Earth Night 2026: Stuttgart schaltet am 11. September das Licht aus

Aerial view of a town with red-roofed houses and glowing streetlights at dusk, stretching into the hills behind the city center

Stuttgart wird am Freitag, 11. September 2026, für eine Nacht deutlich dunkler. Die Landeshauptstadt beteiligt sich an der bundesweiten Earth Night und reduziert ab 22 Uhr künstliche Lichtquellen so weit wie möglich. Ziel der Aktion ist es, auf Lichtverschmutzung aufmerksam zu machen, Energie zu sparen und die Auswirkungen künstlicher Beleuchtung auf Insekten und nachtaktive Tiere stärker ins Bewusstsein zu rücken.

Anders als bei der bekannten Earth Hour geht es bei der Earth Night nicht um eine einzelne Stunde. Das Licht soll ab spätestens 22 Uhr für die gesamte Nacht ausgeschaltet oder deutlich reduziert bleiben. Wer mitmacht, kann Außenbeleuchtung, Gartenlampen und dekorative Lichtquellen abschalten, Vorhänge oder Jalousien schließen und Beleuchtung nur dort einsetzen, wo sie tatsächlich benötigt wird.

Der Hintergrund ist größer als eine symbolische Nacht. Künstliches Licht prägt Städte heute weit über den Abend hinaus und verändert damit auch natürliche Lebensräume. Besonders Insekten und nachtaktive Tiere reagieren sensibel auf dauerhaft beleuchtete Umgebungen. Gleichzeitig steigt mit jeder unnötigen Lichtquelle der Energieverbrauch.

Stuttgart hat seine Beleuchtung bereits in den vergangenen Jahren zurückgefahren. Seit Beginn der Energiekrise im Herbst 2022 werden mehr als 30 Gebäude, Brunnen und Denkmäler dauerhaft nicht mehr angestrahlt. Nach Angaben der Stadt konnten dadurch rund 230 Megawattstunden Strom eingespart werden.

Hinzu kommen Abschaltungen der Straßenbeleuchtung auf Außerortsstrecken. Seit Mitte 2024 wurden dort weitere rund 340 Megawattstunden eingespart. Bis Mitte 2027 sollen zusätzliche Beleuchtungen auf solchen Strecken zeitlich oder über Präsenzsensoren gesteuert reduziert werden.

Parallel läuft die Umstellung der öffentlichen Beleuchtung auf LED Technik. Ende 2025 war bereits mehr als die Hälfte aller Straßenleuchten entsprechend ausgestattet. Bis 2030 sollen sämtliche öffentlichen Leuchtmittel im Stadtgebiet ersetzt sein. Der Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung soll damit gegenüber 1990 um 65 Prozent sinken.

Erprobt werden außerdem intelligente Beleuchtungssysteme, die erkennen können, ob sich Fußgänger, Fahrräder oder Autos nähern und ihre Helligkeit entsprechend anpassen. Auch unterschiedliche Lichtspektren werden getestet, damit Straßen für Menschen gut sichtbar bleiben und Insekten möglichst wenig beeinträchtigt werden.

Die Earth Night übersetzt dieses Thema für eine Nacht direkt ins Stadtbild. Weniger Beleuchtung verändert Stuttgart sofort, besonders von den Halbhöhen, den Aussichtspunkten und den Weinbergen aus. Wo sonst Straßen, Fassaden und Fenster ein permanentes Lichtermeer bilden, rückt für ein paar Stunden wieder stärker die Nacht selbst in den Vordergrund.

Earth Night Stuttgart 2026

Datum: Freitag, 11. September 2026
Beginn: spätestens ab 22 Uhr
Dauer: die gesamte Nacht bis zum nächsten Morgen
Aktion: bundesweite Earth Night
Ziel: weniger Lichtverschmutzung, geringerer Energieverbrauch, Schutz von Insekten und nachtaktiven Tieren
Stuttgart spart seit 2022: rund 230 Megawattstunden durch dauerhaft abgeschaltete Beleuchtung an mehr als 30 Gebäuden, Brunnen und Denkmälern
Zusätzliche Einsparung seit Mitte 2024: rund 340 Megawattstunden durch reduzierte Straßenbeleuchtung auf Außerortsstrecken
LED Anteil Ende 2025: mehr als 50 Prozent der Straßenleuchten
Ziel bis 2030: komplette Umstellung der öffentlichen Beleuchtung auf LED Technik
Geplante Reduktion: 65 Prozent weniger Stromverbrauch bei der Straßenbeleuchtung gegenüber 1990

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