
Schon von weitem ist die Brandstelle am Grünen Heiner zu erkennen. Unterhalb der Windkraftanlage ziehen sich dunkle Spuren über den ansonsten hellgelben Hang. Was auf den ersten Blick wie frisch gemähte Wiesen wirkt, ist in weiten Teilen bereits stark ausgetrocknete Vegetation. Die anhaltende Hitze und die ausbleibenden Niederschläge der vergangenen Wochen haben die Landschaft sichtbar verändert.
Am Montagmittag, 22. Juni 2026, war über dem Grünen Heiner zwischen Stuttgart-Weilimdorf und Korntal-Münchingen Rauch aufgestiegen. Unterhalb der Windkraftanlage geriet eine Wiesenfläche in Brand. Die Feuerwehr rückte mit speziell für Vegetationsbrände ausgebildeten Einsatzkräften an und konnte das Feuer rasch unter Kontrolle bringen. Rund 100 Quadratmeter Vegetation brannten. Eine weitere Ausbreitung wurde verhindert.
Vor Ort wird deutlich, unter welchen Bedingungen sich ein solcher Brand derzeit entwickeln kann. Die Gräser auf den offenen Hanglagen sind vielerorts strohig und trocken. Große Teile der Wiesen haben ihre grüne Farbe längst verloren. Bereits ein kleiner Funke kann unter solchen Bedingungen ausreichen, um einen Vegetationsbrand auszulösen.

Dass sich das Feuer auf die verhältnismässig kleine Fläche von Stuttgarts Kultberg beschränkte, erscheint angesichts der Situation vor Ort beinahe glücklich. Rund um die Brandstelle befinden sich weitere ausgetrocknete Flächen, auf denen sich die Flammen deutlich weiter hätten ausbreiten können. Umso wichtiger war der schnelle Einsatz der Feuerwehr, die eine größere Ausdehnung des Brandes verhindern konnte.

Noch ist unklar, wodurch das Feuer ausgelöst wurde. Die aktuelle Wetterlage verschärft die Situation jedoch zusätzlich. Seit Wochen fehlt ergiebiger Regen, gleichzeitig steigen die Temperaturen immer wieder auf hochsommerliche Werte. Die Wald- und Graslandbrandgefahr befindet sich entsprechend auf einem hohen Niveau.
Der Grüne Heiner zählt zu den beliebtesten Aussichtspunkten im Stuttgarter Norden. Von hier reicht der Blick weit über das Strohgäu, die Felder rund um Korntal-Münchingen und die Gewerbegebiete entlang der A81. Der Brand zeigt, wie schnell sich die derzeitige Trockenheit auch an Orten bemerkbar macht, die viele vor allem mit Freizeit, Spaziergängen und weiten Ausblicken verbinden.

Die verkohlten Flächen am Hang werden vermutlich noch einige Zeit sichtbar bleiben. Sie erinnern daran, wie angespannt die Lage in der Region aktuell ist und wie schnell aus trockenem Gras ein Brand entstehen kann.

