett Mann. Man merkt langsam: Irgendwann kommt das Alter, in dem man sich plötzlich für Philharmonien interessiert. Stuttgart denkt gerade groß. Big Dreamin’ im Kessel.

hat der kerle eigentlich nix besseres zu tun als unsere steuergelder in irgendwelche prestigeobjekte zu stecken? weg mit dem oberhorschtie!!
bis dahin wohn ich eh irgendwo wo es wärmer is!
was willst denn in freiburg, max? 😉
Mikrokosmos der Vereinten Nationen… da musst ich kichern.
Schuster ist halt der echte Oberhorschtie. Aber nen Museum und ne Philharmonie find ich jetzt mal nich’ soo scheisse. Bin ich ja mal gespannt ob ich noch lebe wenn das alles fertig ist..