Kaufhof Stuttgart: Gemeinderat beschließt neues Verwaltungskonzept

ehemaliger Kaufhof Stuttgart

Seit Anfang Januar 2024 steht die ehemalige Galeria-Kaufhof-Filiale an der Ecke Eberhardstraße und Steinstraße leer. In den vergangenen zweieinhalb Jahren gab es zahlreiche Ideen für die Zukunft des markanten Gebäudes im Herzen der Stuttgarter Innenstadt. Jetzt ist aus den ersten Vorschlägen eine politische Grundsatzentscheidung geworden.

Der Gemeinderat hat beschlossen, dass das ehemalige Kaufhof-Gebäude sowie das benachbarte Parkhaus, beide im Eigentum der Stadt Stuttgart, künftig überwiegend als neuer Verwaltungsstandort genutzt werden sollen. Dort sollen vor allem Ämter und Bürgerdienste mit viel Publikumsverkehr einziehen. Ziel ist es, die bislang über die Innenstadt verteilten Verwaltungsstandorte stärker zu bündeln und rund um das Rathaus ein kompaktes Verwaltungsquartier entstehen zu lassen.

Gegenüber den ursprünglichen Plänen gibt es jedoch eine wichtige Ergänzung. Die Erd- und Untergeschosse sollen öffentlich zugänglich bleiben. Dort PRÜFT die Stadt unter anderem Flächen für das Haus der Kulturen, das Haus des bürgerschaftlichen Engagements sowie möglicherweise auch das Europahaus.

Ergänzt werden könnten diese Nutzungen durch Gastronomie und weitere öffentliche Angebote, die das Gebäude stärker mit der Innenstadt verzahnen. Hoffen wir, dass es nicht nur bei einer ÜBERPRÜFUNG bleibt.

Damit verabschiedet sich die Stadt gleichzeitig von mehreren Ideen, die in den vergangenen Monaten diskutiert wurden. Ein eigenständiges Haus der Kulturen, eine Spielstätte für die freie Tanz und Theaterszene sowie Wohnungen innerhalb des Kaufhof-Gebäudes werden in der bisherigen Form nicht weiterverfolgt. Wohnraum soll stattdessen an einem anderen städtischen Standort entstehen.

Nach ersten Untersuchungen könnten in dem Gebäudekomplex künftig rund 580 bis 660 Arbeitsplätze entstehen. Besonders publikumsintensive Verwaltungsbereiche sollen dort einziehen und zentrale Anlaufstellen für Bürgerinnen und Bürger schaffen.

Auch bei der Bauweise zeichnet sich eine Richtung ab. Anders als bei einem vollständigen Neubau setzt die Stadt auf den weitgehenden Erhalt des bestehenden Gebäudes. Das Tragwerk soll erhalten und energetisch saniert werden. Damit sollen Ressourcen geschont und gleichzeitig Treibhausgasemissionen reduziert werden.

Mit dem Grundsatzbeschluss beginnt nun die nächste Phase. Die Verwaltung wurde beauftragt, Machbarkeitsstudien und die weitere Planung auszuarbeiten. Dafür stehen zunächst 500.000 Euro aus bereits eingeplanten Mitteln bereit. Anfang 2027 soll eine erste Kostenschätzung vorliegen, ein Bau und Vergabebeschluss ist frühestens 2028 vorgesehen. Läuft alles nach Plan, könnte der erste Bauabschnitt im Jahr 2032 fertiggestellt werden.

Mit der Entscheidung des Gemeinderats erhält eines der größten Leerstandsprojekte der Stuttgarter Innenstadt erstmals einen verbindlichen politischen Rahmen. Auch wenn viele Details noch ausgearbeitet werden müssen, ist die Richtung nun klar: Das ehemalige Kaufhof-Gebäude soll künftig das neue administrative Herz der Stadt werden und gleichzeitig im Erdgeschoss Platz für öffentliche und kulturelle Nutzungen bieten.


Facts

Standort: Ehemaliges Galeria-Kaufhof-Gebäude und Parkhaus, Eberhardstraße/Steinstraße, Stuttgart

Beschluss: Der Gemeinderat hat den Grundsatzbeschluss für die künftige Nutzung gefasst.

Geplante Nutzung: Verwaltungszentrum mit publikumsintensiven Ämtern und Bürgerdiensten

Öffentliche Bereiche: Erd und Untergeschosse sollen für kulturelle und öffentliche Nutzungen sowie Gastronomie geprüft werden.

Arbeitsplätze: Geplant sind rund 580 bis 660 Arbeitsplätze.

Gebäude: Erhalt des bestehenden Tragwerks mit energetischer Sanierung statt vollständigem Neubau

Wohnungen: Im Kaufhof-Gebäude nicht mehr vorgesehen, Wohnraum soll an einem anderen städtischen Standort entstehen.

Nächste Schritte: Machbarkeitsstudien und Vorplanung bis Anfang 2027, Bauentscheidung frühestens 2028

Geplante Fertigstellung: Erster Bauabschnitt voraussichtlich 2032

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