Foto-Recap: Stuttgart 21 – Tag der offenen Baustelle 2026

Das Beste an dieser diffusen Zeitachse rund um Stuttgart 21 ist fast schon ein GESCHENK. Niemand weiß, wann das Ding wirklich ÖFFNET. 2029, 2030, vielleicht später oder GAR NIE????? Dafür bleibt uns dieses eigentümliche Ritual erhalten. Der Tag der offenen Baustelle an Ostern. Und die Metropolregion Stuggiboogiewoogie kommt HARDER LIKE LAST NIGHTS ERECTION (ATCQ VOICE).

Zehntausende machen sich auf den Weg in die Stadt, viele seit langer Zeit mal wieder mit dem Zug. Rein nach Stuttgart, rein ins Zentrum, rein in dieses große, seit Jahren diskutierte Konstrukt. Ein kollektiver Ausflug in den Maschinenraum der eigenen Mythen.

Oben am Hauptbahnhof beginnt das Schauspiel. Menschen steigen aus, schauen sich um und wirken kurz irritiert. Das ist also dieses Stuttgart, über das sie IM INTERNET so viel gelesen haben.

Dann der erste Kontakt mit der Rolltreppe. Ein kurzer Moment der Überforderung. Zögerlich, tastend, leicht verloren. Die nächste Rolltreppe in Weil der Stadt ist halt die im Leo Center, da kommt man aus der Übung.

Unten entfaltet sich das, worum es eigentlich geht. Kelchstützen, Lichtaugen, Bahnsteige, alles da. Ein Raum, der gleichzeitig fertig aussieht und doch noch nicht funktioniert. Architektur als Versprechen. Infrastruktur im Wartemodus. Man läuft durch, schaut hoch, fotografiert, versucht zu verstehen, wie das alles irgendwann zusammenfinden soll.

Erstmals ist auch der Bonatzbau von innen zugänglich. Nicht mehr nur Fassade, sondern begehbarer Teil dieses großen Umbaus. Alte Substanz trifft auf neue Ordnung, ein kurzer Moment, in dem sich die Zeitschichten übereinanderschieben.

Draußen schiebt sich die Menge weiter. Familien, Grüppchen, neugierige Einzelgänger, knapp 80.000 sollen es an den drei Tagen wieder gewesen sein. Viele wirken ein bisschen planlos, treiben durch das Gelände wie durch einen Themenpark ohne klare Dramaturgie. Ein paar bleiben einfach stehen und schauen.

Andere laufen alles ab, als gäbe es am Ende eine Lösung, zwischen Beton-Museum und der scheinbaren Zukunft, die Ende 1980 (!!!) erstmals gedanklich aufpoppte. Und ja, man merkt auch, dass nicht jeder hier ein geborener Baustellen-Connaisseur ist, eine Mischung aus Überforderung und ehrlicher Neugier.

Abends dann der Rückzug. Wieder raus aus der Stadt, zurück in die Region. Ein Satz hängt in der Luft, fast schon ein Mantra. War toll, aber anstrengend. Und später gibt es ja noch Spargel und eines ist sicher: An Ostern 2027 fahren wir wieder IN DIE STADT und erleben den Metazustand zwischen Baustelle und Besucherstrom, zwischen Erwartung und Wirklichkeit.

Alles rund um die geilste Baustelle der Welt

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