
Stuttgart liegt Ende Mai bereits unter einer ersten sommerlichen Hitzeglocke. Auf den Wiesen der Freibäder breiten sich Handtücher dicht an dicht aus, an den Kiosken bilden sich Schlangen für Pommes und Wassereis, das Inselbad Untertürkheim wirkt schon jetzt wie Hochsaison im Juli. Gleichzeitig verändert sich dort gerade ein Ritual, das jahrzehntelang ganz selbstverständlich zum Freibadkosmos gehörte: Rauchen auf der Liegewiese ist vorbei.
Mit dem neuen Nichtraucherschutzgesetz des Landes greift ab 1. Juni ein deutlich strengeres Rauchverbot in Baden-Württemberg. In Stuttgart wird die Regelung allerdings vielerorts bereits jetzt umgesetzt. Betroffen sind nicht nur klassische Zigaretten, sondern auch Vapes und E-Zigaretten.
Vor allem in den Freibädern wird die Veränderung sichtbar. Nachdem das Bad Berg wegen des massiven Wasserschadens diesen Sommer komplett ausfällt, verteilt sich der Besucherstrom stärker auf Anlagen wie das Inselbad Untertürkheim oder das Freibad Vaihingen. Genau dort treffen jetzt Hochsommerstimmung, volle Liegewiesen und neue Regeln direkt aufeinander.
Geraucht werden darf nur noch in speziell ausgeschilderten Bereichen am Rand der Anlagen. Rund um Becken, Gastro und auf den großen Wiesenflächen herrscht dagegen Rauchverbot. Für viele Badegäste dürfte das erst beim nächsten Freibadbesuch wirklich auffallen. Die neuen Schilder hängen bereits sichtbar an den Eingängen und entlang der Wege.
Die Diskussionen darüber laufen in Stuttgart schon jetzt. Für manche gehört die Zigarette im Freibad seit Jahrzehnten genauso zum Sommer wie Chlorgeruch und Sonnencreme. Andere feiern die neue Regelung, weil Kinder künftig nicht mehr zwischen Kippenstummeln spielen oder neben qualmenden Handtüchern liegen.
Spannend bleibt dabei vor allem die Frage, wie konsequent die neuen Regeln tatsächlich durchgesetzt werden. Schon beim ebenfalls neuen Rauchverbot an Bus- und Stadtbahnhaltestellen gab es im Vorfeld hitzige Debatten. Viele fragten sich, wo ein Haltestellenbereich überhaupt anfängt oder endet und wer das kontrollieren soll. Gerade in Stuttgart mit offenen Bahnsteigen, engen Haltestellen und dichtem Feierabendverkehr dürfte das Thema weiter zirkulieren.
Auch die Freibadwächter stehen jedenfals vor einer neuen Herausforderung (und haben eh schon an Ballertagen viel zu tun). Wenn an heißen Tagen mehrere tausend Menschen gleichzeitig durchs Inselbad oder Vaihingen strömen, werden Bademeister künftig nicht nur Becken und Sprungtürme im Blick behalten müssen. Erst einmal setzen die Bäder auf Hinweise und Gespräche. Langfristig drohen bei Verstößen allerdings Bußgelder bis zu 200 Euro, bei Wiederholung sogar deutlich mehr
