Neue Ladeanlage: Stuttgart bringt den Stadtbus auf Strom

Foto: SSB

Es geht voran, die SSB fährt jetzt auch auf der Straße elektrisch – und nicht nur auf Gleis. Im Betriebshof Möhringen hat der reine Weltbetrieb seine erste große Ladeanlage eröffnet: 28 Ladepunkte, Hightech und genug Power, um die neuen Batterie-Gelenkbusse über Nacht vollzutanken. Damit startet der Stadtbus in eine neue Ära, direkt aus dem Kessel heraus.

Die Anlage ist das Herzstück der Elektrobus-Offensive der SSB. Zehn Gelenkbusse sind bereits im Linienverkehr unterwegs, weitere Fahrzeuge folgen in den nächsten Monaten. Bis 2027 sollen sämtliche Linien in der Innenstadt elektrisch laufen. Rund 80 Dieselbusse werden dadurch ersetzt, was die Luftqualität verbessern und den Verkehrslärm reduzieren soll.

Parallel wächst in Gaisburg ein zweites Ladezentrum mit zunächst 37 Punkten. Zusammen können beide Depots über 60 Busse pro Nacht versorgen, ein Level, das die Umstellung überhaupt erst möglich macht.

Technisch setzt Stuttgart auf ein smartes Konzept: Statt Ladekabeln kommen Pantografen zum Einsatz, die von oben auf das Dach des Busses absenken. Das spart Platz, macht den Betrieb sicherer und schafft Raum für mehr Batteriekapazität.

Die neuen eCitaro-Gelenkbusse speichern bis zu 700 kWh Energie, schaffen rund 200 Kilometer Reichweite und sind damit für den städtischen Alltag optimiert. Temperatur, Heizung und Einsatzzeiten spielen dabei eine Rolle, die Fahrpläne werden entsprechend angepasst.

Die Energieversorgung hat ebenfalls ein Upgrade bekommen. Auf dem Gelände in Möhringen wurde ein eigenes Unterwerk mit vier Megawatt Leistung gebaut. Photovoltaikflächen auf den Dächern der Busaufstellflächen sind geplant, um den Betrieb noch nachhaltiger zu machen. Damit bewegt sich die SSB in Richtung eines geschlossenen Energie- und Mobilitätskreislaufs.

Das Land Baden-Württemberg fördert die Transformation massiv: Für die Möhringer Anlage fließen rund 13 Millionen Euro, für die Beschaffung von 49 neuen Elektrobussen weitere 14 Millionen. Insgesamt übernimmt das Land rund 85 Prozent der Kosten für die Infrastruktur.

Noch 2025 kommen zehn weitere Gelenkbusse für den Standort Gaisburg, Anfang 2026 folgen sechs Solobusse. Die Flotte wächst Stück für Stück, der Fahrgast erlebt nach und nach einen leisen, sauberen und spürbar anderen Busverkehr. Für die SSB ist das die größte Veränderung seit fast hundert Jahren Linienbusbetrieb – und für Stuttgart ein Signal, dass emissionsfreie Mobilität in der Innenstadt kein Zukunftstraum mehr ist, sondern bereits Realität.

Mehr Infos

0 replies on “Neue Ladeanlage: Stuttgart bringt den Stadtbus auf Strom”