Magenta zieht ein: Pinke Häuser auf dem Stuttgarter Schlossplatz

Feels like Magenta-Schlossallee bei Monopoly: Wer in diesen Tagen am Stuttgarter Schlossplatz vorbeikommt, sieht plötzlich zwölf pinke Minihäuser aufgereiht zwischen Königsbau und Kunstmuseum. Sie wirken verspielt, fast wie aus einem überdimensionalen Brettspiel herausgenommen. Doch hinter der Installation steckt eine klare künstlerische Idee: Architektur, die sich bewegt.

Die Häuser stammen vom Pforzheimer Künstler und Architekten Andreas Sarow. Bekannt wurde er durch Arbeiten, die den Alltag und unser Verhältnis zu Bauwerken hinterfragen, pink scheint allgemein seine Projektfarbe zu sein.

Für sein aktuelles Projekt hat er kleine, transportable Häuser entworfen, die von Stadt zu Stadt reisen. Damit stellt er eine einfache Frage: Was bedeutet ein Haus, wenn es nicht fest verankert ist, sondern den Ort wechselt?

Die pinke Farbe ist nicht nur Blickfang, sondern auch Anspielung. Sie verweist auf Druckprozesse, bei denen Magenta eine der Grundfarben bildet. Produziert wurden die ersten Exemplare in einer alten Baracke in Pforzheim, die Sarow zu seiner Werkstatt umfunktionierte. Maße und Proportionen der Baracke spiegeln sich in den Häuschen wider, was ihnen einen eigenen Ursprung sortiert.

Dass der Auftakt ausgerechnet in Stuttgart stattfindet, hat biografische Gründe. Hier hat Sarow vor einem Vierteljahrhundert sein Architekturstudium abgeschlossen. Mit dem Schlossplatz hat er einen Ort gewählt, an dem Gegensätze aufeinandertreffen: der strenge Königsbau, das gläserne Kunstmuseum und dazwischen die pinken Objekte, die beides miteinander irritieren und verbinden.

Die Installation ist nur für kurze Zeit zu sehen. Danach werden die Häuser wieder verladen und tauchen an einem anderen Ort auf. Wohin die Reise geht, ist noch offen. Sicher ist nur, dass die kleinen Wanderhäuser unterwegs immer wieder neue Fragen stellen – über Heimat, über Beständigkeit und über den Wert von Architektur.

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