Stuttgart war nie arm an starken Skateboard-Momenten, aber diese Bilder gehören ins Archiv der Stadt: Chad Muska 2001 unter dem Schlossplatz, im damaligen, halb unterirdischen Skatepark direkt neben dem Straßentunnel, von vielen Fahrern als „Gaskammer“ bezeichnet.
Der überaus makabre Name resultierte aufgrund des regen Autoverkehrs unmittelbar am Skatepark vorbei, entsprechend gehörte der Duft der Abgase zum Innercity-Skate-Erlebnis dazu. Heute kaum vorstellbar, damals Teil dieses sehr speziellen Stuttgarter Ortes.
Muska war zu dieser Zeit längst einer der prägenden Namen der internationalen Skateboard-Szene. Auf der C1rca Tour führte ihn sein Weg auch nach Stuttgart, dokumentiert im Transworld-Skateboarding-Video. Beton, Tunnelarchitektur, Autoverkehr und mittendrin einer der bekanntesten Skater seiner Generation, genau diese Mischung macht die Sequenz bis heute so stark.
Der Spot unter dem Schlossplatz gehört zu einer Stuttgarter Skateboard-Geschichte, die sich über Jahrzehnte an Plätzen, Treppen, Mauern und improvisierten Flächen durch die Stadt gezogen hat.
Ab 2002 musste die „Gaskammer“ dem Neubau des Kunstmuseums weichen, womit einer der markantesten Spots der damaligen Szene verschwand. Die Aufnahmen von Chad Muska konservieren diesen Ort kurz vor seinem Ende und machen ihn bis heute zu einem kleinen Artefakt internationaler Skateboard History aus Stuttgart.

