
Es ist wieder diese Jahreszeit. Die Temperaturen steigen, die Plätze füllen sich, und mit ihnen kehrt eines der verlässlichsten Sommer-Themen der Stadt zurück: Müll am Feuersee und auf dem Marienplatz.
Während die vermeintlichen Star-Journalisten im Möhringer Pressehaus inzwischen ganz unironisch von einer drohenden „Müll-Metropole Stuttgart“ schreiben, nehmen die Hinterlassenschaften an den beliebten Treffpunkten tatsächlich spürbar zu. Besonders nach warmen Wochenenden bleiben Flaschen, Verpackungen und Essensreste zurück. Erst vergangenes Wochenende gleicht der Feuersee zeitweise einem kleinen Festivalgelände unter freiem Himmel.
OB Dr. Frank Nopper befindet sich damit einmal mehr in jener Art von Dauer-Rufbereitschaft, die der Stuttgarter Sommer inzwischen zuverlässig mitliefert.
Ein Vorschlag liegt eigentlich auf der Hand: Kassenhäusle aufstellen und Eintritt verlangen. 15 Euro am Feuersee, 12 Euro am Marienplatz. Wer einen der begehrtesten Plätze der Stadt nutzen möchte, zahlt seinen Beitrag. Die Stadtkasse würde sich freuen, die Reinigungskräfte vermutlich auch.
Doch Stuttgart denkt in diesem Fall erstaunlich wenig kapitalistisch.
Statt Eintrittsbändchen und Drehkreuzen setzt die Stadt auf Verbote, zusätzliche Reinigung und mehr Kontrolle. Rund um den Feuersee im Westen sowie auf dem Marienplatz im Süden gilt künftig in der Nacht von Samstag auf Sonntag ein Aufenthaltsverbot. Die Regelung greift von Samstag, 24 Uhr, bis Sonntagmorgen um 6 Uhr.
Hintergrund sind neben den Müllmengen auch die Belastungen für die Anwohnerschaft. Während die Stimmung am Abend meist ausgelassen ist, wird die Nacht für viele Anwohner zunehmend zur Geduldsprobe.
Zusätzlich werden weitere Abfallbehälter aufgestellt. Am Feuersee, Marienplatz und Max-Eyth-See kommen zusätzliche Container hinzu. Auch die Reinigungsleistungen werden ausgeweitet. Mehrere Teams stehen an den Wochenenden in Rufbereitschaft, um die Flächen bereits in den frühen Morgenstunden wieder herzurichten.
Am Marienplatz und am Max-Eyth-See werden außerdem zusätzliche Toilettenanlagen eingerichtet. Ergänzend schickt die Stadt Sicherheits- und Servicekräfte an die bekannten Treffpunkte, um Besucher über die geltenden Regeln zu informieren.
Ein großer Dank geht dabei erneut an die Teams des AWS. Während viele ihre Sommerabende am Wasser, auf Treppenstufen und Wiesen verbringen, sorgen sie oft schon wenige Stunden später dafür, dass Feuersee, Marienplatz und Max-Eyth-See wieder halbwegs so aussehen, wie man sich einen öffentlichen Platz in Stuttgart vorstellt.
Ob die Maßnahmen ausreichen, wird sich zeigen. Sicher ist lediglich: Der Sommer hat gerade erst begonnen und das Thema Müll dürfte uns noch einige Schlagzeilen aus dem Möhringer Pressehaus bescheren.
