Kunstmuseum Stuttgart mit Besucherrekord im Jubiläumsjahr 2025

2025 war ein besonderes Jahr am Kleinen Schlossplatz. Ein Jubiläumsjahr, das gleich doppelt zählte. Hundert Jahre Sammlung, zwanzig Jahre Kunstmuseum Stuttgart. Und am Ende steht eine Zahl, die hängen bleibt. Rund 805.000 Besucherinnen und Besucher, so viele wie nie zuvor seit der Eröffnung.

Das Herz dieses Jahres schlug in der Ausstellung Doppelkäseplatte. Sie lief sieben Monate lang und entwickelte eine eigene Dynamik. Die Sammlung wurde nicht chronologisch abgearbeitet, sondern lebendig verschränkt. Geschichte traf Gegenwart, schwere Namen standen neben überraschenden Positionen.

Dazu ein Programm, das weit über klassische Ausstellungstermine hinausging. Konzerte, Performances, Theater, Comedy, Vorträge, Artist Talks. Ein Musikfestival auf dem Kleinen Schlossplatz, direkt vor der Tür. Das Museum war Teil des Stadtraums, nicht abgeschottet, sondern mittendrin.

Ein wesentlicher Faktor war der freie Eintritt über einen längeren Zeitraum. Viele sind zum ersten Mal gekommen, andere haben das Haus neu entdeckt. Kunst ohne Eintrittskarte, ohne Hürde, einfach zugänglich.

Diese Öffnung zeigte Wirkung. 248 öffentliche Führungen und Workshops fanden statt, tagsüber und nachts, in verschiedenen Sprachen, inklusiv gedacht. Hinzu kamen fast 600 zusätzliche Gruppenangebote, darunter zahlreiche Schulklassen und Kindergartengruppen. Kunstvermittlung als Selbstverständlichkeit, nicht als Pflichttermin.

Auch die weiteren Ausstellungen des Jahres trugen das Jubiläum. Die Präsentationen zu Anita Berber, Joseph Kosuth und Romane Holderried Kaesdorf fanden ein großes Publikum. Ein besonderer Moment war die Deutschlandpremiere von Christian Marclays „The Clock“. Der 24 Stunden Film lief an zwei Sonderterminen komplett und zog Besucherinnen und Besucher an, die Zeit plötzlich anders wahrnahmen, langsamer, dichter, bewusster.

Zum Jubiläumsjahr gehörten auch Preise und Auszeichnungen. Der Hans Molfenter Preis 2025 ging an Heba Y. Amin und Horizontaler Gentransfer und setzte ein weiteres Zeichen für die internationale Ausrichtung des Hauses. Parallel dazu feierte die Frischzelle ihre Jubiläumsausgabe und zeigte einmal mehr, wie konsequent junge und experimentelle Positionen in Stuttgart ihren Platz haben.

Der Ausblick ist klar. Noch bis April 2026 laufen mehrere Ausstellungen im Kunstmuseum. Danach schließt das Haus für eine umfassende Sanierung für ein knappes Jahr. Ab Mitte April zieht das Museum vorübergehend ins Kunstgebäude am Schlossplatz und kehrt damit an einen historischen Ort der städtischen Sammlung zurück.

Dieses Jubiläumsjahr hat gezeigt, wie tief das Kunstmuseum in Stuttgart verankert ist, als Ort für Kunst, für Begegnung, für Austausch. Die Doppelkäseplatte war dabei nicht nur Ausstellungstitel, sondern ein Zustand. Reich gedeckt, vielfältig, überraschend. Stuttgart hat zugegriffen. Und gerne noch eine Portion genommen.

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