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    Techno (2)! – oder doch Trance?

    Kauf in letzter Zeit wie blöd Alben, kam seit Anfang Februar wieder einiges zusammen, brandneu oder auch schon ein paar Monate alt, und nur um den Ken zu ärgern nenne ich das wieder Techno und nicht, wie mir Thorsten befehlen will, KTV Dance oder so.

    Wo fangen wir an? Mal in der Mitte. Gibt für mich seit langem zwei Hauptinformationsquellen in Sachen (elektronischer) Musik: Zum einen ist das seit dem Mauerfall die De-Bug, klassisch im Magazin Rezis lesen, anhören und evt. kaufen – gut, in der Lodown stehen auch interessante Sachen drin – und zum anderen der Web-Shop von Innervisions, eine sehr geschmackssichere Einrichtung der Ame-Dixon-Schwarz-Posse.

    Gibts nicht viel, das überstrapazierte Wort “ausgewählt” stimmt hier tatsächlich noch, es lohnt sich regelmässig reinzuschauen. Da kauft man sich halt dann auch mal nen Theo Parrish Edit von Amerie für 18,90 Euro, rotes Vinyl, einseitig gepresst. Total hirnrissig eigentlich, aber so ist sammeln nunmal. Total hirnrissig. Unter anderem bin ich bei IV, besser MTN, auf das Album “Cool Water” von Maxmillion Dunbar gestossen. Kannte den Typen zuvor nicht.

    “This must be one of the freshest house albums we have heard lately”, schreiben die Berliner. Man sieht, House ist ein dehnbarer Begriff, für mich ist Dunbar größtenteils eher Ambient-Disco-Boogie.

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    File under “schön zum Durchhören”.

    Cool Water - Maxmillion Dunbar

    Das gilt auch für das neue Isolée Album “Well Spent Youth”. Wenn Rajko Müller alle 30 Jahre mal ein neues Album macht, kauft man halt auch das noch mehr oder weniger blind. Ist erst sein drittes nach “Rest” und “Monster”, kam auf Kozes Labelderstunde Pampa raus, die alte Liaison mit Playhouse wurde aufgelöst. Trotz aller neuen musikalischen Wege, die er bestreiten wollte, wie er in Interviews sagte, hört man klar seine Soundunterschrift.

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    Habs jetzt schon mehrere Male angehört und mir gefällt es immer besser. Foffie meint es baut hintenraus ab, womit er nicht ganz falsch liegt.

    Well Spent Youth - Isolée

    Konsequent Bombe und durchaus clubtauglich ist das Debütalbum “Yours & Mine” von Steffi, einfach die Steffi, ohne Nachnamen, auf Ostgut Ton. Der Opener “Yours” feat. Virginia touched mich voll. Hat man früher glaub mal gesagt.

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    Mit Virginia hat Steffi vor ein paar Monaten auch auf dem Liebhaber-Ding Underground Quality eine ebenfalls schöne EP rausgehauen. Ansonsten betreibt die Holländerin betreibt das nicht ganz schlechte Label Klakson, hab auch die eine oder andere Maxi daheim, lebt aber meine ich seit längerem in Berlin und ist Resident-DJ in der Panorama Bar.

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    Wie gesagt, durchweg Granaten-Album, kann man sich auch schön Treiben lassen. Das einzige Problem was ich mit diesen Stil immer ein wenig habe: Das könnte auch schon in einer etwas schlechteren Klangqualität 1995 herausgekommen sein. Aber so ist das halt, wenn es eine Musikrichtung 25, 30 Jahre lang gibt, kommt alles wieder.

    Yours & Mine - Steffi

    Hercules & Love Affair haben noch nie einen Hehl daraus gemacht, was sie nachbacken: Roots-House und Graswurzel-Disco. Da bleiben sie sich auch bei ihrem neuen Album treu, wieder abgefeiert vom Fanzine bis zur Brigitte, jetzt auch endlich hier. Nicht schlecht, zweimal so einen Hype zu generieren.

    Und das obwohl Musikpresse-Liebling Anthony Hegarty gar nicht mehr dabei ist. Kein Plan warum. Und auch kein Plan wer bei dem Haufen jetzt alles so mitwirkt, ist halt ein, ja, bunter Haufen eben. Sechsmal Randgruppe.

    Hab mich lange nicht getraut “Blue Songs” anzuhören. Warum auch immer. Erster Eindruck: Besser als das Debüt. Wesentlich besser. Erste Single Killer.

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    Da hat man wohl ein paar Snap-Videos zu viel angeschaut. Im Anschluss “Follow Me” von Aly-Us, OMG, danach kannste sterben auf der Tanzfläche. Oder hier, hat man wohl auch ein paar ältere Tunes drauf gepackt:

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    Oder das hier, singt gefühlt Grace Jones.

