
Seit kurzem fließt der Radverkehr zwischen Böblingen und Stuttgart noch geschmeidiger. Die neue Brücke über die Panzerstraße ist am Start, klar, funktional und ein richtig ästhetisches Bauwerk. Damit endet das tägliche Warten auf Lücken im Autoverkehr. Ab sofort rollt man auf knapp 200 Metern Stahl und Eleganz quer über eine der meistbefahrenen Straßen des Landkreises.
Der RS1 ist Baden-Württembergs erster Radschnellweg. Seit 2019 verbindet er Stuttgart mit Böblingen und zählt mittlerweile rund 1,5 Millionen Radfahrten. Nur: Bislang stoppte der Flow an der Kreisstraße 1057, besser bekannt als Panzerstraße.
Täglich rauschen hier rund 20.000 Autos durch. Mit dem neuen Einkaufszentrum auf dem ehemaligen Kasernengelände dürfte das noch zunehmen. Wer mit dem Rad unterwegs war, musste bisher im Berufsverkehr gute Nerven und eine ordentliche Portion Glück mitbringen.

Jetzt gibt es eine starke Lösung. Die Brücke ist 200 Meter lang, fünf Meter breit, mit LED-Licht im Handlauf und nur minimaler Steigung. Alles so gebaut, dass es für alle gut rollt, auch ohne E-Bike. Die Hauptspannweite über der Straße misst 40 Meter, das Mittelstück aus 240 Tonnen Stahl wurde in einer Kranaktion eingehoben. Entworfen hat das Ganze das Stuttgarter Büro Schlaich, Bergermann und Partner.
Der Weg dahin war lang. Als die Planung 2021 begann, schoss der Ukraine-Krieg die Stahlpreise in die Höhe. Über acht Millionen Euro standen im Raum, das war nicht tragbar. Auch die Baumfällungen für den geschwungenen Verlauf sorgten für Kritik. Erst mit neuen Ausschreibungen und gesunkenen Preisen war das Projekt machbar. Am Ende kostete der Bau 5,8 Millionen Euro, das Land übernahm mit 3,8 Millionen den Großteil.
Das vermeintlich “viele Geld” ist gut investiert. Jetzt steht das Meisterwerk und wird viel genutzt. Eine Brücke, die zeigt, was möglich ist, wenn man Radverkehr ernst nimmt. Sie macht den RS1 noch attraktiver und gibt der Region einen Schub in Richtung moderner Mobilität. Wer drüberfährt, merkt sofort: genau so muss das sein.















