
Silvester zieht weiter, der Stuttgarter Westen bleibt zurück und mit ihm die Reste einer Nacht, die längst vorbei ist. Am Bordstein sammeln sich Papphülsen, zerrissene Kartons, grauer Staub, der sich in den Asphalt frisst. Die Straßen erzählen noch Tage später von etwas, das eigentlich schon vergessen sein sollte.
Was da liegt, gehört niemandem. Keine Erinnerung, kein gutes Gefühl, nur Abfall, der seinen Weg in Gullis und Grünstreifen findet. Wer morgens durch den Westen läuft, sieht es sofort. Stuttgart im Aufräum-Modus, wieder einmal. Still, aber sichtbar. Der Lärm ist weg, der Müll bleibt.








Es ist jedes Jahr dasselbe Spiel. Kurz knallt es, dann kehrt Ruhe ein und die Stadt zahlt den Preis. Zeit, Geld, Geduld. Für ein Spektakel, das schneller verflogen ist als der Rauch zwischen den Häusern. Der Westen kann das besser. Und ehrlicher.
In den Niederlanden ist Schluss mit Böllern. Ab sofort verboten. Silvester 2025/2026 war dort das letzte Mal. Ein klarer Schnitt, der gut tut. Weniger Dreck, weniger Verletzungen, mehr Respekt für den Stadtraum und für die Menschen, die ihn teilen.
Wir Menschen haben was Besseres verdient als verbrannte Reste am Straßenrand. Zeit, das Kapitel zu schließen. Böllern braucht wirklich niemand mehr.
