Stuttgart plant Fahrradstraße in der Lautenschlagerstraße

City street in a modern downtown with tall buildings, trees, and pedestrians at crosswalks.

Die Lautenschlagerstraße gehört zu den wichtigsten Verbindungen zwischen Hauptbahnhof, Königstraße und dem Palast der Republik. Täglich treffen hier tausende Fußgänger, Radfahrer und Autos aufeinander. Genau dieser Bereich soll in den kommenden Jahren grundlegend neu geordnet werden. Die Stadt Stuttgart plant, die rund 410 Meter lange Straße zur nächsten Fahrradstraße der Innenstadt auszubauen und gleichzeitig den öffentlichen Raum für Fußgänger aufzuwerten.

Die Planungen sehen eine Umsetzung in zwei Schritten vor. Zunächst soll eine sogenannte Quick-Win-Variante entstehen, die weitgehend ohne größere Bauarbeiten auskommt. Anschließend ist ein umfangreicher Umbau des Kreuzungsbereichs an der Kronenstraße vorgesehen, inklusive eines neuen Minikreisverkehrs.

Der südliche Abschnitt der Lautenschlagerstraße zwischen Bolzstraße und Thouretstraße ist bereits seit 2023 für den allgemeinen Autoverkehr gesperrt. Dieser Verkehrsversuch soll nun dauerhaft bestehen bleiben. Lediglich Lieferverkehr zu festgelegten Zeiten sowie Fahrten zu Behindertenparkplätzen bleiben weiterhin möglich.

Die erste Baustufe setzt vor allem auf neue Markierungen und eine veränderte Verkehrsführung. Die für Stuttgart typischen türkisfarbenen Fahrradstraßen-Markierungen werden ergänzt durch eingefärbte Kreuzungsbereiche, zusätzliche Beschilderung und Sicherheitstrennstreifen neben parkenden Fahrzeugen.

Außerdem entstehen rund 70 neue Fahrradbügel, Baumkübel, Sitzpoller sowie Flächen für E-Scooter. Die Fahrradstraße erhält an der Kreuzung zur Thouretstraße künftig Vorrang. An der Kreuzung mit der Kronenstraße bleibt die bisherige Vorfahrtsregelung zunächst bestehen.

Urban street with modern buildings, trees, and a large metal sculpture in a plaza on the right; pedestrians in the distance.

Mit der Fahrradstraße verändert sich gleichzeitig die Erschließung der umliegenden Parkhäuser. Kfz-Durchgangsverkehr soll künftig konsequent verhindert werden. Die Tiefgaragen bleiben erreichbar, allerdings teilweise über neue Zufahrtswege. Öffentliche Stellplätze, Behindertenparkplätze sowie Ladeplätze für Elektrofahrzeuge bleiben erhalten. Auch die Zahl der Parkplätze im Straßenraum soll unverändert bleiben.

Im zweiten Bauabschnitt folgt der eigentliche Umbau des Knotenpunkts Lautenschlagerstraße und Kronenstraße. Dort plant die Stadt einen Minikreisverkehr mit einem Außendurchmesser von 18 Metern. Ziel ist es, den Verkehr zu entschleunigen, die zahlreichen Fußgängerquerungen sicherer zu gestalten und den gesamten Kreuzungsbereich übersichtlicher zu organisieren. Gleichzeitig sollen die Gehwege verbreitert werden. Wie die zusätzlichen Flächen künftig genutzt oder begrünt werden, ist noch offen.

Gerade dieser Kreisverkehr sorgt allerdings bereits für Diskussionen. Aus Teilen des Gemeinderats gibt es die Forderung, der Fahrradstraße an dieser Stelle stattdessen Vorfahrt einzuräumen. Befürworter argumentieren, dass die Lautenschlagerstraße als Hauptradroute deutlich wichtiger sei als die Kronenstraße, die überwiegend der Erschließung der Parkhäuser dient. Die Verwaltung hält bislang dennoch am Kreisverkehr fest.

Die Bedeutung der Achse wird auch durch aktuelle Verkehrszahlen deutlich. An Werktagen wurden bis zu 2.650 Autos, rund 1.300 Fahrräder sowie mehr als 22.500 Fußgängerquerungen gezählt. An Samstagen steigt insbesondere der Verkehr in den Abendstunden deutlich an.

Sollte der Gemeinderat zustimmen, könnte die erste Baustufe im Laufe des Jahres 2027 umgesetzt werden. Die Kosten werden derzeit noch ermittelt. Nach Berechnungen der Stadt soll die neue Fahrradstraße jährlich rund 7,1 Tonnen CO2 einsparen.

Urban street scene with parked motorcycles on the right, bikes on the left, and modern buildings under a blue sky with trees along the sidewalk.

Facts

  • Fahrradstraße auf rund 410 Metern zwischen Hauptbahnhof und Palast der Republik
  • Bestandteil der Hauptradroute 4
  • Umsetzung in zwei Baustufen
  • Quick-Win-Variante mit Markierungen, Beschilderung und Stadtmobiliar
  • Rund 70 neue Fahrradbügel geplant
  • Baumkübel, Sitzpoller und E-Scooter-Flächen vorgesehen
  • Verkehrsversuch aus dem Jahr 2023 wird dauerhaft übernommen
  • Kfz-Durchgangsverkehr soll künftig unterbunden werden
  • Parkhäuser bleiben über angepasste Verkehrsführung erreichbar
  • Zweite Baustufe mit Minikreisverkehr an der Kronenstraße
  • Gehwege sollen dort verbreitert werden
  • Erste Umsetzung voraussichtlich ab 2027
  • Erwartete CO?-Einsparung: rund 7,1 Tonnen pro Jahr

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