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    Naja, alles alt und geil halt.

    Blue Songs - Hercules and Love Affair

    Bleiben wir bei Disco und kommen wir zur Kim. Kein Plan ob es die oder der Kim ist, der oder die Kim bemustert mich seit langen Jahren mit mehr oder weniger guter Musik, alles was halt so itzitzitz macht. Also passt schon meistens. MP3-Bemusterung. Früher gabs noch CDs. Ist noch son Relikt aus Sub Culture-Zeiten, Kim denkt, ich arbeite da noch.

    So PromoterInnen haben pro Quartal oder Halbjahr immer ein Schwerpunkt-Thema. “Das ist unser absoluter Schwerpunkt im Frühjahr. Wir brauchen da eure volle Unterstützung bei dem Thema! Rezi, Interview, Verlosung, wie wärs, machen WIR was schönes oder?” Der schlimmste Satz war wirklich immer der letzte, machen wir was schönes, Gott ging mir das Promoterinnen-Gelaber irgendwann auf den Sack. Aber klar, machen auch nur ihren Job. Kim ruft Gott sei Dank nie an, arbeitet glaub in England. Gemessen an ihrer Email-Flut müsste ihr Schwerpunkt-Thema im Frühjahr 2011 ganz klar Discodeine sein. Das ist die erste Single mit Jarvis Cocker.

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    Jetzt hab mir neulich mal das Zeug heruntergeladen – von ihrem/seinem Promolink natürlich – und angehört.

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    Geht schon. Schwerpunkt-Disco für Schwerpunkt Frühling mit ein paar verrückten Einfällen. Hat ein bisschen mehr Schub als Hercules und fiepst bisschen mehr rum. Discodeine gibt es seit 2007, dahinter verbergen sich Pentile, kenn ich nicht, und Pilooski, meiner Meinung noch so ein Musikblog-Profiteur, macht in der Regel gutes Zeug, darunter auch ziemlich viele Edits von Charthits.

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    Discodeine - Discodeine

    Ebenfalls ziemlich Frühling – und ganz andere Baustelle – ist das Album “Alive” von Chaim auf Bpitch Control. Hab ich dank Robin auf Neeo gefunden, Bpitch ist sonst nicht mehr so mein Label.

    Chaim – Alive (BPC233CD) by BPitch Control

    Soundcloud ist einfach ne Waffe. “Sonnendurchfluteter Deep-House” schrieb mein Idol Robin. Kann man so stehen lassen. Überraschend gut. Hat Aufmerksamkeit verdient.

    Alive - Chaim

    Genügend Aufmerksamkeit bekommen derzeit zwei andere Typen. Neulich fragt mich Foffie, was ich denn eigentlich von Nicolas Jaar halten würde. Meinte ich, du, macht nette Sachen, gerade seine mit “Rockit”-Scratches gespickte Boogie-Nummer “Come N Get It”, hatte Thorsten schon bei Soul drin, spiele ich ab und zu, aber prinzipiell verstehe ich den Hype um den Mann nicht ganz. “Das wollte ich hören”, antwortete mir Foffie zufrieden.

    Jaar ist schon sehr vielseitig, scheint sich von Listening bis Club alles zu können. Auch Bayern2 jubelt mit Fragezeicheneinsatz:  ”Ist es Jazz? Yoga?? Oder doch schon Konzeptkunst??? Ein frisch-gebackener 21-jähriger New Yorker setzt sich mit seinem Debüt zwischen viele Stühle. “Space Is Only Noise” Eine kontemplative Platte wie diese konnte nur im Winter erscheinen.”

    Scheiße Mann und jetzt ist Frühling. Aber kommen bestimmt noch genügend Regentage um “Space Is Only Noise” schön durchzuhören, wie das Frühchen sagen würde. Habs im Büro schon länger aufm Rechner, nicht von der Kim, sondern andere Baustelle. Aber umgehauen hats mich nicht.

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    Muss man sich aber glaub genau reinhören.

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    Schön sehr schwermütig das alles. Der Junge studiert, wenn ich das richtig im Kopf habe, in NYC Vergleichende Literaturwissenschaften. Vielleicht wird man dann so.

    Space Is Only Noise - Nicolas Jaar

    Ebenfalls die Depri-Nummer zieht James Blake durch, ebenfalls 21, ebenfalls abgefeiert noch und nöcher wie meine Mutter immer sagte.

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    Verfolg den Bengel ein wenig seit seiner CMYK Ep auf R&S, die war noch bisschen mehr tricky und “dubsteppy” und da stand sein Gesang nicht im Zentrum so wie jetzt. Thorsten hat ihn ja auch schon für Soul entdeckt.

