Schwäbische Las Vegas Sphere: Die Deutsche Bahn hat den ersten Zugang zum zukünftigen Tiefbahnhof Stuttgart 21 vorgestellt. Der neu enthüllte Südeingang liegt in direkter Nachbarschaft zur Stadtbahnhaltestelle Staatsgalerie und verbindet zukünftig, wenn DAS ALLES MAL FERTIG SEIN SOLLTE, alle Innenstadtlinien direkt mit dem Hauptbahnhof.
Über 720 maßgefertigte Glasscheiben formen eine filigrane Gitterschale aus Stahl, die mehr als 100 Tonnen wiegt. Das Ergebnis: ein transparenter, lichtdurchfluteter Auftakt zum unterirdischen Bahnhof. Die Struktur ruht auf dem Rohbau-Beton und überspannt den Abgang zu den Verteilerstegen im Untergeschoss. Das Design setzt auf eine Kombination aus technischer Präzision, skulpturaler Wirkung und funktionalem Anspruch.
Die Arbeiten an der Eingangskuppel begannen im Herbst 2024 unter Zelten, um wetterunabhängig bauen zu können. Realisiert wurde die Konstruktion von der Fassadenbau-Firma Seele aus Bayern, die auch für die Lichtaugen des Bahnhofsdachs verantwortlich ist. Die architektonische Handschrift stammt vom Büro Ingenhoven, das mit dem Projekt ein ikonisches Zeichen für das neue Bahnzeitalter setzen will.
Mit dem Zugang an der Willy-Brandt-Straße soll sich nicht nur die Anbindung für Bahnreisende verbessern. Auch für das baustellengeplagte Kernerviertel bedeutet der Eingang eine Erleichterung. Perspektivisch soll die Autoverkehrsführung im Bereich Gebhard-Müller-Platz entlastet werden, was den Fußwegen zum Bahnhof zugutekommt.
Technisch ist der Zugang eher minimalistisch gehalten: Eine Rolltreppe und ein Aufzug übernehmen den Transport zwischen Straßen- und Bahnebene. Kritik an dieser Beschränkung auf eine Rolltreppe wurde bereits laut.
Ob sich der neue Eingang langfristig als ikonisches Wahrzeichen etablieren kann, bleibt abzuwarten. Die Formensprache und die Inszenierung bei Dämmerung erinnern jedenfalls stark an internationale Architekturhighlights. Visuelle Vergleiche mit der Pyramide des Louvre in Paris werden nicht zufällig gezogen. Oder eben: Las Vegas Sphere.
