
Anfang März 2026 hat in der Lautenschlagerstraße das Wirtshaus zum Kesselwirt eröffnet. Es ersetzt das bisherige „Lautenschlager“, das nach rund fünf Jahren Betrieb vollständig neu ausgerichtet wurde. Hinter dem Projekt steht Gastronom Harald Huber, der das Haus konzeptionell und gestalterisch neu aufgesetzt hat.
Die Umstellung erfolgte innerhalb von etwa acht Wochen. Im Zuge dessen wurde der Innenraum deutlich verändert. Holzvertäfelungen in dunklen Grüntönen, helle Tischflächen und eine kleinteiligere Raumstruktur prägen jetzt das Bild. Regale, Podeste und Geländer gliedern die zuvor offene Fläche. Insgesamt stehen rund 280 Sitzplätze im Innenbereich auf zwei Etagen zur Verfügung, ergänzt durch etwa 260 Terrassenplätze.

Inhaltlich rückt der Kesselwirt das klassische Wirtshaus stärker in den Mittelpunkt. Das Konzept orientiert sich an süddeutscher Gastronomie mit bayerischen und schwäbischen Einflüssen. Die Speisekarte umfasst unter anderem classy Schweinshaxe, Linsen mit Spätzle, Flammkuchen, Burger sowie vegetarische und vegane Gerichte. Zubereitet wird frisch, mit Fokus auf handwerkliche Umsetzung und ein Preisniveau, das sowohl regelmäßige Besuche als auch spontane Einkehr ermöglichen soll.
Auch das Getränkeangebot folgt dieser Linie. Ausgeschenkt wird unter anderem Bier der Stuttgarter Brauerei Dinkelacker, darunter Helles vom Fass. Ergänzt wird dies durch regionale Weine und klassische Spritzgetränke. Ein halber Liter Bier liegt preislich im unteren Bereich der Innenstadtgastronomie.

Ein zentrales Element des neuen Konzepts ist der Stehausschank im Eingangsbereich – endlich wieder STEHAUSSCHANK IN STUTTGART!!!! Dieser Bereich ist an bayerische Vorbilder angelehnt und richtet sich an Gäste, die ohne festen Sitzplatz einkehren möchten. Er ist für kurze Aufenthalte konzipiert und soll insbesondere den Übergang zwischen Straßenraum und Gastraum beleben.
Der Name „Kesselwirt“ ist bewusst gewählt. Er verweist auf die Stuttgarter Kessellage und positioniert das Haus klar in der Stadtmitte. Gleichzeitig wird mit historischen Fotografien aus Stuttgart im Innenraum gearbeitet, die den lokalen Bezug zusätzlich unterstreichen und das Wirtshaus als Teil des städtischen Gedächtnisses verankern.

Auffällig ist auch die inhaltliche Öffnung in Richtung Alltagstauglichkeit. Das Wirtshaus ist nicht auf einzelne Nutzungsmomente zugeschnitten, sondern deckt verschiedene Situationen ab, vom kurzen Besuch am Stehausschank über das Essen in größerer Runde bis hin zur Nutzung der Terrasse. Damit entsteht ein Angebot, das sich flexibel in den Tagesverlauf der Innenstadt einfügt.
Mit dem Kesselwirt entsteht so ein großflächiges Wirtshaus in zentraler Lage, das auf ein etabliertes gastronomisches Modell setzt und dieses präzise auf den Standort Stuttgart überträgt.

