Die großen Bühnen der Jazz Open Stuttgart ziehen Jahr für Jahr Tausende Menschen auf den Schlossplatz, in den Alten Schlossgarten oder auf den Marktplatz. Wer allerdings glaubt, das Festival spiele sich nur hinter Ticketkontrollen ab, übersieht einen der spannendsten Bausteine des Programms. Mit den Open Stages verwandeln die Jazz Open auch 2026 wieder einige der schönsten Orte der Stuttgarter Innenstadt in frei zugängliche Konzertbühnen.
Zwischen StadtPalais, Musikpavillon, Domkirche St. Eberhard, Stadtbibliothek, Kunstgebäude und BIX Jazzclub entsteht für knapp zwei Wochen ein musikalischer Parcours durch die City. Das Beste daran: Der Eintritt ist komplett kostenlos.
Stuttgart wird zur Festivalbühne
Besonders das StadtPalais am Wilhelmsplatz entwickelt sich während der Jazz Open längst zu einem kleinen Festival im Festival. Wenn die Dämmerung über die Stadt zieht, die Fassade angestrahlt wird und sich Besucher auf den Treppen und Terrassen verteilen, entsteht eine sommerliche Kulisse mitten in der City.
Dort treten an zehn Abenden Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und Europa auf. Auf dem Programm stehen unter anderem Louisiana Funky Butts, XXJULÍA, Nina Caroline, King Josephine, Conic Rose, Philine Sonny, Jazzbois, Rasha Nahas und Colt.
Wer tagsüber unterwegs ist, wird am Musikpavillon auf dem Schlossplatz fündig. Direkt zwischen Grünflächen, Brunnen und Innenstadt sorgen Desmadre Orkesta, MarkMoon, coeur fragile und Memphis Special für musikalische Begleitung im Herzen Stuttgarts.

Konzerte zwischen Büchern, Kirchen und Kunst
Die Open Stages leben von ihren ungewöhnlichen Spielorten. In der Domkirche St. Eberhard wird die Kirche erneut zur Konzertlocation. Das Lisa Wilhelm Quartett feat. Mareike Riegert gastiert dort am 9. Juli.
Auch die Stadtbibliothek beteiligt sich wieder am Festival. Im Galeriesaal tritt die Schweizer Künstlerin Odd Beholder auf und bringt Indie-Pop und elektronische Klangwelten ins Europaviertel.
Eine besondere Adresse ist 2026 das Kunstgebäude am Schlossplatz. Wegen der laufenden Sanierung des Kunstmuseums zieht die traditionelle Jazz Open Matinee in den Kuppelsaal des Kunstgebäudes um. Dort spielt am 12. Juli das Axel Kühn Trio.
Kostenlos bis tief in die Nacht
Wer nach den Hauptkonzerten noch nicht nach Hause möchte, kann sogar bis spät in die Nacht weitermachen. Der BIX Jazzclub öffnet an zwei Festivalabenden seine Türen für kostenlose Late Night Sessions und verlängert damit die musikalischen Sommernächte in Stuttgart.

Ein Festival für die ganze Stadt
Genau hier liegt der besondere Reiz der Open Stages. Man braucht kein Ticket, keine lange Planung und keinen festen Zeitplan. Man kann durch die Stadt schlendern, am Schlossplatz hängen bleiben, spontan im StadtPalais landen oder zwischen Bibliothek, Kirche und Kunstgebäude neue Musik entdecken.
Während die großen Namen die Schlagzeilen der Jazz Open prägen, zeigen die Open Stages jedes Jahr, wie viel Festivalgefühl auch jenseits der Hauptbühnen entstehen kann. Stuttgart wird für einige Tage zur offenen Konzertlandschaft. Zwischen historischen Gebäuden, Kulturorten und lauen Sommerabenden ergeben sich Begegnungen, die man nicht planen kann und die oft am längsten in Erinnerung bleiben.
Die Open Stages sind damit auch ein schönes Gegenstück zu den großen Ticket-Events. Wer neugierig ist, durch die Innenstadt streift und Lust auf neue Klänge hat, bekommt hier einige der spannendsten Konzertabende des Sommers geschenkt.
Facts
Jazz Open Stuttgart – Open Stages 2026
Zeitraum: 2. bis 12. Juli 2026
Eintritt: Kostenlos
Spielorte: StadtPalais, Musikpavillon Schlossplatz, Domkirche St. Eberhard, Stadtbibliothek Stuttgart, Kunstgebäude, BIX Jazzclub
Konzerte: Über 20 kostenfreie Live-Auftritte in der Innenstadt
