Ab Juli: SSB Stuttgart schafft Barzahlung im Bus ab

Die Stuttgarter Straßenbahnen AG stellt den Ticketverkauf im Bus ab dem 1. Juli 2026 vollständig auf bargeldlose Zahlung um. Tickets können dann nur noch per EC oder Kreditkarte sowie über Apple Pay und Google Pay direkt beim Fahrpersonal gekauft werden.

Die Entscheidung kommt wenig überraschend. Laut SSB wird inzwischen im Durchschnitt nicht einmal mehr ein Ticket pro Fahrt direkt im Bus verkauft. Der Umsatzanteil liegt bei rund einem Prozent des gesamten Ticketvertriebs, so die SSB.

Bereits seit vier Jahren lief der bargeldlose Verkauf parallel zum klassischen Barverkauf. Jetzt fällt die doppelte Struktur weg. Alle rund 340 Busse der SSB sind bereits mit kontaktloser Bezahltechnik ausgestattet.

Für den Betriebsablauf bedeutet das vor allem kürzere Haltezeiten. Kein Münzgeld, kein Wechselgeld, keine Kassenvorgänge zwischen Türöffnung und Abfahrt. Auch für das Fahrpersonal entfällt das komplette Bargeldhandling. Gleichzeitig sinkt das Risiko von Diebstählen oder Überfällen, da künftig kein Bargeld mehr in den Fahrzeugen mitgeführt wird.

Der Schritt passt zur Entwicklung im Nahverkehr. Städte wie Hamburg, Berlin oder Nürnberg haben vergleichbare Systeme bereits eingeführt oder angekündigt. In Stuttgart läuft der Ticketkauf ohnehin längst über Apps, Automaten und Abos. Wer heute noch im Bus bar bezahlt, gehört inzwischen zur absoluten Minderheit.

Barzahlung verschwindet damit nicht komplett aus dem System. Tickets können weiterhin an Automaten oder Verkaufsstellen mit Bargeld gekauft werden. Im Bus selbst läuft künftig alles digital. Für die meisten Fahrgäste dürfte das kaum eine Umstellung sein. Smartphones und kontaktlose Karten haben den klassischen Fahrscheinkauf im Alltag längst verdrängt.

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