Freibadsaison Stuttgart gestartet: Hallenbäder zu, manche Bäder in Gefahr

Foto Stadt Stuttgart

Die Freibadsaison in Stuttgart ist bereits gestartet und wer als erstes ein DEEPES Freibad-Pommes-Gedicht auf Insta postet, bekommt eine Schelle. Den Auftakt hat das Freibad Möhringen am 25. April gemacht. Im Mai ziehen die weiteren Anlagen nach: das Höhenfreibad Killesberg am 1. Mai, die Freibäder Rosental und Sillenbuch am 9. Mai sowie das Inselbad am 16. Mai. Bis zum 13. September läuft damit die komplette Sommersaison unter freiem Himmel.

Der Betrieb folgt einem klaren Raster. Unter der Woche öffnen die Bäder ab 7 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen ab 9 Uhr. In den Früh- und Spätmonaten endet der Badetag um 19.30 Uhr, im Sommer erst um 20.30 Uhr. Der Eintritt liegt bei 5,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Kurz vor Kassenschluss gelten reduzierte Tarife, dazu kommen Saisonkarten für regelmäßige Besuche.

Mit dem Start der Freibadsaison greift in Stuttgart ein seit Jahren eingespieltes System. Der öffentliche Badebetrieb in den Hallenbädern wird weitgehend eingestellt, sobald die Freibäder öffnen. Das Personal wird vollständig für den Betrieb draußen benötigt. Hallenbäder bleiben in dieser Zeit nur für Schulen, Vereine und Kurse zugänglich. Für viele bedeutet das jedes Jahr eine klare Verschiebung der verfügbaren Wasserflächen in die Sommermonate.

Parallel zu diesem Ablauf verschärft sich die Lage bei den vereinseigenen Bädern. Betroffen sind die Anlagen in Botnang, Cannstatt, Zuffenhausen und beim MTV Stuttgart. Diese Bäder sind ein fester Bestandteil der Versorgung, insbesondere für Schulschwimmen und den Vereinssport. Gleichzeitig sind sie stark von städtischen Zuschüssen abhängig.

Die Kosten für den Betrieb sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Energie, Personal und laufende Instandhaltung treiben die Ausgaben nach oben. Die bisherigen Zuschüsse decken diesen Anstieg nicht mehr ab. Für 2026 stellt die Stadt noch einmal zusätzliche Mittel bereit, um den Betrieb vorerst zu sichern. Dieses Jahr dient als Übergangsphase, in der gemeinsam mit den Vereinen Lösungen erarbeitet werden sollen.

Ab 2027 verändert sich die Situation grundlegend. Der Zuschuss wird deutlich reduziert und auf einen festen Betrag begrenzt. Nach aktuellen Berechnungen reicht dieses Budget nicht mehr aus, um alle vier Bäder weiter zu betreiben. Es steht im Raum, dass nur noch zwei Anlagen finanziert werden können.

Die Konsequenzen sind weitreichend. Schon heute gilt Stuttgart nicht als Stadt mit besonders vielen Wasserflächen im Verhältnis zur Bevölkerung. Wenn Bäder wegfallen, verschärft sich die Situation weiter. Das betrifft den Vereinssport genauso wie den Schwimmunterricht. Gleichzeitig steigt der Druck auf die verbleibenden Anlagen, die bereits jetzt stark ausgelastet sind.

Die Vereine versuchen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und einen Wettbewerb untereinander zu vermeiden. Diskutiert werden Einsparungen, Anpassungen im Betrieb und neue Finanzierungsmodelle. Klar ist aber auch, dass kurzfristige Maßnahmen allein nicht ausreichen werden, um den Betrieb dauerhaft zu sichern.

Einzelne Standorte wie das MTV-Freibad stehen besonders im Fokus. Dort wird aktuell geprüft, welche Rolle das Bad künftig spielen kann und unter welchen Bedingungen ein Weiterbetrieb möglich ist.

Die Freibadsaison läuft damit in zwei Richtungen. Auf der einen Seite steht ein stabil organisierter Sommerbetrieb mit klaren Strukturen. Auf der anderen Seite wächst der Druck auf die langfristige Sicherung der Bäderlandschaft in Stuttgart. Entscheidungen dazu werden im Laufe des Jahres erwartet.

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