
Stuttgart geht in die nächsten Haushaltsberatungen für den Doppelhaushalt 26/27, die härter werden als erwartet. Die Verwaltung hat den Gemeinderat informiert, dass die Lage noch enger wird, als es die ohnehin schon ernüchternden Prognosen vermuten ließen.
Der Grund liegt klar auf dem Tisch. Die Gewerbesteuer rauscht nach unten. Und zwar nicht nur leicht, sondern richtig deutlich. In den letzten Jahren war das einer der stärksten Pfeiler im Stadthaushalt. Jetzt bricht er weg.
Die Zahlen zeigen, wie massiv das wird. Seit 2022 lagen die Gewerbesteuereinnahmen stabil zwischen einer und anderthalb Milliarden Euro. Für 2025 wird inzwischen nur noch mit rund 750 Millionen gerechnet. Für 2026 rutschen die Erwartungen um 200 Millionen nach unten. Für 2027 nochmals um 100 Millionen.
Damit wackelt der komplette Entwurf des Doppelhaushalts 2026/27. Das Fundament bröselt, das Reißbrett ist wieder Startpunkt. Die Verwaltung spricht offen von einer gewaltigen Herausforderung. Die Stadt muss einen genehmigungsfähigen Haushalt hinbekommen. Ohne den steht vieles still. Eine haushaltslose Zeit bedeutet eingefrorene Projekte und keine neuen Akzente für die Stadtgesellschaft.
Klar ist auch, dass es Einschnitte geben wird. Quer durch die Stadt, ohne Schonraum. Kurzum. Stuttgart wird spüren, dass weniger Geld reinkommt. Trotzdem versucht die Verwaltung, noch etwas Luft für freiwillige Leistungen zu lassen. Gerade diese Angebote prägen den Alltag im Kessel und machen Stuttgart lebendig.
Die Beratungen gehen am Montag los. Eine Woche, in der Zahlen rot aufleuchten, Positionen kippen, neue Ideen auftauchen und manches schwer runtergeht. Stuttgart kann viel ab. Trotzdem zeigt dieser Moment, wie stark die Stadt von der Stimmung in der Wirtschaft abhängt – die damit ebenfalls in der gesellschaftlichen Verantwortung steht, wie die großen Konzerne oft großspurig betonen.
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