
Vier Jahrhunderte Stuttgart liegen zwischen alten Bäumen, Sandstein, Namen und Jahreszahlen. Der Hoppenlaufriedhof im Stuttgarter Westen wird 400 Jahre alt. 1626 während der Pestzeit vor den damaligen Toren der Stadt angelegt, gehört er heute zu den bedeutendsten historischen Orten Stuttgarts – und für nicht wenige noch sehr vitalen Stuttgarter:innen ein geschätzter Rückzugsort.
Zwischen Liederhalle, Berliner Platz und Universität stehen Grabsteine, Skulpturen, Inschriften und Mausoleen aus mehreren Jahrhunderten. Hier liegen unter anderem Wilhelm Hauff, Gustav Schwab, Christian Friedrich Daniel Schubart, Johann Heinrich Dannecker und Emilie Zumsteeg. Ihre Grabstätten erzählen von Kultur, Gesellschaft und einer Stadt, die sich um diesen Ort herum mehrfach verändert hat.
Vom Pestfriedhof zum Kulturdenkmal
Der Friedhof entstand 1626 außerhalb der damaligen Stadtgrenzen. Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich der Hoppenlau zur bevorzugten Begräbnisstätte der sogenannten reichen Vorstadt. 1843 kam auf dem Gelände der erste jüdische Friedhof innerhalb einer Stadt in Württemberg hinzu.
Mit der Eröffnung des Pragfriedhofs 1873 ging die Zahl der Bestattungen zurück. 1880 fand die letzte Sargbestattung statt, 1882 wurde die Anlage entwidmet.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Hoppenlaufriedhof schwer beschädigt. Ab 1952 begann die schrittweise Instandsetzung. Zur Bundesgartenschau 1961 wurden zahlreiche Grabmale neu angeordnet. Seit 1986 steht die gesamte Anlage unter Denkmalschutz.

1.674 Grabmale konserviert
Die Grabdenkmäler gehören zu den wichtigen Zeugnissen der Grabmalkunst des 18. und 19. Jahrhunderts. Inschriften, Ornamente und Figuren dokumentieren gesellschaftliche Stellung, religiöse Vorstellungen und den Wandel der Erinnerungskultur.
Zwischen 1983 und 1991 wurde der Friedhof umfassend saniert. Auf Grundlage einer Schadensanalyse von 2012 konservierte die Stadt bis 2024 insgesamt 1.674 Grabmale.
Jubiläum vom 10. bis 14. Oktober
Zum 400-jährigen Bestehen lädt die Stadt vom 10. bis 14. Oktober 2026 zu einem Jubiläumsprogramm ein. Geplant sind eine Kunstinstallation, eine digitale Fotoausstellung, Führungen und Einblicke in die Restaurierung der historischen Grabmale.
Nach 400 Jahren ist der Hoppenlaufriedhof ein steinernes Gedächtnis Stuttgarts. Zwischen Sandstein, Baumkronen und alten Namen liegt hier Stadtgeschichte auf wenigen Hektar dicht beieinander.
Hoppenlaufriedhof Stuttgart: Die Facts
FAQ zum Hoppenlaufriedhof Stuttgart
Wie alt ist der Hoppenlaufriedhof in Stuttgart?
Der Hoppenlaufriedhof wurde 1626 während der Pestzeit angelegt und feiert 2026 sein 400-jähriges Bestehen.
Wo liegt der Hoppenlaufriedhof?
Der Hoppenlaufriedhof liegt im Stuttgarter Westen in der Nähe der Liederhalle, des Berliner Platzes und der Universität Stuttgart.
Welche bekannten Persönlichkeiten sind dort begraben?
Zu den bekannten Namen gehören Wilhelm Hauff, Gustav Schwab, Christian Friedrich Daniel Schubart, Johann Heinrich Dannecker und Emilie Zumsteeg.
Wann fand die letzte Bestattung statt?
Die letzte Sargbestattung fand 1880 statt. Zwei Jahre später wurde der Hoppenlaufriedhof entwidmet.
Warum steht der Hoppenlaufriedhof unter Denkmalschutz?
Die Anlage bewahrt bedeutende Grabmalkunst des 18. und 19. Jahrhunderts sowie zahlreiche Zeugnisse der Stuttgarter Kultur und Stadtgeschichte. Seit 1986 ist sie als Gesamtanlage geschützt.
Wann findet das Jubiläum zum 400-jährigen Bestehen statt?
Das Jubiläumsprogramm läuft vom 10. bis 14. Oktober 2026. Geplant sind eine Kunstinstallation, eine digitale Fotoausstellung, Führungen und Einblicke in die Restaurierung der historischen Grabmale.

