Einwohnerzahl Stuttgart 2025 sinkt weiter

Stuttgart zählt nach. Und diesmal klingt es nicht nach Wachstumseuphorie, sondern nach einer leisen Verschiebung im urbanen Gefüge. Die aktuelle Einwohnerbilanz zeigt, dass unsere Stadt weiter an Bevölkerung verliert, eine Entwicklung, die viel über Wohnraum, Lebensentwürfe und die Dynamik zwischen Kernstadt und Region erzählt.

Zum 31. Dezember 2025 waren 605.663 Menschen mit Hauptwohnung in Stuttgart gemeldet. Innerhalb eines Jahres bedeutet das ein Minus von 3.671 Personen. Haupttreiber ist die Wanderungsbewegung über die Stadtgrenzen hinweg.

Der Wanderungssaldo lag bei minus 3.252 Personen. Besonders stark bleibt die Abwanderung ins Umland der Region Stuttgart. Per Saldo zogen 3.300 Menschen aus der Stadt in die umliegenden Landkreise.

Bei deutschen Staatsangehörigen fiel der Wanderungssaldo mit minus 3.659 deutlich negativ aus. Bei Personen ohne deutschen Pass ergab sich dagegen ein leichter Überschuss von plus 407.

Insgesamt lebten Ende 2025 genau 170.289 Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Stuttgart. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung beträgt 28,1 Prozent. Dass diese Zahl dennoch rückläufig ist, hängt maßgeblich mit Einbürgerungen zusammen. 3.719 Personen wechselten im vergangenen Jahr von einer ausländischen zur deutschen Staatsangehörigkeit.

Auch die natürliche Bevölkerungsentwicklung bleibt negativ. 5.327 Geburten standen 5.746 Sterbefällen gegenüber. Das ergibt ein Geburtendefizit von 419 Personen. Die Fertilitätsrate liegt bei 1,12 Kindern pro Frau und hat sich nach vorherigem Rückgang stabilisiert, reicht jedoch nicht aus, um das strukturelle Minus auszugleichen.

Auf Ebene der Stadtbezirke zeigt sich ein differenziertes Bild. Nur vier von 23 Bezirken wuchsen 2025. Besonders deutlich waren die Rückgänge in Möhringen mit minus 3,2 Prozent und im Bezirk Mitte mit minus 2,2 Prozent.

Zuwächse verzeichneten unter anderem Birkach mit plus 0,5 Prozent und Feuerbach mit plus 0,4 Prozent. Auch die Belegung städtischer Unterkünfte für Geflüchtete beeinflusst diese Entwicklung und verschiebt die Bilanz einzelner Quartiere.

Stuttgart bleibt mit über 600.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ein starkes urbanes Gravitationszentrum mit hoher Wertschöpfung, dichter Infrastruktur und kultureller Intensität. Doch die Zahlen zeigen klar, dass Urbanität kein Automatismus ist.

Wer im Kessel bleibt, wer geht und wer neu dazukommt, hängt eng mit Wohnraum, Preisen, Erreichbarkeit und Lebensqualität zusammen. Genau dort entscheidet sich, wie die nächste Bilanz ausfällt.

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