    Das Album finde ich schon gut, habs einige Male durchgehört, nur hier ein wenig das Problem, dass die bereits bekannte wie großartige Nummer “Limit To Your Love” majestätisch über den restlichen Tracks schwebt. So mit Abstand. Absolutes Masterpiece-Gänsehaut-Stück, da stimmt halt echt alles, das Piano, der Gesang, wie der Bass untenrum wie ein Hubschrauber im Off rattert…. 4,3 Millionen Klicks bei Youtube, muss noch mehr Menschen berühren. War das Lied irgendwo auf Platz 1? Hätte es verdient jedenfalls.

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    Aber unterm Strich bleibt schon ein stimmiger Longplayer, den man kaufen kann. Noch ein 11 Minuten Zusammenschnitt.

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    James Blake - James Blake

    Das wars. Bis in 5 bis 26 Wochen, wenn ich neues Zeug zusammen habe.

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12 Kommentare »
 

LaberLaber 12 Kommentare

  1. Mittwoch, 23. März 2011 um 10:01

    super schöne auswahl.

  2. Mittwoch, 23. März 2011 um 10:09

    die james blake maxi releases sind alle durchweg besser als das album. das album ist nicht schlecht, aber auch nicht der große wurf, den ich erwartet hatte. seine buddies von mount kimbie sind da cooler.

  3. Mittwoch, 23. März 2011 um 10:11

    joah, vielleicht ist das eben gerade das problem gewesen, dass man (zu) viel erwartet hat. mount kimbie ist da ne idee spannender.

  4. Mittwoch, 23. März 2011 um 10:20

    sehr feine auswahl an aktueller musik. nur den run auf james blake kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. allein schon die übertriebene verwendung von autotune nervt auf diesem album…

  5. Mittwoch, 23. März 2011 um 10:56

    Blake auf R&S, CMYK Ep ist top! Dank Foffi hab ich mir ausnahmsweise mal nen Ostgut Ton Album angehört.. Fazit: Steffi Album ist auch top!

  6. Mittwoch, 23. März 2011 um 12:33

    Wieder schöne Auswahl, vielen Dank für die Anregungen und die “Vorauswahl”. Bei der Masse an heutiger (guter) Musik noch den Überblick zu behalten fällt mir echt schwer und da bin ich über jeden Tip dankbar. “KTV Dance” find ich auch nicht gut, wie wärs mit ” Martins elektronischer Ecke” : ).

  7. Mittwoch, 23. März 2011 um 18:30

    Mensch Martin, amtliche Auswahl hier. Aus Dir wird bestimmt mal was!
    Das Blake und das Jaar Album klingen zuerst ziemlich gut, verlieren bei mir allerdings nach mehrmaligen hören erstaunlicherweise deutlich an Reiz. Das Discodeine Dingens ist nicht so meins, genau so wie das neue Isolee-Album. Fand ich “Rest” und “We are Monster” vom Hr. Müller deutlichst frischer und inspirierender. Wirklich sehr gut finde ich das Steffi Album (klingt so schön nach guter alter Zeit) aber das Hercules & Love Affair Album ist der Hammer , obwohl fett produziert und kommerzieller ausgelegt! :) Die Videos erinnern mich irgendwie an The Grind und Club MTV…
    Ach ja, Danke für den Tipp mit Maxmillion Dunbar. Muss ich gleich mal anhören. Hast Du schon die Alben von Virgo Four und BNJM auf Rushhour angehört? Das neue Falty DL Album ist auch ziemlich weit vorne…

  8. Mittwoch, 23. März 2011 um 19:22

    seggel! :)

    also virgo hat mir foffie schon empfohlen, nur mal schnell durchgeskippt, 45 euro fürs vinyl hat mich zunächst abgeschreckt, aber hol ich nach, ihr 20 jahre altes ding vom letzten jahr fand ich ja großartig und einer meiner faves 2010. falty dl muss ich noch checken, yep, und bnjm auch noch. thanks

    und ja hercules ist kommerzieller ausgelegt und es trotzdem gut! unfassbar! :) (wo ist seeopfer?)

  9. Donnerstag, 24. März 2011 um 0:46

    haha

  10. Donnerstag, 24. März 2011 um 8:04

    Dunbar ist ganz groß, aber hey…hat’n bart – kam schon im oktober ;-)

  11. Donnerstag, 24. März 2011 um 8:07

    Rick Wilhite Album sei noch empfohlen..

  12. Donnerstag, 24. März 2011 um 8:26

    yo, hab ich bemustert bekommen und wollte ich auch ursprünglich reinpacken, habs aber erst einmal angehört. dann beim nächsten mal.

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